Es ist mal wieder Zeit, die Sorgen einmal weg zu sperren um der Musi zuzuhören. Stadlzeit!

Ich kann es ja nicht oft genug betonen, wie im Stadl stets versucht wird, junge nackte Haut in den Hintergrund zu schmuggeln. Könnte so auch aus einer weitaus zeitgenössischeren Musiksparte stammen:

Die Riege der musikalischen Gäste wird dieses Mal von den Zillertaler Haderlumpen eröffnet. Ihr Song hat fast schon ein Alleinstellungsmerkmal – es geht nicht um Herzschmerz, das Meer oder das einfach alles gut ist. Nein, es wird gemosert! Ich zitiere: „Ouhhhuujemine. A Bistn ohne Boulverschnee. Ouuhuuujemine, des is gar net schee. Ouhhuuujemine, a Schwimmbad ohne Wasser he! Ouhhuuujemine, des is gar net scheh.“ Stimmt. Den Text zwischen dem zitierten Refrain, kann ich nur zu etwa 15% verstehen und deshalb nicht wiedergeben. Sind dies aber Lebensumstände, die zu einer schweren Last werden können? Nein. Die Lösung kommt am Ende des Liedes: „Alles könnte besser sein, doch ich find’s Leben trotzdem fein. Drum alle Hände in die Höh, das Leben is doch schö.“

Es folgt Florian Fesl.

Einerseits habe ich eine gewisse Angst vor diesem jungen Mann aus Deutschland andererseits ist er Interpret einer meiner Lieblingslieder. „Isses net schee, wenns schee is?“ Nach diesem tiefgründigem Titel, widmet er sich nun einem anderen sozialen Phänomen, dem Schunkeln. Ich zitiere erneut: „Schunkeln ist gmüatlich, schunkeln ist fein. Schunkeln ist lustig, hängts euch glei ein. Schunkeln is gmüatlich, des is goakoa Frag. Wir kennen koan, der das Schunkeln net moag.“ Wo er recht hat, hat er recht.

Die letzten im musikalischen Dreierblock zum Auftakt sind die schweizer Schlagerikonen „Die Calimeros“. Beim Sänger (und dem Fanclub im Hntergrund) kann man beim genaueren Hinschauen erkennen, dass hier für gewöhnlich eine halbe Eierschale auf dem Kopf getragen wird.

Roger Whittaker betritt auch mit 237 noch die Bühne um einen Klassiker zum Besten zu geben. Ein blaues Samtjackett in Kombination mit einem goldenen Hemd unterstreichen seine energische Performance:

Nach einem Auftritt von ca. 74 Minuten nimmt sich Roger noch Zeit für ein paar Späßchen. Er liest erst ein paar bayrische Phrasen von einem Zettel ab und erklärt Andy Borg danach, wie man so richtig schön pfeift. Genauer gesagt, „wie ein Afrikaner pfeift“.

Danach pfeift er für weitere 74 Minuten und hört sich dabei an wie ein alter Flipper Automat.

(Zwischen dem vorangegangenem und dem nun folgenden Teil liegt eine kleine Pause. In diesem Moment sitze ich im ICE und werde den Stadl weiter gucken. So irgendwie ein interessantes soziales Experiment.)

Doch kommen wir nun zum traditionellem Dreiländerwettbewerb. Begonnen wird mit Österreich. Die Hohenauer aus der Steiermark singen davon, dass gleich ein Blitz einschlägt. Die Anspannung im Eissport Olympiazentrum Garmisch-Partenkirchen steigt deutlich an.

Mit der Startnummer 2 folg Désirée aus der Schweiz. Désirée wohnt auf einem verschneiten Berg und wenn sie nicht gerade arbeitet oder von der Heimat singt, spielt sie mit ihrem Freund und ihren Eltern Maumau. Sie hat das irgendwie anders genannt, aber ich kann das nicht als Wort darstellen.

Ich habe erst verstanden das die Gute jetzt „Motorhände“ oder die „Mutterhenne“ besingt, tatsächlich geht es aber um „Mutterhände“. Wenn ich dieses Lied als Kind gehört hätte, hätte ich danach definitiv Probleme gehabt einzuschlafen und hätte mehrmals in der Nacht überprüft, ob meine Mutter noch atmet. Désirée singt nämlich: „Mutterhände streicheln dich, so lang ihr Herz noch schlägt.“

Ich hab’s schonwieder falsch verstanden, aber so macht es irgendwie mehr Sinn: „Und natürlich, die Motorhände klatschen mit im Publikum!“

Mit der Nummer 3 kommt nun jemand, der gar nicht aus den Bergen ist: Der kleine Marquardt aus Flensburg mit seiner Trompete. Bitte noch einmal den virangegangenen Satz mit entsprechendem Dialekt lesen.


„Als ich 4 Jahre alt war, da bin ich durch meine Großeltern an die Kastelruther Spatzen rangekommen und dann hab‘ ich Blockflöte gelernt.“

Andy Borg gibt nun sein neues Lied zum Besten. Ein kurze Abriss des Inhalts: Zwei junge Musikanten spielten immer zum Tanz, bis irgendwann eine bildhübsche Frau kam und ganz besonders schön tanzte. Beide verliebten sich auf der Stelle. In diesem Moment beendeten sie ihre Freundschaft. Einer heiratete die Frau der andere … das weiß man nicht. Jahre später treffen sie sich zufällig in einer Bar. Beide sind wieder alleine. Von nun an treten sie wieder gemeinsam auf und sind Freunde „bis ans Ende der Zeit“.

Es ist so weit:

Ein Urgestein der Szene, Stefan Mross, betritt die Bühne. Er trompetet aber nicht mehr sondern singt. Dabei hat er sich sein Auftreten irgendwie von Roger Cicero abgeguckt. Eine explosive Mischung. Er gibt zwei Lieder zum Bestens. Eines handelt davon, wie schön das Leben ist, das Andere wie schön es in der Heimat ist.

Mit Mimik und Gestik gibt er sich wirklich Mühe:

Es ist schließlich etwas Schönes und Besonderes wenn man eine Heimoat hat. Aber hat das, ausser vielleicht Alf, nicht jeder?

Ouh, sogar noch ein drittes Lied. Ich weiß nicht worum es geht, aber „Baby“ soll es „noch mal machen“. Dazwischen gibt es immer wild gestreute „Na na na na“ und „Hey Hey“. Wobei letztere an Metallicas „Sad But True“ erinnern. Ja, dieser Vergleich ist mir jetzt auch ein bisschen peinlich.

Zu Beginn der Sendung kündigte Andy Borg an, es würde eine sportliche Einlage mit einem Überraschungsgast geben. Diese scheint nun anzuliegen, weshalb er im Trainingsanzug moderiert. Rundet die Stimmung irgendwie ganz gut ab, finde ich:

Für die Statistik: Mross gewinnt mit einem Hundertstel vor Borg beim Stadl Biathlon.

Die nächsten musikalischen Gäste sind Chico & The Gypsies, diese dürften dem ein oder anderen so oder so ähnlich bereits aus Nahverkerszügen am Wochenende bekannt vorkommen:

Zeit für die Entscheidung des Nachwuchswettbewerbs. Der kleine Trompetenmarquardt aus Flensburg gewinnt mit „Melodie für meinen Papa“ vor der Désirée mit ihrem gruseligen Muttilied. Ist das schön.

Marquardt trompetet noch mal, die Gypsie Freunde spielen noch mal „Volare“. Ein Umschwung im Stadl? Mehr dazu vielleicht beim nächsten Mal. Bis dahin: Schunkeln is gmüatlich!

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