7. Januar 2015 | 15:06 Uhr

© Elya / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Meine Güte, wird das langsam anstrengend mit der PEGIDA und ihren ganzen Ablegern. So nervig wie dieser Verein ist, so schön ist es aber auch zu sehen, wie viel Gegenwind er auf den Straßen bekommt. Dennoch tue ich mich irgendwie schwer mit der Pauschalisierung, die vor allem im Netz zu lesen ist. Das sind alles Nazis und die sind alle fürchterlich dumm! Gewiss sind da ein großer Anteil Nazis und ein noch größerer Anteil dummer Menschen dabei, aber wirklich alle? Seitens Befürwortern der PEGIDA kommt schnell das Argument, dass es doch schließlich nicht sein kann, dass zehntausende Menschen, die für etwas einstehen nicht alle dumme Nazis sein können.

Doch, kann schon sein. Ganz so drastisch würde ich es allerdings nicht sehen. Natürlich stehen sie da für etwas fremdenfeindliches, dummes ein, was man mit ein paar Argumenten komplett aushebeln kann, aber sind sie deshalb gleich alle dumme Nazis? Ich halte mich selbst nicht für dumm (was oftmals ein Zeichen von Dummheit ist, verdammt!) aber tue dennoch viel zu oft dumme, unüberlegte Sachen. Keine Sorge, ich sympathisiere in keinster weise mit PEGIDA und Konsorten, finde es aber auch nicht gut die Menschen, die sich dafür einsetzen als komplette Idioten abzustempeln. Damit macht man es sich dann doch etwas zu einfach und ich glaube, auf lange Sicht bewirkt das eher das Gegenteil, als den gewünschten Effekt der Besserung. Klar, kein Fuß breit der Fremdenfeindlichkeit, aber es ist gewiss nicht schlecht, auch mal zu hinterfragen, wieso Vereine wie die PEGIDA plötzlich so viel Zuspruch bekommen.

Im Kern mag es um Angst vor Islamisierung gehen, aber letztlich ist das ja nur ein willkommener Deckmantel, um angestauter Fremdenfeindlichkeit Luft zu machen. Während man es sich zwei Mal überlegt, ob man in der Öffentlichkeit direkt gegen Ausländer und Zuwanderer wettern sollte, fühlt es sich doch gleich viel gesellschaftlich akzeptierter an, sich gegen den Islam auszusprechen. Da werden Frauen wie Tiere behandelt und überhaupt gibt es da andauernd Attentate, man kennt das ja. Eben das ganz klassische, „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber …“.

Ein ähnliches Prinzip gibt es übrigens auch in Berlin unter reflektierten, gebildeten Menschen. Die sprechen sich zum Beispiel stark gegen Fremdenfeindlichkeit aus, lassen dann aber auch kaum eine Möglichkeit aus, um gegen diese fürchterlich nervigen Touristen zu wettern. Oder der Ur-Berliner an sich pocht auch jedes Jahr zur Weihnachtszeit nur allzu gern darauf, wie schön leer und angenehm die Straßen doch sind, wenn die ganzen Zugezogenen endlich Mal aus der Stadt sind. Das ist natürlich nicht so ernst zu nehmen, wie Fremdenfeindlichkeit getarnt als Islamhass und ein leicht hinkender Vergleich aber es funktioniert immerhin nach einem ähnlichen Prinzip.

Auch ich bin einer dieser zugezogenen Berliner (die sich sonst was einbilden, ey!) und fahre mehrmals im Jahr in meine Thüringer Heimat. Es sind meine Wurzeln irgendwo tief in der ostdeutschen Dörflichkeit, die mich PEGIDA-Anhänger nicht sofort alle als dumme Nazis abstempeln lassen. Fangen wir dafür mal etwas weiter hinten an. In meiner Jugend gab es in meine Heimatdorf die wahrscheinlich einzige Skater-Bahn Deutschlands, auf die schlecht leserlich „White Power“ geschrieben wurde. Das allgemeine Phänomen, dass die Ausländerfeindlichkeit antiproportional zur Anzahl der dort lebenden Ausländer war, gab es auch hier. Je kleiner das Dorf war, umso höher war der Anteil von Jugendlichen mit kurz geschorenen Haaren und olivgrünen Bomberjacken. Übertrieben gesagt, gehörten jugendliche Neonazis an der örtlichen Bushaltestelle genauso zum Ortsbild, wie das Ortseingangsschild. In meinem Dorf erfüllten sie sogar das Klischee, dass die einzigen Ausländer die sie kannten, die beiden Mitarbeiter eines Dönerladens waren, bei dem mehrmals in der Woche gegessen wurde.

