
Ich kann mir bis heute nicht erklären, was da alles vorgefallen sein muss, als Raúl González Blanco seine Tinte unter einen Vertrag für Schalke 04 setzte. Ich habe mir darüber erstaunlicherweise oft Gedanken gemacht.

Manchmal bekomme ich einen Rappel, dass ich unbedingt in einen Plattenladen gehen möchte. Bis auf wenige Ausnahmen finde und höre ich Musik digital, aber ich habe es dennoch im Kopf, einige Exemplare davon besitzen zu wollen. Haptisches Erlebnis und so.
CDs fetzen da nicht mehr so richtig, deshalb habe ich vor einiger Zeit damit angefangen, mir Vinyl-LPs ausgewählter Alben zu kaufen. Die sehen auch viel schöner aus und fühlt sich auch mehr nach Musikgeschichte an. Außerdem ist es ein wunderbares Gefühl, nach ein wenig Stöberei am Morgen mit einer neuen Platte unterm Arm hinaus in die Sonne zu stapfen.
Es ist furchtbar unbefriedigend, wenn man nach der Stöberei nichts Neues findet und da wird eben ganz einfach auf Klassiker zurück gegriffen. So geschehen heute Morgen:

Und wo wir einmal dabei sind: Am Samstag (21.4.) ist Record Store Day!
Mit der neuen Platte im Gepäck und in voller Metallistimmung las ich bei der Visions vom Film “Mission To Lars”. Inhaltlich geht es kurz erklärt darum, dass der Protagonist unbedingt Lars Ulrich, Schlagzeuger von Metallica, treffen möchte.
Erster Gedanke: Wer um alles in der Welt will Lars Ulrich treffen?
Zweiter Gedanke: Vor einiger Zeit habe ich “My Date With Drew” gesehen. Eine Dokumentation darüber, wie ein Fan alles Mögliche versucht, um ein Date mit Drew Barrymore zu bekommen. Womöglich werden diese Filme ja jetzt Mode? Mit der Technik die man mittlerweile im Supermarkt bekommt, kann man rein technisch mehr als okaye Filme machen und von der Story taugt das doch was. Wenn man alles dafür tut, um jemanden unbedingt zu treffen, gibt es hohe Hochs und tiefe Tiefs und am Ende wird der oder diejenige dann getroffen. Und falls es nicht klappt, gibt es trotzdem ein Happy End, weil man auf der Odyssee dahin ja total viel gelernt hat.Und jetzt ein Fan Film über jemanden, der Lars Ulrich treffen will? Nee, muss nicht sein.
Dann habe ich den Trailer zum Film angeschaut, beide vorherigen Gedanken verworfen und Minuten danach noch Gänsehaut gehabt:
Es ist gar nicht so ein halb abgedrehter Fanfilm – es ist eine scheinbar ganz wunderbare Familiengeschichte.
Lars Ulrich is a heavy metal God with his own jumbo jet. Tom Spicer lives in a care home in Devon and has Fragile X Syndrome. Tom has a dream, to meet his hero, to meet Lars. His siblings promise to make it happen, with hopes of good times and bonding. But what starts out a dream soon becomes a nightmare as Tom’s disabilities, a dysfunctional family, and heavy metal’s labyrinthine backstage world thwart the mission at every turn. But as they get closer to Lars, Tom the man starts to shine.
Ich glaube, das wird toll und sehr bewegend.
» missiontolars.com
» facebook.com/MissionToLars


