Schade eigentlich. Leider habe ich gestern den vielleicht nerdigsten Moment meines Lebens versäumt. in Berlin gastierte die Zelda Symphony, sprich Musikstücke aus diversen Spielen der Legend of Zelda Reihe wurden mit einem Orchester live dargeboten. Die Tickets dafür waren mir dann aber doch etwas zu teuer. Hm. Aber immerhin fast gefühlt volle Punktzahl der Nerderichkeit (dieses Wort habe ich gerade erfunden, kommt von „nerderich“, welches ich ebenfalls gerade erfunden habe) habe ich in der vergangenen Woche erreicht, als ich per Livestream die Präsentation der neuen Xbox One verfolgte (statt mich mit meiner Freundin zu treffen).

Seit dieser Präsentation bin ich der festen Überzeugung, dass die Xbox One uns alle umbringen wird. Das erste Gerät, welches dem Menschen überlegen sein wird und dem ich so etwas zutraue. Wahnsinn, was die Kiste alles kann. Personnenerkennung, Herzfrequenzmessung und was nicht alles. Man muss nur den Controller in die Hand nehmen, schon weiß das gute Ding, wer man ist. Gruselig ist allerdings die Vorstellung, durch das integrierte Kinectmodul eine Kamera und ein Mikrofon in der Wohnung zu haben, welches quasi über eine konstante Internetverbindung verfügt. Also zumindest könnte. Microsoft arbeitet mittlerweile daran, dass alles weniger gruselig und mehr praktisch wird. Ich bin gespannt was dabei herauskommt.

Ich fühlte mich jedenfalls ein weiteres Mal in tiefstem Erstaunen darüber gefangen, wie weit diese ganze Welt der Videospiele gekommen ist und bin im gleichen Maße froh darüber, die ersten Generationen davon, selbst miterlebt zu haben. Aber das nicht nur im Bereich der technischen Möglichkeiten, sondern auch von rein inhaltlicher Seite. Ich allein bin der Grund, warum die Videothek um die Ecke noch lebt, weil ich mir regelmäßig Spiele ausleihe und dann gerne wochenlang damit zu tun habe. Pro Tag ein Euro. Würde mich nicht wundern wenn es bald aufwendige, antike Mosaiken im Eingangsbereich der Videothek gibt.

Mein letzter bzw. noch aktueller Fang ist Bioshock Infinite. Mitten in der Nacht habe ich es zu Ende gespielt und bin immer noch ganz verwirrt vom kompletten Spiel. Zwischendurch von den Abläufen vielleicht ein bisschen eintönig (Tür auf! Vorsicht, Bösewichte!) aber insgesamt so ein wahnsinnig gutes Spiel. Sei es nun die Welt in der alles Spielt oder die Handlung an sich. Ein wirres Geflecht aus Erzählsträngen und immer wenn man den Controller aus der Hand legt, will man sofort weiterspielen, weil man sonst viel zu verwirrt ist und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Nebenbei ist es übrigens bemerkenswert, dass Elizabeth, mit der man sich gemeinsam durch den größten Teil des Spiels schlägt, eine der ganz ganz wenigen angenehmen Videospiel-Sidekicks ist. Sonst eher nervig, aber auch das ist in diesem Spiel großartig umgesetzt. Also, liebe Videospielnerderichse (habe ich gerade erfunden das Wort), tut euch diesen Gefallen und gönnt euch dieses Spiel.

Ich bin gerade dabei es zum zweiten Mal durchzuspielen, was sich tatsächlich lohnt, da es die ganze zeit Querverweise und kleine Details gibt, die man erst nach dem Ende des Spiels versteht. Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich künftig mit dem Haus nebenan umgehen soll.

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