Nach rund 12 Stunden in Mailand muss ich sagen: Toll hier! Es ist mir ein bisschen unangenehm und ich frage mich, ob das schon eine Form des kulturelle Rassismus ist, aber ich habe immer wieder einen Ohrwurm der Musik aus der Miracoli-Werbung. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es überall kleine Gässchen mit noch kleineren Balkons gibt, bei denen man eigentlich nur darauf wartet, dass eine dicke Oma rausgestürmt kommt und „Hermeeeriiiicooooo“ ruft.

Alle Männer tragen hier übrigens Anzug und sehen damit auch alle gut aus. Außer ältere Männer, die tragen leichte Pullover und haben immer einen kleinen dicken Hund dabei. Bei allen Kids spannt passend dazu übrigens das Shirt am Bauch, weil sie eine kleine Speiseeistrommel haben. Ob ich übertreibe? Natürlich nicht!

Wahrscheinlich kann ich das nach 12 Stunden noch gar nicht einordnen und da romantisiert man ja auch gern, aber ich mag es, wie man sich hier etwas mehr Ruhe gönnt und sehr viel mehr Wert auf die kleinen Schönheiten des Lebens legt. Und das selbst dann, wenn lauter Fußballfans durch die Stadt kullern.

Apropos: Ich hab ein falsches Ticket gekauft, was im Bereich, wo ich ausgestiegen bin, nicht mehr galt. In Mailand muss man das Ticket aber auch benutzen, wenn man das U-Bahn-Netz wieder verlässt. Sprich: Ohne gültiges, passende Ticket kommt man gar nicht raus und ist in der U-Bahn-Station gefangen. Der korrekte Weg wäre dann: Man fährt zurück in den Bereich, wo das Ticket noch gültig war, verlässt die Station, kauft dann ein neues, passendes Ticket und fährt dorthin, wo man eigentlich hin wollte. Kompliziert. Oder man fragt den U-Bahn-Menschen in seinem kleinen Kabuff am Ausgang, ob er was machen kann. „Ja, das Ticket gilt nicht.“ sagt er, öffnet dann einfach die Tür und schon ist die Sache gegessen. Man stelle sich das mal in Berlin vor, wenn man einen BVG-Mitarbeiter um Hilfe bittet, weil man versehentlich ein falsches Ticket dabei hat. Haha. Hahaha. HAHAHAHAHA!

Oh und noch was: In Mailand gibt es scheinbar so eine Art Privatisierung kleiner Grünflächen. Auf einer Tafel daneben steht immer, welche Firma die jeweilige Grünfläche unterstützt. Was für ein schlauer Move, diese ganze PR-Welt endlich mal praktisch auszunutzen!

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