Das da auf dem Foto bin ich an Weihnachten im Jahre 1991. Einer der bemerkenswertesten und großartigsten Tage meines Lebens, denn ich bekam mein Sega Master System II. Meine erste eigene Spielkonsole! Meine Eltern hatten sie meinem Onkel abgekauft, nachdem ich das ganze Jahr über den Platz vor seinem Fernseher nur noch selten bis gar nicht verlassen wollte. ICH MUSSTE DOCH ALEX KIDD SPIELEN!
Ich saß einfach vorm Fernseher, konnte das kleine Pixelmännchen umher springen lassen und am Ende jedes Levels verschlang er glücklich einen Hamburger. Wenn man oben den Geist raus lässt, hat man unten ein Leben drin. Noch heute könnte ich womöglich jedes einzelne Level im Schlaf aufsagen. (Und die Ärgernis einiger Stellen des Spiels nachempfinden.)
Das klingt vielleicht komisch, aber diese Spielkonsole und die bis heute bestehende, damit verbundene Begeisterung ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Wenn ich in meinen Schrank schaue und das alte Sega Master System da stehen sehe, kommen mir tausend Erinnerungen in den Sinn. Eben so, als würde man einen alten Bekannten wiedertreffen. Der Illustrator Zac Gorman hat das, was ich damit meine, in einem Bild sehr gut auf den Punkt gebracht:

Das Mädchen in der Nachbarschaft hatte ein NES und wir spielten gemeinsam Super Mario Bros. / Fussball / Motorradrennen bis zum Umfallen. Ich war fast immer Luigi und sie kannte die ganzen geheimen Tricks. Wie im richtigen Leben auch.
Wenige Jahre später hatte mein bester Freund aus der Nachbarschaft dann auch einen Super Nintendo. Ich weiss noch, wie ich davor saß und allein schon wegen der vielen Farben regelmäßig auf und ab gesprungen bin. Wir spielten hauptsächlich The Legend of Zelda, das Spiel zu Alien 3 und lauter Game Boy Spiele die man über eine Extramodul auch in die Super Nintendo Konsole stecken konnte. Eine lustiger Gedanke, wenn man sich das heute so vorstellt – Spiele mit einer Auflösung von 160 × 144 Pixeln auf einem Fernseher.
Wieder ein paar Jahre später kam der Nintendo64 dazu. Woah! Bis dato besaß ich in Sachen Spielkonsolen immer noch nur mein veraltetes Sega Master System und einen Möchtegern Game Boy vom Quelle Versand, auf dem man 281728 verschiedene Varianten Tetris spielen konnte.

Während mein Freund aus der Nachbarschaft für 2 Wochen im Urlaub war, lieh er mir seinen Nintendo64 zusammen mit den Spielen Super Mario 64 und Legend of Zelda – Ocarina of Time. Ich war mir in diesen 2 Wochen ziemlich sicher, dass mir in meinem Dasein als Videospielliebhaber nie wieder etwas besseres passieren würde.
Glücklicherweise war das dann doch so, allerdings ist für mich Legend of Zelda – Ocarina of Time mein liebstes Videospiel überhaupt und wohl auch das bisher beste der Videospielgeschichte.
Ein großer Vorteil der Spiele der Zelda Reihe war übrigens, dass sie meiner Mischung aus Stubenhocker und “WOAAAHH ICH WILL DEN GANZEN TAG DRAUSSEN SPIELEN”-Kid doch äußerst entgegen kamen. Was ich damit meine … Links: Ein Ausschnitt einer Karte, welche zeigt, wo Link (Held des Spiels) her kommt und alles und jeden rettet. Rechts: Das Dorf aus dem ich komme bei Google Maps.

Na? Na? Na? Seitdem mir diese Parallele aufgefallen ist, warte ich darauf die Welt zu retten.
Seitdem ich endlich alt genug bin, um meine Eltern nicht mehr vor diversen Geschenkmöglichkeit (erfolglos) anzuflehen bin ich im Besitz so ziemlich jeder größeren Spielkonsole oder habe wenigstens mal darauf gespielt. Ich bin kein Superdupergamer und kenne mich in allem voll superduper aus, aber besorge mir regelmäßig neue Spiele für Playstation, DS, Xbox und Konsorten.
Diese Begeisterung seit Weihnachten 1991 habe ich immer noch in mir drin und da wird sie wohl auch bleiben. Ich bin sehr froh die Entwicklung von Videospielen von den pixeligen Kinderbeinen an miterleben zu können und halte sie für die bestmögliche Erzählform einer guten Geschichte.
Und weil das so ist, trage ich seit kurzem bis zum Ende meines Lebens ein Triforce unter der Haut.