Mittlerweile scheint das alles glücklicherweise sehr viel weniger geworden zu sein. Aber ich weiß noch wie überraschend ungewohnt es für mich war, als ich mit 18 Jahren nach Bielefeld zog und es dort nirgends offensichtlich erkennbare Neonazis gab. Wie schön! Weil es die einzige wirkliche Jugendbewegung in meinem Heimatdorf war, kam auch ich in sehr jungen Jahren damit in Berührung und bekam zum Beispiel mal eine Landser Kassette zugesteckt. In der dörflichen Idylle gab es nicht viel, was sich so sehr nach Rebellion anfühlte, wie die Kassette einer illegalen, hasserfüllten Band. Glücklicherweise war das absolut nichts für mich und mir wurde sehr schnell klar, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Inhalte von Rage Against The Machine sehr viel besser waren.

Letztlich waren die jungen und erschreckend gewaltbereiten Neonazis nur ein Ausdruck von Rebellion aber Fremdenfeindlichkeit an sich viel weiter verbreitet. Die Erfahrung in einer Gegend aufgewachsen zu sein, in der besagtes „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber …“ sehr normal ist, lässt mich etwas anders auf die ganze PEGIDA Bewegung blicken. Man muss einfach mal schauen, was viele Leute dazu bewegt unter diesem Deckmantel der Islamkritik gleich sonst was los zu werden. Ich denke, dass es (zumindest im Osten) im Wesentlichen eine Mischung aus Angst ist, die zu einer eh schon vorhandenen Opferrolle dazu kommt.

Zur Erklärung: In meinem Heimatdorf gibt es keine Ausländer. Früher gab es 5km entfernt mitten im Wald ein Asylantenheim. Pro Asyl schrieb später mal darüber, dass es ein Exempel statuieren sollte, wie die damalige Thüringer Regierung zur Asylpolitik steht. Wenn es sich schon nicht vermeiden lässt, Asylanten aufzunehmen, dann doch so, dass sie am liebsten gleich wieder gehen möchten. Der Gebäudekomplex stand wirklich komplett abgeschnitten von der Umgebung mitten im Wald, so dass man normalerweise gar nichts damit zu tun hatte. Meine Mutter arbeitete damals allerdings dort weshalb ich es als Kind besser kannte und mir aber natürlich nichts weiter dabei gedacht hatte. Wenn man vom Rest der Welt nichts kennt glaubt man eben, dass Asylantenheime ziemlich genau so aussehen. Erst Jahre später wurde mir bewusst, was dort eigentlich los war, als ich zufällig las, dass sich sogar Amnesty International gegen die Gepflogenheiten in diesem Heim einsetzte (was letztlich, glaube ich, auch der Grund für die Schließung war).

Der Gebäudekomplex stand wie gesagt wie eine Festung mitten im Wald. Rundherum Zäune und Stacheldraht und wenn man raus oder rein wollte, musste man durch eine Drehtür gehen und sich beim Wärter entsprechend an oder abmelden. Für alle Bewohner gab es eine Art Bewohnerausweis, mit dem man sich regelmäßig melden musste. In einem Brief an verschiedene Menschenrechtsorganisationen schrieben einige Flüchtlinge damals:

Wir, Flüchtlinge des Aufnahmeheims LGU „Neues Haus“ in 99889 Georgenthal senden auf diesem Weg einen Notruf aus totaler Hoffnungslosigkeit, psychologi-scher Abnutzung, die ihren Höhepunkt erreicht hat. Im Namen des Menschenrechts bitten wir um Hilfe dadurch, dass Sie uns einfach unangekündigt besuchen. Wir benutzen das Wort „unangekündigt“, weil bei einem angekündigten Besuch ein riesiger Wandel des Verhaltens der Behandlung stattfindet.
Noch einmal: Wir bitten um Hilfe als Menschen, Sie, Sie werden uns vielleicht erhören.

– Die Flüchtlinge des LGU „Neues Haus“ 99887 Georgenthal (ehem. „Tambach-Dietharz“)

(… )

„Wir sind isoliert, weg von der Welt“. Das ist das größte Problem.
Alle nachfolgenden Punkte sind im Zusammenhang zu sehen, die Auswirkungen auf unsere Psyche haben, weil wir hier oben so isoliert leben.
Wir sind hier willkürlichen Behandlungen ausgesetzt, die keiner erfährt, weil wir hier oben auf dem Berg weg- und eingesperrt worden sind, schlimmer als Gefangene. Wir sind aber keine Gefangenen und deshalb wissen wir nicht, warum man uns hier so behandelt.“

Ein Vorzeigebeispiel für schlechte Integration und ihre Folgen. In meinem Dorf wusste scheinbar niemand so wirklich von dieser Lage. Zumindest kam es mir als Kind so vor. Alles was man hörte war, dass es da oben wohl komische Zustände gäbe und die sich sonst wie aufführen würden. Ja Überraschung, dass sich Menschen wie komische Gefangene aufführen, wenn man sie wie komische Gefangene hält. Erschwerend hinzu kam, dass es unter Menschen ja generell Minimum 10% Idioten gibt, was natürlich auch bei Flüchtlingen der Fall ist. So gab es des öfteren berüchtigte „Rumänenbanden“, die nach der Geldausgabe verschwanden und dann nicht wirklich gesetzesgetreu waren. Einbruch, Autodiebstahl, Zerstörung etc. Es hat die allgemeinen Verbrechensstatistiken nicht wirklich angehoben, aber natürlich bleibt so etwas gerade im Dorf eher in den Köpfen der Leute hängen.

