2011 gab es zur gab es zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Berlin eine riesiges Werbeplakat über eine komplette Hauswand. Darauf abgebildet war die Stürmerin Fatmire Bajramaj mit dem Spruch „Ich habe ein Date am 17. Juli“. (Wenn ich mich recht entsinne) Zur Erklärung: Der 17. Juli war der Tag des Finals und die deutsche Frauennationalmannschaft spielte seit Monaten und Jahren so übermächtig, dass man fest davon ausging, dass es den WM-Titel im eigenen Land geben würde. Ende vom Lied war, dass Deutschland mehr als überraschend im Viertelfinale ausschied und Bajramaj bis dahin mehr Zeit auf der Bank als auf dem Platz verbracht hatte. Das Plakat sah bis zum Ende der WM dementsprechend blöd aus.

In mir kommt langsam ein Gefühl auf, dass es bei der anstehenden WM der Fußballherren in Brasilien ein ähnliches Bild geben könnte. Ich gehöre ja auch zu den Leuten, die der Ansicht sind, dass wenn man mit so einem Kader nicht Weltmeister werden kann, wie dann? Aber was, wenn doch nicht? Was, wenn der Top-Favorit in der brasilianischen Sonne viel zu früh dahin schmilzt? Sieht doof aus.

Als Generalsponsor des DFB setzt Mercedes-Benz auch auf einen vielversprechenden Slogan zur WM: Bereit wie nie. Und weil da nicht nur Erfolgshoffnung, sondern auch viel Vorfreude mit drin steckt, war man im Hause Daimler so freundlich, mich zum Spiel der Nationalelf gegen Chile einzuladen

Ich mag Länderspiele. Ausserhalb von Turnieren nicht gerade wegen ihrem sportlichen Wert, sondern einfach, weil das ganze Rundherum so schön absurde Züge annehmen kann. Gefühlt mehr Pop-Konzert als Sportveranstaltung. Umso schöner und zugleich interessanter, wenn man wie in meinem Fall Dank Mercedes-Benz noch den ein oder anderen Einblick bekommt, den man sonst nicht hat.

Beispielsweise gibt es vor den Spielen einen Mercedes-Benz Presseclub. Eine kleine Talkrunde für geladene Gäste mit diversen Fußballgrößen und nebenbei wohl mittlerweile ein kleines, inoffizielles Arbeitsamt für Bundesliga-Trainer ohne Job. Wie passend, wo man doch gerade im krisengebeutelten Stuttgart war. Einen neuen Trainer gab es noch nicht, für mich dafür umso lustiger, dass Fredi Bobic auch nach 20 Jahren immer noch über die Aussprache einiger Wörter von Giovanne Elber lachen muss.

Und noch schöner, dass sich Giovanne Elber für eine Hand voll Sportblogger Zeit nahm, um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Mit 13 war Giovanne Elber für mich das, was heute Cristiano Ronaldo für 13Jährige ist. Und jetzt kann ich sagen: Ja, Giovanne Elber ist wirklich so, wie man denkt und hofft, dass er es ist. Sehr interessant, auch mal seine Sicht der Dinge, auf die anstehende WM in Brasilien zu sehen. Er versteht die Kritik und Proteste, war aber überrascht, dass die Brasilianer so weit gingen. Ich zitiere: „Normalerweise gibt man den Brasilianern einen Circus und jedem ein Brötchen, dann sind alle froh.“ Ebenfalls findet er es unverständlich, dass gleich ganze zwölf Stadien gebaut wurden, teils wahnsinnig weite Wege dazwischen liegen und danach bei einigen kaum noch Verwendung dafür da sein wird. Und auch Herr Elber sieht Deutschland als größten Favoriten auf den WM-Titel. Und nicht nur er, sondern auch Zidane, Ronaldo und Figo hätten ihm genau das Gleiche während eines Benefizkicks erzählt. Na dann .. wenn Zizou das sagt? Die schönste Nachricht war für mich aber eine andere: Giovanne Elber wird gemeinsam mit Mehmet Scholl für die ARD in Brasilien unterwegs sein!

Einziger Minuspunkt: Er trug keine weißen Schuhe. Wo wir auch schon beim nächsten und wohl größten Vorzug dank Mercedes waren. Ich durfte vorm Spiel einen Blick in die heiligen Hallen der Spielerkabine werfen. Während der Zeugwart gerade seine knapp 100 Paar Schuhe verteilte, gab er zum Besten, dass höchstens 10% davon noch schwarz sind. Die von den Betreuern und Philipp Lahm. Ich würde gern ein Foto davon zeigen, darf ich aber nicht, sonst werde ich womöglich ins Bodenlose verklagt. Ausserdem will ich es mir, angesichts des Stürmerproblems in der Nationalelf, in der heißen Phase vor WM-Beginn nicht mit dem DFB verscherzen.