(*Original Colt Seavers Autofahrerhaltung mit Colt Seavers Farbeffekt!)

Ein klein wenig stolz bin ich schon. Seit etwas mehr als 2 Wochen fahre ich jetzt meinen Nissan Leaf geradezu lautlos durch Berlins Straßen und habe endlich meine erste “Wir kaufen ihr Auto! WEIL WIR ALLE GEBRAUCHTWAGEN KAUFEN!” Visitenkarte im Fensterschlitz stecken. Ich mag den Optimismus des Händlers, der mir die Karte da reingesteckt hat. Schließlich muss man das erstmal bringen, so etwas an ein Auto zu stecken, auf dem groß und breit für dessen aktuelle Markteinführung und Position als Weltneuheit geworben wird. Andererseits habe ich einen 200€ Gutschein bekommen und er würde das Auto laut Werbung wie gesehen ohne große Überprüfung kaufen. Für circa 300€. Ach kommt schon, Nissan.

Huiuiui. So viel Feierei. Geburtstag haben ist so etwas tolles. Alle Leute fallen einem um den Hals und sagen schöne Sachen. Und man bekommt auch noch Sachen geschenkt!
Ich hätte gern mehrmals im Jahr Geburtstag. Andererseits würde das ja die Besonderheit dieses Tages schmälern. Meine beste Idee bisher dazu ist, mehrere Persönlichkeiten anzunehmen. Ich lebe das Jahr über Abschnittsweise in 4 verschiedenen Ländern, baue mir 4 verschiedene Freundeskreise auf und habe an 4 verschiedenen Tagen Geburtstag. Voll gut, oder?
Allerdings bin ich auch bestens mit meinen derzeitigen Freundeskreis zufrieden. Was für perfekte Geburtstagsfeiertage ich hatte. Wenn man Geburtstag hat, sieht ein Frühstück nämlich zum Beispiel so aus:

Aufgrund verschiedener Begebenheiten, habe ich meinen Geburtstag in Bielefeld verbracht und gefeiert. (Vielleicht ja ein erster Schritt in die Richtung des Mehrfach-Geburtstag-Jahres) Ich habe da lange gewohnt, viele tolle Menschen kennen gelernt und – Achtung Schicksal – Mein erster Kassettenrekorder, auf dem ich “Panki aus Pankanien” und eine Kassette einer Bruce Springsteen Live Radioaufnahme bis zum umfallen gehört habe, stammt auch aus Bielefeld. Erster Westbesuch, erstes Westgeld, erster Kassettenrekorder … Boom!
Ich mag Bielefeld ja. Es ist besser als sein Ruf und wenn man nicht mehr dort wohnt sieht man ja eh nur noch alles mit Nostalgie. letztlich kommt es ja auf die Menschen an, die man in einer Stadt kennen lernt und für sich hat. Bielefeld ist da ein bisschen wie ein alter Game Boy. Grau, ein bisschen klotzig und nur zweifarbig, macht aber alles nichts, weil man super Spiele dafür hat. Ja, ich bin ein bisschen stolz auf diesen Vergleich.
Ich hab mich auch komplett in die Nostalgie Welle geworfen und war in der Mensa essen. Also wir waren da essen. Zu zehnt! Wie früher™! Und mit der nötigen Portion Nostalgie ist sogar eine Mensa super toll und man freut sich über die gefängnismäßige Universität.
Mein persönliches Geburtstagshighlight war eine Geburtstagsfeierei am Abend mit integrierter Turboostaat Live-Einlage. Hach. Im folgenden Video kann man sehen wie das aussah, nur der Ton … nun ja, der ist super super High Definition und man braucht einen extra Stecker, um den vernünftig zu hören. Hat man den Spezialstecker nicht, klingt der Ton jetzt nicht ganz so gut. Ähm ja.
Ach Turbostaat.
Nach etwas mehr als 2 Stunden Schlaf sollte es am nächsten Morgen per Mitfahrgelegenheit zurück nach Berlin gehen. Ich hasse Mitfahrgelegenheiten. Aber wenn man zu dritt mitfährt hat das ja was und alles ist toll. Ausser die blöde Mitfahrgelegenheit kommt nicht. Deniz ey, was soll der scheiß? Dafür saßen wir dann 2 Stunden lang auf einem Netto Parkplatz am Ortsausgang Bielefeld. Irgendwann hat sogar ein Hund an den Einkaufswagen gejault. Das Ende der Welt.
Nach 2 Stunden voller Versuche, einen Ersatz zu finden, mussten wir letztlich doch mit der Bahn zum Preis einer majestätischen Einhornkutsche fahren. Somit hat meine norwegische Kollegin den Mitfahrgelegenheit-Deniz vollkommen zu Recht unter “Arsch” im Handy eingespeichert. Eigentlich recht praktisch. Kann man alle paar Wochen in der Nacht mal anrufen und so.
Aber gemeinsames Zugfahren ist ja auch toll. Eine neue Erfindung meinerseits, die ich als Gesellschaftsspiel empfehlen kann: “Der Preis Ist Heiss“ mit der Bordbistro Karte. Aber vorsicht – nicht überbieten!
Angekommen in Berlin direkt zum nächsten Geburtstagshighlight: Die WWE hat mich eingeladen! (Weshalb das hier ein klitzekleines bisschen Komherz ist, aber nur ein kleines bisschen.)
Was für eine großartige Form der Unterhaltung Wrestling doch ist. Ich wünschte, mein 13jähriges Ich hätte mich da am Ring sitzen sehen, während sie alle durch die Luft fliegen. Das beste Tag Team der Welt, live und direkt!