Das bitte im Hinterkopf behalten, wir machen einen kurzen Themensprung: Von den etwa 4000 Einwohner/innen in meinem Heimatdorf dürfte so gut wie keiner arbeitslos sein, da es mehrere große Fabriken gibt, die Arbeitgeber für das ganze Umland sind. Zur Wiedervereinigung wurden einige davon von Investoren aus dem Westen übernommen und kurz darauf beinahe gegen den Baum gefahren. Und wenn nicht dann, dann eben beinahe zur Wirtschaftskrise vor einigen Jahren. Alle haben es gerade so geschafft, sind aber verständlicher Weise nicht allzu gut auf die Geschäftspartner im Westen zu sprechen, da es hierbei wohl einfach zu viele Schwarze Schafe gab (und gibt). Generell ist das Ost/West Thema in meiner beschaulichen Thüringer Heimat auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sehr vorherrschend. Sei es nun bei den Menschen an sich, oder der latente West-Hass der gerne mal bei den Nachrichten im MDR mitschwingt. (Disclaimer: Ich schaue jetzt nicht allzu oft MDR, aber mir wurde schon mehrmals davon berichtet.)

Es gibt also diese grundlegende Opferrolle, in die viele hinein geraten sind. „Mit uns kann man’s ja machen“ und so weiter, was trauriger weise in den meisten Fällen auf entsprechenden Erfahrungen beruht. Aus der Ferne dürfte es für ein Mindestmaß an Verständnis reichen, wenn man sich einmal die blanken Zahlen anschaut. Nehmen wir zum Beispiel mal einen Maschinenbautechniker aus einer der Fabriken in meinem Heimatdorf. In Thüringen verdient er laut dieser Datenbank durchschnittlich rund 2200€. Ein paar Kilometer in Hessen gibt es für denselben Job schon 3000€ und noch etwas weiter in NRW 3200€. 1000€ mehr für den gleichen Job, die gleiche Zeit, den gleichen Aufwand. Was will man da als Argument gegen besagte „Mit uns kann man’s ja machen“ Opferrolle bringen?

Einige der Fabrikhallen gehören einem Arbeitgeber, der seit Jahren dafür bekannt ist, dass er die Gehälter weit unter die jetzige Mindestlohngrenze gedrückt hat. Letztlich sind die Leute abhängig von ihm und machen sein Spielchen von schnellstmöglicher Wachstum auf Kosten der Arbeitnehmer Spielchen mit. Seit einiger Zeit gelang ihm dabei ein weiterer Clou um die Gehälter weiterhin zu drücken. Der EU sei dank holte er zahlreiche rumänische Gastarbeiter, die für das Wohl ihrer Familien Zuhause die Billiglöhne dankend in Kauf nahmen. Wirklich viele sind es auch nicht, von dem was ich weiß, würde ich 10 – 20 schätzen. Was aber in einem Dorf so ganz ohne Ausländer natürlich sofort auffällt und seit Jahren entsprechend Gesprächsthema ist.

Denn addieren wir Mal kurz alles zusammen: Deine Jobsicherheit ist zwar halbwegs okay, aber ein paar Bundesländer weiter würdest du 1000€ mehr bekommen. Einfach so. Stattdessen werden Gastarbeiter in dein Dorf geholt, die teilweise Facharbeiter sind und zudem bereit sind, deinen Job für sehr viel weniger Geld zu machen. Du hast also legitime Angst um deinen Job und dann sind das auch noch Rumänen, von denen man sonst noch nie was gehört hat, ausser Anfang der 90er, als hier ein paar davon Autos geknackt haben und regelmäßig den Hobbyraum im Flüchtlingsheim zerlegt haben.

Wenn man dann noch eher zur BILD als zur taz greift, wird aus dieser Fremdenangst schnell Fremdenhass. Das hat mit dem Islam zwar erstmal nichts zu tun, aber die PEGIDA ist trotzdem ein super Ventil dafür. Ich möchte damit in keinster Weise Fremdenhass oder Ähnliches legitimieren, wollte damit aber nur erklären, dass ich glaube, dass zumindest in meiner Heimat sehr viele Menschen solchen Spinnern wie der PEGIDA oder AfD in die Arme laufen, nicht etwa weil sie von Grund auf Nazis sind, sondern weil sie schlichtweg Angst haben. genauer gesagt Angst vor etwas, was sie gar nicht kennen (können).

