Früher Samstagnachmittag, bestes Sonnenwetter – Was tut man da? Richtig, ins Kino gehen um sich „Jurassic World“ anzuschauen. Es sind Momente wie diese, in denen ich es sehr schätze, in Berlin zu wohnen. Also dann, wenn man einfach am Nachmittag ins Kino gehen kann und da besagter Film im Original im IMAX läuft.

Überhaupt ist das Kino als Sommerort vollkommen unterschätzt. Da ist es nämlich immer schön kühl, man bekommt keinen Sonnenbrand und nervige Insekten gibt es auch nicht. Kinobetreiber scheinen davon Wind bekommen zu haben, weshalb das IMAX-Ticket bereits 14 € kostet. Mittlerweile also teurer als eine Blu-Ray, die es ein paar Monate später gibt. Natürlich hinkt der Vergleich, denn auch ich sehe das Kino eher als ein Erlebnis und nicht als eine von vielen Möglichkeiten, um einen Film zu schauen an. Aber VIERZEHN Euro? So viel dürfen höchstens frisch zubereitete Smoothies kosten! Ach ja 50 Cent Online Gebühr kamen noch dazu für … hmmm keine Ahnung wofür. Und das obwohl ich online gar nicht gekauft, sondern nur reserviert habe. Ach ja, eine letzte Rentnerbeschwerde noch: Mir fehlen Zeiten, in denen Eintrittskarten so toll aussahen, dass man sie sich an eine Pinnwand übers Bett geheftet hat. Mittlerweile wären da nur noch eventim Ausdrucke und ähh solche Kassenzettel neuerdings:

Aber zurück zu „Jurassic World“. Hach, ich bekomme ja immer noch Gänsehaut, wenn sich das Tor des Parks öffnet und die Musik dazu ertönt. Allen menschen, denen es genauso geht, sei dieser Film empfohlen. Allen anderen die einen wendungsreichen, nachdenklichen Wasauchimmer-Kracher erwarten und Dinosaurier nicht leiden können … nun ja, was macht ihr in diesem Film? Natürlich gibt es von allem zu viel, aber das muss ja so in Hollywood. Was mich mittlerweile nur wirklich stört, ist das immer aggressivere Product Placement. Ich habe an sich ja nichts dagegen, nur muss es doch nicht immer so wahnsinnig plakativ sein. Man versteht auch, dass es ein Mercedes ist, auch wenn er nicht wie im Werbeprospekt geparkt ist. Oder diese wahnsinnig unnatürlichen Art und Weisen, ein Mobiltelefon zu halten, nur damit jedes Mal der Hersteller gut zu sehen ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, was für wahnsinnig viele unangenehme Telefonate es da jedes Mal geben muss. Also wenn Marken darauf bestehen, dass ihr Produkt so und nicht anders abgelichtet ist. Da muss doch alles in einem sterben, wenn kreative Filmmacher in ein Meeting mit diversen Marketingmenschen gesetzt werden, um die Szenen durchzugehen. Aber wahrscheinlich gibt es dazwischen eh noch sehr viel mehr Ebenen. In Jurassic World gibt es in den ersten 10 Minuten jedenfalls weitaus mehr Marken als Menschen zu sehen.

Ich gehöre übrigens zu den Nerds, die sich den Grundplot von Jurassic Park und Jurassic World wirklich vorstellen können. Irgendwann wird das mit dem Klonen schon irgendwie auch ohne lebende Zellen gehen. Man kann es sich nur jetzt natürlich noch nicht vorstellen. Wenn man jemandem vor 30 Jahren das Internet erklärt hätte, dann hätte der das auch weitaus verrückter gefunden, als einen Park voller wiederbelebter Saurierspezies.

Viel unrealistischer waren am Film ganz andere Dinge. Man stelle sich das Mal vor: Ein Park auf einer Insel vor Costa Rica wo alles so High Tech ist, dass es wahnsinnig teuer ist. Die Folge ist, dass nur reiche Kids dorthin kommen. Im Film sind die alle wahnsinnig liebe und begeisterte Dino-Fans die mit ihren Lomo Kameras (HAHAHAHA!) aufgeregt Fotos machen. Malen wir uns das doch mal in der Realität aus. Ein Dinosaurier Park wäre so ziemlich der letzte Strohhalm, wo reiche Eltern ihre Rich Kids of Instagram hinschicken, um sie irgendwie für etwas begeistern zu können. Das Ergebnis wäre ein Park voller genervter, verzogener Kids, die keine Lust auf irgendwas haben. Was für eine wahnsinnig unangenehme Insel das dann wäre. Und die Mishcung erst! Dinosaurier und genervte Teenager. Im Prinzip ja das gleiche irgendwie.

Als „Parks and Recreation“ Fan hat man übrigens die ganze Zeit dieses wohlige Gefühl der Freude, dass Chris Pratt jetzt auf einmal der heisseste Scheiß Hollywoods ist. Ich bin so stolz auf dich, Andy! Und der Film bekommt dadurch so eine schöne zweite Ebene, wenn man sich die ganze Zeit automatisch denkt, der junge Dinosaurier-Trainer wäre eigentlich Andy Dwyer aus Pawnee.

Apropos Dino-Trainer. Ja, im Film werden Velociraptoren von Menschen trainiert. Es ist wahnsinnig ernüchternd, wenn man in einem Film gesehen hat, wie Velociraptoren aufs Wort hören und dann kommt man Heim und da liegen zwei Katzen da, die … naja sie liegen halt rum. Das ist ja auch okay, aber dann sollen sie wenigstens nicht so vorwurfsvoll gucken, wenn sie schon keine Tricks können.

– ACHTUNG SPOILER –
PS: Ich hätte gerne eine Romantic Comedy, welche direkt an das Ende des Films anschließt.
PPS: Es ist wahnsinnig unbefriedigend, dass die legendäre Melodie aus dem ebenso legendären Soundtrack bis aus eine Ausnahme nie ganz gespielt wird. immer nur Deee Deee …. statt Deee Deeee DeDeDeeeDeeeeDeeee

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