19. Februar 2013 | 15:48 Uhr

Herrje, ich habe so viel um die Ohren, ich komme gar nicht mehr dazu hier halbwegs vernünftig etwas abzutippen. Doch dazu später mehr. Umso schöner, wenn jemand genau das auf den Punkt bringt, was ich auch gern sagen möchte, aber keine Zeit dafür finde, es zu sagen/schreiben.

Es geht um den wilden Fleischskandal der seit Tagen und Wochen seine Kreise zieht. Lasagne hier, Pferdefleisch da. Und wo es nicht überall her kommt. Ich habe eigentlich gar nicht genug Ahnung, um mich tiefgründig dazu zu äußern. Allerdings nicht etwa, weil mich das ganze nicht interessiert, ganz im Gegenteil, sondern weil ich den ganzen Trara und den scheinbaren Schockzustand mit dem verbundenen Aufruhr nicht verstehen kann. Natürlich verstehe ich, wenn Leute sich darüber beschweren, dass da etwas drin ist, was nicht drauf steht. Das gibt es schließlich eh viel zu oft. Nur verstehe ich die Ansatzpunkte der meisten Diskussionen nicht. “Hey wir wollen nicht mehr als ein paar Cent für eine Hand voll Fleisch von einem Tier was irgendwo großgezogen, dann durch halb Europa gekarrt und verarbeitet wird, bezahlen. Warum ist das so schlecht? Scheiß Konzerne!” Aber was Rede ich da, das Schlimmste an alledem ist ja die scheinbar absolut nicht abebben wollende Flut an schlechten Pferdefleisch-Witzen.

Aber bevor ich weiter darüber nachdenke hier das, worauf ich die ganze Zeit schon hinaus wollte. Silke Burmester hat in ihrer aktuellen Kolumne genau das auf den Punkt gebracht, was ich auch denke. Ich zitiere:

‎”Aber muss man so ein Gewese machen? Muss man so einen Aufschrei konstruieren? Menschen, die Rinder und Schweine essen, Hühner, Ziegen, Fische und Schafe? Rehe, Hirsche, Puten und Hasen, Gänse, Enten, Krebse und Muscheln? Leute, die sich freuen, wenn sie eine echte Salami aufs Brot legen können, also aus Esel, kreischen rum, weil sie Pferd gegessen haben?

[...]

Und das schätze ich an Ihnen, verehrte Ruhigbleibende, Sie verzichten auf diese Aufregungsfolklore. Ihnen ist völlig klar, solange ein Essen ohne Fleisch kein Essen ist, solange auf jedem Frühstücksbrötchen Wurst drauf sein muss, jedes Croissant nach Schinken schmecken, überall Speck drin sein soll und Fleisch nichts kosten darf, so lange es uns nichts ausmacht, Tiere zu essen, die unter quälerischsten Bedingungen gehalten werden, damit auch noch ins Brötchen Speck eingebacken werden kann. Solange wir es hinnehmen, dass die Konzerne Nahrungsmittel Tausende von Kilometern durch Europa karren, damit sie am billigsten Standort zusammengeschraubt werden können, so lange wird auch immer etwas passieren, das sich als Skandal bezeichnen lässt.”

Den kompletten Artikel gibt es hier.

PS: Ich empfehle es sehr, sich einmal die Dokumentation “We Feed The World” anzuschauen.

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