Wirft man solchen Menschen jetzt an den Kopf, dass sie dumme Nazis sind, dürfte das im Wesentlichen zwei Dinge zur Folge haben:
a) Sie denken „Stimmt, jetzt wo das so viele Leute sagen, fällt mir auf, dass es irgendwie ganz schön dumm ist, was ich hier mache.“ und gehen friedlich nach Hause.
b) Sie denken „Ja genau, als hättest du eine Ahnung von meiner Situation und Beweggründen, hier fühle ich mich wenigstens verstanden“ und verhärten ihren Standpunkt.

Option a dürfte dabei nicht wirklich erfolgsversprechend sein. Denke ich zumindest, aufgrund meiner Erfahrungen. Natürlich ist es gut und richtig klar und deutlich Stellung gegen solche schlimmen Bewegungen zu beziehen. Nur glaube ich auch, dass es oftmals mehr Verständnis und sogar Einfühlvermögen braucht. Es ist zu einfach, allen Menschen einen Stempel aufzudrücken und sie damit als dumm abzutun. Auf lange Sicht bringt das außerdem rein gar nichts. Genau zu diesem Thema gab es im gestrigen heute-journal ein sehr interessantes Gespräch mit Hans-Joachim Maaz, der sogar von den Gefahren einer Gesellschaftsspaltung spricht, wenn es einfach so weiter geht. Herr Maaz scheint da einen ähnlichen Standpunkt wie ich zu haben. Zu seinem Interview mit dem Deutschlandfunk heißt es:

Die Beweggründe der Pegida-Demonstranten in Ostdeutschland müssten verstanden und analysiert werden, sagte Hans-Joachim Maaz, Psychiater und Vorsitzender der Stiftung Beziehungskultur in Halle, im DLF. Eine Protestbewegung gegen Pegida, die lediglich „Wir gut, ihr schlecht“ transportieren würde, sei kein gutes Zeichen und führe zur weiteren Spaltung der Menschen in Deutschland.

Es sei ein großer Fehler zu glauben, es ginge den Pegida-Anhängern wirklich um das Thema gegen den Islam. Es sei viel mehr und viel differenzierter, ergänzte Maaz. Man müsse verstehen, dass man auch gemeinsam Probleme zu bewältigen hätte. Diese hätten sehr viel mehr mit Finanzkrise, Umweltproblemen und sozialen Konflikten zu tun. Das alles würde eine Rolle spielen und müsste sehr kritisch analysiert und verstanden werden.

Mit dem Thema Islamisierung gebe es viele Menschen, die denken würden, sie hätten einen Aufhänger, ein Thema, unter dem man sich versammeln kann. „Ich bin ganz sicher, das Thema ist ein Ersatzthema, es gibt tatsächlich eine reale Bedrohung, aber es ist ein Ersatzthema, in dem viele andere Themen verborgen sind.“ Das wäre die Aufgabe der politischen Analyse. In Ostdeutschland gebe es viele Enttäuschungen über die Wende und nicht erfüllten Hoffnungen.

Ich wünschte also, statt dem „wir gut, ihr schlecht“ gäbe es (wie bei allen anderen Problemen übrigens auch) häufiger eine ruhige, sachliche Herangehensweise die Fakten zeigt. Das kann zum Teil sehr einfach sein, wie diese schöne Übersicht von Radio Fritz:

Natürlich sind einige wirklich dumme Nazis dabei, denen eh nicht zu helfen ist und bei anderen wird der Dunning-Kruger-Effekt greifen, aber wenn auch nur ein Teil der Leute einen Aha-Moment bei diesen Fakten hat, ist dabei schon sehr viel mehr getan als mit„OMG IHR SEID SOLCHE NAZIS FAILFAILFAIL!!!!!111!11“. Wahrscheinlich würde ich auch viel eher so denken, wenn ich eben nicht meine Erfahrungen aus der Dorfheimat im Osten hätte. Denn dadurch weiß ich auch, dass Deutschland zu großen Teilen eben sehr viel näher an den Kommentarspalten bei der BILD ist, als bei der Kassenwarteschlange neben fair gehandelten Schokolade im Bio Markt die ich mir gleich hole, wenn ich diesen Text endlich fertig habe. Es wäre schön, wenn es so wäre, ist es aber nicht. Und damit muss man sich eben arrangieren und etwas tun, damit es. zumindest in kleinen Teilen, besser wird. Mit Pauschalisierung kommt man da nicht weit, da tut man eher der Gegenseite einen Gefallen und bewirkt das Gegenteil. Also: Ruhig bleiben, nachdenken und Beatles hören.

