Spielführer

Meine Leidenschaft zum Fußball wurde bereits sehr früh ausgeprägt. Mit einem rot-weiß gestreiften Strampelanzug war ich einst jüngster Fan von Rot Weiß Erfurt, stehe diesem Verein mittlerweile aber nicht mehr wirklich nahe. Wenige Jahre später entwickelte ich einen immer größeren Hang zum FC Bayern München. Zum Einen gab es zu dieser Zeit im thüringer Dorfleben lediglich die Entscheidung zwischen dem FCB und dem BVB zum Anderen war mein Vater damals großer Fan der Roten aus München und was mein Vater gut findet, fidne ich auch gut. Zumindest war das noch anfang der Neunziger so als mein Alter noch einstellig war. Und so wurde er gelegt, der Grundstein zur Anhängerschaft des Clubs der es angeblich immer so einfach hat und zugleich so verhasst ist.
Anfang der Neunziger waren auch die ersten großen Turniere an die ich mich erinnrn kann. An die WM 1990 habe ich leider keinerlei Erinnerungen mehr. Abgesehen von denen an die rot-weiß -karierte Tischdecke die stets auf den Tisch kam, wenn zu Hause Fußball mit den Kollegen geschaut wurde. Im Alter von 6 Jahren, zur EM 1992, hatte ich dann bereits mein erstes Panini Album und ich erinnere mich Heute noch an die Diskussionen darüber, dass ich keinesfalls den Hanuta Sticker von Bodo Illgner einkleben wollte.
In der E-Jugend begann ich dann auch Fußball im Dorfverein, dem “SV Motor”, zu spielen. Nicht sonderlich erfolgreich, da ich Probleme mit der Schnelligkeit, Kondition und überhaupt allen Dingen die man zum spielerischen Können brauchte hatte. Hinten rechts musste ich immer spielen, insofern ich nicht auf der Auswechselbank saß, was für gewöhnlich der Fall war. Auf dem heimischen Bolzplatz war ich meistens Torwart, ein relativ guter sogar, glaube ich. Viele Jahre später erst wurden dann meine Qualitäten als Stürmer ans Licht gebracht. Ich shcätze es gibt eine verbindung damit, dass ich in der gleichen Zeit über Familienmitglieder herausfand, dass meine Ururoma Italienerin war.
Im Zuge der Hochphase meines Teenagerdaseins wurde der Fußball plötzlich unwichtig. Zumindest was die Anhängerschaft des Vereinsfußballs anging, da waren plötzlich Sachen die ich wichtiger fand und “ran” gab es schließlich auch nicht mehr.
Einige Jahre später erst, mit dem Studium nämlich, wurde meine Leidenschaft zur Bundesliga wiederhergestellt. Grund dafür war die hervorragende Fanarbeit verbunden mit unbändiger Fußballbegeisterung meines Studienkollegens Juselinho. Er, größter mir bekannter Fan des MSV Duisburg, ließ die Flamme im Fußballherz wieder erleuchten und pflanzte dazu gleich einen MSV Zögling in mir ein, der stets weiter wuchs. Mittlerweile habe ich Schuldgefühle wegen des Pokalfinals 1998.
Etwa ein Jahr nachdem der MSV Duisburg neben dem tief verwurzeltem FC Bayern einen Platz in meinem Herzen fand trat die alte Borussia aus Mönchengladbach in mein Leben. Und zwar in Form von Ingmar Eigenlob, der so viel Leidenschaft für Fußball und seinen Verein in sich trägt, dass man fast denken mag er hätte jeden einzelnen Stein des alten Bökelberg Stadions einmal angeleckt. Verbunden mit der überwältigen Liebe für Fußball am Niederrhein fand auch die wahre Borussia einen Platz in meiner Fußballvitrine. Und ach ja, Arminia Bielefeld hat aufgrund dessen, das ich in besagter Stadt lebe auch gewisse Heimspiel-Pluspunkte bei mir. Bei jedem Stadionbesuch bisher wurden die allerdings mit Füßen getreten.
Ich bin somit also eine perfekte Angriffsfläche, denn ich bin nicht nur Fan des FCB aus München sondern gleich mehrerer Vereine und sitze zudem auch noch lieber im Stadion als das ich stehe.
Sport frei!