27. November 2012 | 18:05 Uhr


Seitdem ich Leute aus Norwegen kenne, hat sich mein Bild über dieses kleine Land sehr geschärft. Man mag es kaum glauben, aber Norwegen ist in der Fläche tatsächlich größer als Deutschland. (385.199km² vs 357.121km²) In diesem riesigen Königreich (!) wohnen allerdings nur knapp 5 Millionen Leute, was zur Folge hat, dass es im Durchschnitt gerade mal 13 Personen pro km² sind. Selbst in der USA, dem Land der unendlichen Freiheit sind es noch ganze 32 Einwohner pro km². Wenn man also ein sehr sehr sehr langes Stück Land an der Küste gern für sich haben möchte, scheint Norwegen eine ziemlich gute Wahl zu sein.

In meiner Vorstellung ist es dort einfach überall schön und der Videospieleheini in mir sagt, dass die Besiedlung wohl so eine Art Mischung aus Anno 1602 und Skyrim ist. (Wenn ich Artikel schreibe, verliere ich mich nebenbei meist in sinnlosen Recherchen und habe dabei soeben voller Freude entdeckt, dass man hier den kompletten Anno 1602 Soundtrack hören kann. Haha! Euer Volk wünscht ein Wirtshaus.) Ausserdem wohnen alle dort in gemütlichen, kleinen Hütten und tragen diverse geschmackvolle (!) Strickwaren. Und überhaupt gibt es dort auch die vielleicht beste Süßigkeit der Welt: “Bamse Mums”. Allein der Name schon! Meine Lieblingsstelle auf der Verpackung ist der kleine Hinweis unten links: “inkl. mums”

Das wirklich Tolle ist aber, dass ich ab und zu Kleinigkeiten und Bräuche mitbekomme, die voll und ganz für meine kitschig gemütliche Vorstellung von diesem Land (in dem ich leider noch nie zu Besuch war) sprechen. Aufgepasst. In Bergen gibt es ein großes Aquarium. Abgesehen von der unschönen Tatsache, dass da Tiere eingesperrt sind, ist es da wohl sehr schön und lehrreich. Eine der Attraktionen ist ein Teich mit Koi-Karpfen. Bis hierhin noch nicht allzu besonders, schließlich gibt es so etwas ja in jeder gut sortierten Großstadt mit Küstennähe.

Aaaaaber. Man kennt das, oftmals trennen sich kleine Kinder nur ungern von ihrem Geliebten Schnuller. Was macht man da in Bergen? Klare Sache: Die Schnuller werden von den Kindern zum Karpfenteich gebracht und rein geworfen. UND DIE KOIS BENUTZEN DIE SCHNULLER AUCH NOCH! Am Ende sind alle froh, das Kind, der Karpfen und die Eltern. Hach.

Achtung, Videobeweis: Kind mit Schnuller und die feierliche Übergabe an die Karpfen.

Mein Norwegisch kann sich langsam übrigens auch schon sehen lassen. Ich kann fast fließend bis 9 zählen und sagen, dass ich eine Pizza bin. Jeg er en Pizza!

PS: Wo wir gerade beim Thema sind – Am Wochenende habe ich den Film “Sons of Norway” gesehen, weiß aber nicht so recht ob ich ihn nun weiterempfehlen soll. Immer wenn ich dachte, es wird lustig ist etwas Schlimmes, verwirrendes passiert. Da wäre mir ein Film über die Schnullerkarpfen irgendwie lieber gewesen. Am besten eine Romantic Comedy.

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