PS: Und während ich knapp drei Stunden an einem Text für mehr Verständnis und Offenheit schreibe, gab es in Paris einen blutigen Anschlag auf eine Satirezeitung, die seit Jahren bekannt für ihre Mohammed-Karikaturen ist. Ach Menschheit, was bist du manchmal scheiße.

14 Antworten zu “Sind das alles Nazis?”

  1. Jan sagt:

    Hm, ich lese dich sonst echt gern, aber das hier überzeugt mich nicht:
    Selbst wenn da „Nicht-Nazis“ oder „Nicht-Arschlöcher“ darunter sein sollten: Wer sich mit Arschlöchern gemein macht, ist entweder zu bequem oder zu dumm, sich von ihnen distanzieren zu können. Schließlich reden wir hier nicht von einem Mitläuferzwang, sondern einem allen Pegida-Ahängern gemeinsamen freiwilligen Wunsch, _zusammen_ auf die Straße zu gehen.
    Wer aber dennoch mit solchen Leuten gemeinsam auf der Straße rumbrüllt, findet es offenbar auch in Ordnung, sich nicht von ihnen zu unterscheiden. Das heißt, in dem Moment vertritt er/sie die Interessen der Arschlöcher mit, und es wird egal, ob man das ursprünglich nicht so heftig gemeint hatte als die. Wenn da eine Mehrheit das eigentlich harmloser meint, müsste sonst die Teilnehmerzahl abnehmen oder eine Mehrheit andere („bessere“) Parolen rufen.

    Du beschreibst sehr gut, welche deprimierenden, aber harmlosen äußeren Faktoren dazu führen können, dass man zu Überzeugungen kommt, die zu dieser Bewegung passen. Nur: das ist eine Erklärung, kann aber doch keine Rechtfertigung für eine solche innere Einstellung sein. Wenn du aufgrund der Erklärung Verständnis für die Pegida-Leute hast, gestehst du ihnen genau die Opferrolle zu, aus der heraus sie gegen andere Leute hetzen.

    Dass es Faktenchecks gibt find ich auch gut (die ja ironischerweise recht simpel ausfallen können wie die von Radio Fritz), und klar erreicht man zumindest die Leute noch damit, die sich „haben mitreißen lassen“.

    Aber von der Gegenseite zu fordern, dass man diesen kruden Haufen aus Verschwörungstheoretikern, Nazis, Deutschtümelnden, Fremdenhassern und Demokratieskeptikern („Systempresse!“) nun differenziert gegenübertreten sollte, find ich eine unglückliche These.

    Selbst wenn die Ursachen und Einflüsse an sich harmlos und nachvollziehbar sein konnten legitimierst du mit einem „Man kann die auch verstehen, wenn man weiß, woher das kommt“ das, was sie derzeit öffentlich zur Schau stellen und verharmlost deren Positionen, weil „die ja nicht alle so sind“.

  2. Herm sagt:

    Hm hm. Das es wie eine Legitmierung rüber kommt, wollte ich nun wirklich nicht und habe ich, so dachte ich zumindest, auch oft betont. Und ich sage ja auch, dass man klar Stellung beziehen sollte, nur bringt es eben nichts, die ganze Masse als dumme Nazis abzutun und weiter nichts zu machen, denn das bewirkt, glaube ich, einfach das Gegenteil. Nichtsdestotrotz sind da natürlich jede Menge Idioten dabei, denen man weiß Gott nicht helfen kann.

  3. Robert sagt:

    Hi,

    ein interessanter Kommentar, der PEGIDA weitgehend aus Blickrichtung der Fremdenfeindlichkeit bzw. Fremdenängste betrachtet.

    Ich frage mich auch, was so viele Menschen auf die Straßen Dresdens treibt. Alles Nazis? Das glaube ich auch nicht. Ich wage eine ergänzende These:

    Ich denke, dass sowohl die Bundesregierung mit ihrem Geplapper über mehr Verantwortung in der Welt und dem Tabubruch der Waffenlieferungen für einen Religionskrieg, als auch die zahlreichen Enthauptungsvideos im TV zur Stimmungsmache gegen ISIS, sowie die vom Fernsehbeirat im nachhinein als tendenziös gescholtene Berichterstattung über den Aufstand der „Guten“ auf dem Maidan in Teilen der Bevölkerung etwas gelöst haben, dessen wir uns zu beschreiben gerade sehr hart tun. Ein erneuter Anschlag wie der heutige in Paris als Zeichen blutiger religiöser Auseinandersetzungen tut da sein Übriges…

    Wenn sich heute eine CDU hinstellt – die für die Asylgesetzgebung der vergangenen Jahre maßgeblich Verantwortung trägt – und nun gegen Fremdenfeindlichkeit protestiert, dann wird das Lügengebilde offenbar. Da haben es die Nazis freilich derzeit leicht, ihre Ideologie unter die Massen zu bringen… traurig!