Immerhin durfte ich mit den Sportblog-Kollegen schonmal ein bisschen üben, wie sich das wohl anfühlen würde, als wir während der Probe für die Nationalhymnen von der Kabine durch die Katakomben auf den Platz ins Stadion liefen. An dieser Stelle sei gesagt: Ey Stuttgart, du hast ein sehr schönes Stadion, bitte bleib in Liga 1.

Das Spiel selbst war aus sportlicher Sicht wohl kein sonderlicher Leckerbissen. Aber mir ist das in der Vorbereitung eh lieber, als ein 7:0 wo alle über den Platz fliegen und sich jeder Pass von alleine spielt, bevor das böse Erwachen dann in der Endrunde kommt. Und wie gesagt, bin ich ja sowieso großer Fan des Rundherum. Es ist wirklich so, als wären die Spiele der Nationalmannschaft Pop-Konzerte. Mein mittlerweile viertes Spiel der Nationalelf und ich kann immer noch nicht so genau beschreiben, was das Publikum bei diesen Spielen nun ausmacht und von Ligaspielen unterscheidet. Vielleicht ist es ja, dieser besonders zugespitzte Eventcharakter.

Mein Lieblingsbeispiel dafür: Ich habe mitgezählt, es wurde ganze 11 Mal (ELF MAL!) versucht, eine Laola-Welle durch das Stadion schwappen zu lassen. Da beide Seiten nicht sonderlich glücklich mit dem Spielverlauf scheiterten 9 von 11 Versuchen und endeten damit jedes Mal in einem Pfeifkonzert. Neun Mal Pfiffe! Wie verwirrend muss das wohl für die Spieler gewesen sein? Überhaupt scheint das Pfeifen eine der grundlegenden Motive für den modernen Nationalelf-Allesfahrer zu sein. Wird scheinbar wirklich Zeit, dass Deutschland Weltmeister durch drei Fallrückzieher wird. Bereit wie nie.

Nach dem Spiel ging es noch zur Pressekonferenz von Joachim Löw. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits seit 17 Stunden wach, was der grundlegenden Stimmung nicht sonderlich zuträglich war. Man hat ja immer die Vorstellung, dass solche Pressekonferenz wahnsinnig voll, hektisch und kritisch sind. In diesem Falle voll – ja, hektisch – geht so, kritisch – nicht wirklich. Eine gemütliche Kaffeefahrtsstimmung im Kreise der Journalisten rund um die Nationalmannschaft. Wobei das sich mit näher rückender WM natürlich auch schleunigst ändern wird.

Was bleibt am Ende des Tages zu sagen? Ein überaus interessanter Fußballtag, der viele Einblicke hinter die Kulissen von so einem Event namens Nationalmannschaft bot. Vom kleinen Sportschaustudio bis zur Schuhsammlung des Zeugwarts. Ich bin gespannt was da noch kommen mag, da Mercedes-Benz in Zukunft enger mit Sportbloggern zusammen arbeiten möchte. Es darf jedenfalls niemals auffliegen, dass ich das eigentlich nur so halb bin. Wenn überhaupt. Also pssst.

Und apropos Daimler und Mercedes-Benz. Erstaunlich, wie gut das in Stuttgart alles mit dem Sport verknüpft ist. Gleich gegenüber vom Stadion steht das riesige Mercedes-Benz Museum. Am Tag nach dem Spiel blieb noch genügend Zeit für eine Führung durch den Ursprung der automobilen Welt zu nehmen.

Da freute sich natürlich der Rentner und Museumsfreund in mir. Ich liebe Museen! Man mag vielleicht denken, dass ein Museum einer solchen Marke ein eher langweiliges Hochglanzprodukt für Marketingzwecke ist. Aber nein, es war tatsächlich dann eins der schönsten und interessantesten Museen der Welt. Ganz ehrlich, das „Air, Sea & Space“ Museum in New York wird durch das Mercedes-Benz Museum arg in den Schatten gestellt. Eine schöne Mischung aus der Chronologie des Automobils und kleinen Extra-Ausstellungen. Vom ersten Auto der Welt bis zum Formel 1 Wagen gibt es alles. Würde man jeden Weg im Museum gehen, käme man auf eine Strecke von fünf Kilometern.

Die schönste Idee des Museums ist, alle Automobilfortschritte auch historisch und kulturell einzuordnen. Auf Tafeln an der Wand findet man Hinweise was während der jeweiligen Zeit gerade auf der Welt so passiert ist. Lieblingstafel dabei: E.T. läuft im Kino.

Ich sage das nicht, weil ich dank Mercedes-Benz zwei Tage lang eine Kuchen und Cola-Flatrate hatte, sondern weil es ein wirklich tolles und interessantes Museum ist. Selbst wenn man von Autos nur so wenig Ahnung hat, wie ich. Also wenn ihr euch mal in der Stuttgarter Gegend rumtreibt, werft unbedingt einen Blick in dieses riesige Betongebilde.

Zurück zum Sport. „Bereit wie nie“. Stimmt. Hoffen wir, dass es diesen Sommer endlich mal wieder bis zum Ziel reicht. Ich weiß jedenfalls schon mal, wer uns ins Finale schießen wird.


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