21. Februar 2012 | 15:00 Uhr


Ich weiß nicht so ganz warum, aber verschiedene Umstände führten in meiner Kindheit dazu, dass ich auf einmal bei der Bergwacht war. Nein, ich bin nie mit einem Hubschrauber durch die Alpen geflogen. Der Rest war auch eher unspektakulär im Thüringer Mittelgebirge. Überhaupt hatte ich damit nichts wirklich zu tun, hatte dafür aber bereits tausende Erste Hilfe Lehrgänge in meinen jungen Jahren. Irgendwo existiert glaube ich sogar ein Wisch, der mir attestiert, dass ich theoretisch in einem Krankenwagen mitfahren darf um zu helfen. Das wünsche ich allerdings niemandem.

Ab und zu war ich dann sogar bei Erste Hilfe Wettkämpfen. Im Nachhinein ein ganz schön lustiges Unterfangen. Man stelle sich ein Stück irgendwo in einem Wald vor und da liegen dann an diversen Stationen irgendwelche Leute rum, denen mit lauter Kunstblut schwerwiegende Verletzungen geschminkt wurden. Weil ich nichts so recht konnte, war ich ein paar Mal Gruppenführer. Da musste man im Wesentlichen nichts können und nur die Leute aus seinem Team den Verletzten zuordnen. “Du gehst zu dem Mann der umher rennt und sich grad die Hand abgeschnitten hat! Du guckst, dass der da vorne nicht noch mehr anzündet! Du guckst ob der unter dem Traktor noch lebt! Du gehst zu dem blassen Typ und fragst ihn über seine Frau aus, damit er alle anderen in Ruhe lässt!” Das muss wirklich lustig ausgesehen haben, immerhin waren wir damals ja Kinder, haha.

Einmal waren wir auch in Österreich bei einem europaweitem Wettbewerb. Einer der Organisatoren suchte mich und fragte sich bei allen Leuten durch, wo denn der Führer wäre. Ich war damals 13 Jahre alt. Bei einem der Wettbewerbe habe ich auch mal den bisher einzigen Pokal meines Lebens gewonnen. Ich wurde zweitbester Gruppenführer. Und das, bemerkenswerter Weise, obwohl ich an einer der Stationen im Dunkeln über einen Verletzten drüber gelaufen bin, ohne es gemerkt zu haben.

Wenn ich eins in dieser Zeit gelernt habe, dann ist es, dass Erste Hilfe Ausbilder zumeist sehr komische Menschen sind. Auch wenn ihr Job natürlich höchst ehrenwert ist. Eine ähnliche Dichte an stark nikotinabhängigen wunderlichen Menschen habe ich später nur wieder bei der Organisation von pädagogischen Kinderkinos organisieren. Kann mir irgendjemand diese Zusammenhänge erklären?

Jahre später habe ich nun aber gelernt, dass die diversen Herz-Lungen-Wiederbelebungen, welche zahlreichen Plastikpuppen neues Leben einhauchten eine einzige Farce waren. Das hier macht viel mehr Sinn:

“The flavor explosion may revive him”

Oder auch dieser Klassiker hier:

(Bei beiden hilfreichen Vorlagen habe ich leider keine Ahnung, wo sie herkommen.)

Wer zum Abschluss jetzt tatsächlich noch etwas lernen möchte:

2 Kommentare zu “Zu Hilf!”

  1. Erste Hilfe! sagt:

    [...] Zu Hilf! | Herms Farm. [...]

  2. Lars sagt:

    Großartig!
    Vor allem das Bild mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Rest aber auch.

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