    Robert

  4. Johannes sagt:

    Generell stimme ich zu. Denn jeden aufgrund von Unwissen rechten Pegida-Dresdner als Nazi zu bezeichnen würde die „echten“ Nazis der NPD und der Kameradschaften doch etwas zu harmlos aussehen lassen.
    Weil ich das Wort im Kommentar aber bereits gelesen habe: Mir werden aktuell viel zu häufig die Begriffe „Verstehen“ und „Verständnis“ durcheinander geworfen. Wir müssen sehr wohl verstehen, was die Leute auf die Straße treibt. Nur so können wir Antworten finden und Dinge ändern. Wir dürfen aber kein Verständnis für diese Motive zeigen. Keine Landesvergangenheit, keine Arbeitslosigkeit rechtfertigt es, gegen die Schwächsten in der Gesellschaft zu hetzen. Deswegen muss den Pegida-Leuten immer gesagt werden: Ihr liegt falsch, falsch, falsch. Und nicht: Wir können das nachvollziehen, warum ihr so denkt.

  5. Tajo sagt:

    Danke für den Text – dass man die Ursachen für den Zulauf zu Pegida differenzierter sehen kann, stimmt schon. Dennoch erschreckend, dass so viele Menschen die Angst (die wohl jeder mal hat)über Toleranz, Austausch und Solidarität siegen lassen.

  6. Tande sagt:

    Ne, Jan, das versteh ich aber auch anders.
    Es ist meines Erachtens dringend nötig, endlich mal in einen Dialog zu treten und denjenigen, die sich in ihren Ängsten und in ihrem Empfinden, ungerecht behandelt zu werden, AfD oder PEGIDA zuwenden, aufzuzeigen, dass diejenigen, auf die sie grad verbal einkloppen, daran nicht Schuld sind und dass sie auch von der Mainstreampolitik wahrgenommen werden. Damit sie sich eben nicht den wirklich ekelhaften Randerscheinungen wie oben genannten anschließen und diese letztlich zum Mainstream dazugehören können. Ein „Du bist scheiße“ hat auch bei den meisten klugen Leuten, die ich kenne, noch in keiner Situation zu Einsicht geführt. Wenn also gar nicht versucht wird, den Ängsten und Hintergründen auf den Grund zu gehen und bei aller Abgrenzung auch ein wenig Verständnis (ich rede nicht von Akzeptanz oder Toleranz) entgegenzubringen, wird das eher in einem Desaster enden, wie auch Maaz das beschreibt.
    Ich glaub, von uns allen kann da gar nicht besonders viel kommen (außer Gegendemos), sondern muss auf politischer Ebene passieren. Und ich begrüße auch die Neujahrsansprache von Merkel diesbezüglich, nur sollten darauf auch Annäherungs- und Diskussionsversuche folgen, sonst sind diejenigen, die bislang noch CDU-Wähler waren und sich von der Politik übergangen fühlen, nun bei PEGIDA und der AfD und die schließlich stark im Bundestag (und verschiedenen Landtagen). Wer will denn sowas?!

  7. freval sagt:

    Mein Opa zum Beispiel, der war kein Nazi. Der ist bloß so in die Partei eingetreten, dann wars leichter für ihn, den Schneider, an Aufträge zur Produktion von SS-Uniformen zu kommen.

    Aber mal im Ernst: Wer auf eine Demo, die von Nazis organisiert wird, geht und dann auf der Kundgebung, auf der Nazis sprechen, zuhören, den kann man meinetwegen Nazis, Faschisten, Rechtsextreme oder Fremdenfeinde nennen. Weil es stimmt. Was da jeder einzelne denkt und abends mit Blümchen in sein Tagebuch schreibt, ist doch scheißegal; öffentlich tritt er rechts auf, sehr weit rechts, viel zu weit rechts.

    Die Motive dafür sind auch nicht so schematisch und angstgetrieben, wie Du das jetzt beschreibst, die gleiche Dynamik greift ja auch in Gegenden, die nicht in einer ewigen Opferrolle feststecken. (Grundsätzlich könnte man sich ja mal fragen, warum eigentlich immer so viel Kraft darauf verwendet wird, die Vielleichtnochnichtganz-Nazis zu verstehen als die Flüchtlinge.)

    Du tust aber geradewegs so, als wüssten die nicht, was sie reden, die Pegida-Anhänger – als würde es in politischen Auseinandersetzungen vernünftig zugehen. Die 15.000, die da in Dresden rumspringen, die interessieren mich nicht die Bohne, es geht um die, die zu Hause sitzen und vielleicht sympathisieren, die sich noch nicht ganz sicher sind, die sich noch nicht entschieden haben. Und es geht darüberhinaus um etwas ganz grundsätzliches: Pegida ist die falsche Wahl.

    Du schreibst: „Wirft man solchen Menschen jetzt an den Kopf, dass sie dumme Nazis sind, dürfte das im Wesentlichen zwei Dinge zur Folge haben:
    a) Sie denken “Stimmt, jetzt wo das so viele Leute sagen, fällt mir auf, dass es irgendwie ganz schön dumm ist, was ich hier mache.” und gehen friedlich nach Hause.
    b) Sie denken “Ja genau, als hättest du eine Ahnung von meiner Situation und Beweggründen, hier fühle ich mich wenigstens verstanden” und verhärten ihren Standpunkt.“

    Aber ich will gar nicht in deren Köpfe. Ich will sie nicht überzeugen. Wenn sie mit Nazis marschieren, sind es Nazis, die marschieren.

    Es gibt noch eine dritte Reaktion. Die Frage, die ich mir bei Sympathisanten erhoffe, ist: Bin ich bereit, gesellschaftlich gebrandmarkt zu werden für diese Einstellung, für die ich einstehe? Wenn ja, gut, dann ist das der politische Gegner der Zivilgesellschaft. Wenn nein, hör halt verdammt nochmal auf, da hinzugehen.

    Die Spaltung der Gesellschaft, von der Du sprichst, die ist bereits Alltag. Du klingst da ehrlich gesagt nicht groß anders als jeder süddeutsche Unions-Politiker: Oh, da rechts regt sich was! Da müssen wir dringend mal hinrücken, sonst spaltet sich da am Ende noch was ab. Mit dem Ergebnis, dass inzwischen die Mitte der Gesellschaft rechts ist.

    Die Frage ist doch, wen schließen wir aus: Die Leute, die Flüchtlinge, Einwanderer, Muslime ausschließen? Oder, wenn wir Verständnis für sie aufbringen, Flüchtlinge, Einwanderer und Muslime?

    Klar ist der Islam nicht das Thema. Deswegen muss man ja auch deutlich sagen: Wenn Du Dich Pegida-nah verhälst, fuck you. Mach das richtige Thema auf.

  8. Herm sagt:

    Stimmt schon, aber ich habe auch nicht umsonst gesagt, dass ich mich damit explizit auf einen Teil der Teilnehmer aus einer bestimmten Gegend wegen meiner Erfahrungen beziehe. Und danke für den Hinweis, dass ich wie ein Unionspolitiker aus Süddeutschland klinge, haha! Natürlich weiß ich doch auch, dass eine solche Spaltung schon längst im Gange ist und immer schlimmer wird. Nur habe ich halt auch nachgedacht wie man dem anders entgegenwirken könnte. Es war sozusagen ein Hirngespinst was ich einfach mal abtippen und loswerden wollte.

  9. Schotty sagt:

    Hmm,
    Dein Text regt zum nachdenken an und ich danke dir, dass du aus deiner Erfahrung mal ein bisschen Licht in mögliche Ursachen bringst. Da ich auch von einem kleinen Dorf – weit im Westen – komme, kann ich das sogar sehr gut nachvollziehen.

    Aber: So sehr ich dank dir mögliche Hintergründe verstehe, so sehr fällt es mir doch schwer zu sagen „Nein, stimmt, sind ja keine dummen Nazis“. Worin unterscheidet sich denn der dumme Nazi von dem „normalen“ Thüringer Opfer-Wutbürger für dich? Also wo würdest du da die Grenze zwischen „Dumm“ und „Nazi“ und „schlecht informiert“ und „Angst-Wut-Bürger“ ziehen?

    Ich habe mir neulich die Mühe gemacht, die Interviewserie von ARD Panorama anzusehen und besonders bei den jüngeren, wie-ich aussehenden Demonstranten wurde mir ganz übel. Die sagen alle „Ich bin kein Nazi“ und nach dem „Aber…“ kommt genau das, was einen Nazi für mich ausmacht. Menschen wegen Ihrer Religion als minderwertig anzusehen oder sich selbst wegen der Herkunft für überlegen zu halten ist für mich Nazitum.

    Und was Dummheit betrifft: nahezu alle Interviewten werfen mit Behauptungen um sich, die sie mal irgendwo aufgeschnappt haben und machen sich nicht die Mühe, eine solche Faktenliste zu studieren („Im Westen sind es schon 70% Moslems“, „Die Moslems sieht man ja in der Ubahn, wo sie Biertrinken(!) und pöbeln“). Und mal zurück zu dem Dorf, in dem ich aufwuchs: jeder meiner Schulfreunde, der nicht bereit ist, für bessere Bezahlung ein Bundesland weiter zu ziehen oder sich mal nach der Arbeit fortzubilden, dann aber Wut auf den junger Tunesier hat, der Arabisch und Französisch beherrscht, abends Deutschkurse nimmt und gerne auch mal an christlichen Feiertagen in die Spätschicht einspringt, ist einfach „dumm“.

    Ich bin da eher bei Forrest Gump: „Dumm ist der, der dummes tut“ – Und mit dieser Pegida-Bewegung mitzulaufen ist für mich dumm.

  10. Herm sagt:

    Da gebe ich dir auch Recht, jeder der sich diesem Verein anschließt, ist dumm. Ich wollte nur einmal aufschreiben, wie ich das eben aus meiner Gegend kenne, um zu beleuchten, wieso es überhaupt zu solchen Menschenaufläufen kommen kann und wie man ihnen, zumindest teilweise dann entgegnen kann, damit es hoffentlich irgendwie mal besser wird.

  11. Schotty sagt:

    Ja danke, die Analyse hat mir auch sehr gut gefallen. Ich mag auch, dass du einen Ansatz versuchst, dem zu entgegnen. Mir fällt es aber unendlich schwer, da was anderes zu sagen als: „Wer sowas sagt wie du ist ein Nazi“.

    Auf jeden Fall möchte ich dir sagen, dass dein geschilderter Angstbürger-Lebenslauf nicht auf Thüringen begrenzt ist. Das gibt es genauso hier im Westen auf dem Dorf, auch in unserem Alter. Lediglich mit einer kleinen Abwandlung: „Seit der Wende kommt hier nix mehr an. Arbeitgeber X baut jetzt ein neues Lager in Thüringen, weil die da 1000 Euro weniger verlangen und die Infrastruktur besser ist als hier.“

  12. Jan sagt:

    @Tande: Wenn jemand öffentlich hetzendes, intolerantes oder gar eindeutig rechtes Gedankengut äußert, dann _ist_ das ein Äußern von hetzendem, intolerantem bzw. Nazi-Gedankengut. Da halte ich eine Reaktion wie „Ja, lasst ihn doch mal erklären, was er eigentlich meint, denn es stecken dahinter doch ganz andere Ängste und er fühlt sich unverstanden“ für unrealistisch und unangemessen.
    Der allererste Schritt, um nicht als Nazi wahrgenommen zu werden, ist, sich nicht wie ein Nazi zu äußern. Falls doch, ist es albern, beleidigt zu sein, weil jemand anderes einen als Nazi wahrnimmt.

    @Herm: Ich glaube, mein Unbehagen lässt sich am besten mit Johannes‘ Kommentar (4.) zu Verstehen/Verständnis erklären: Das Bemühen, die ursprünglichen Faktoren, die zu solchen Ansichten führen, zu verstehen, kann ich gut nachvollziehen – aber es rutscht sehr leicht und schnell in ein vermeintliches Verständnis und damit in eine Legitimierung für die Opferrolle von Pegida.
    Deren öffentlich geäußerten Positionen sind so hetzend/wirr/radikal, dass es bei mir nicht mehr dafür reicht zu sagen „So, jetzt möchte ich herausfinden, ob da nicht vielleicht etwas Harmloseres/berechtigte Gefühle dahinterstecken.“

  13. Tande sagt:

    @Jan
    Ich glaube auch, dass bei allen, die laut rumschreien und vor allem bei den Initiatoren (die Ulfkotte als Sprecher einladen!!) Hopfen und Malz verloren sind und ich will mir ganz sicher ihre Naziparolen nicht als „Begründung“ für irgendwas anhören. Aber die stillen Mitläufer, die leider zu unreflektiert und an vielen Stellen, fürchte ich, auch zu ungebildet sind, die kann man vielleicht wieder auf die Spur bringen. Wenn man es versucht.
    Erklären, was sie meinen, können sie in den meisten Fällen sicher nicht einmal, selbst wenn man ihnen die Möglichkeit gäbe (siehe auch den Panoramabeitrag), vielleicht liegt darin die Chance: Man kann ihnen Erklärungsansätze für ihre Ängste und Unzufriedenheit liefern, die abseits der einfachen Sündenbocksuche und dämlichen Naziparolen liegen. Vielleicht ist das aber auch zu philanthropisch gedacht. Keine Ahnung.

  14. Tom sagt:

    Ich finde den Blickwinkel des aus der Provinz kommenden Jetztberliners sehr interessant und denke, dass ich dadurch ein etwas besseres Bild von den Nicht-Nazi-aber-trotzdem-Pegida-Unterstützern bekommen habe.
    Aber zu deiner Wortwahl fällt mir noch dieser Artikel ein:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/sprache-im-migrationsdiskurs-warum-asylant-ein-killwort-ist-1.2262201

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