Hach. Was für unterhaltsame Tage. Deshalb an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die zahlreichen Grüße, Glückwünsche, High Fives und Wasnichtalles!

Ach, Ostern. Schön ist das, so ein verlängertes Wochenende. Lange Zeit dachte ich, diese Osterfeiertage wären einzig und allein wegen dem Fernsehprogramm eingerichtet worden. Aber stimmt ja gar nicht, Jesus und so. Gefundenes Fressen für Leute, die sich auch an ihren freien Tagen liebend gern in unnötige Diskussionen stürzen. JA JA MIT RELIGION NICHTS AM HUT HABEN, ABER HIER OSTERN FEIERN!!!
Also Erstens: Sorry, aber ich kann ja nicht anders, wenn der Staat mich dazu zwingt, meiner Arbeit nicht nachzugehen. Das Syste-hem! Und Zweitens: ich mag das ja. Ich bin auch ein großer Fan von Weihnachten ohne auch nur ein Staubkorn Christentum in mir. Letztlich kommt es doch drauf an, wie man das selbst für sich feiert und auslegt. Wenn die ganze Familie (bis zum Punkt des Streitens) zusammen kommt und es Geschenke gibt, ist das doch an sich ne super Sache. Auch ohne Gruß aus Betlehem.
Und das ist ja keine Seltenheit. Es ist ja eigentlich schon die Regel, das Feiertage fast gar nichts mehr mit ihrem Ursprung zu tun haben. Macht ja wie gesagt auch nichts, aber könnte man da nicht vielleicht über ein paar Reformationen nachdenken? Sprich Feiertage etwas zeitgemäßer zu machen?
Neujahr –> Naja
Endlich mal ein Tag im Jahr, wo man nicht dem gesellschaftlichen Druck unterliegt, stets klare Entscheidungen zu treffen. Es ist okay, sich nicht sofort festlegen zu können und alles auf den Tag genau zu planen.
Allerheiligen —> Allebeleidigen
Man sagt viel zu oft Danke am Tag. Also eigentlich ist das ja total nett, aber auch total blöd. Die Kassiererin im Supermarkt meint das gar nicht ernst, der ist es egal ob man nun noch einen schönen Tag hat oder nicht. Also braucht man sich doch auch nicht dafür zu bedanken. Einmal im Jahr ist es genug der geheuchelten Höflichkeitsformen und alles darf ins Gegenteil kippen.
Heilige Drei Könige
Der Name bleibt gleich, nur der Inhalt ändert sich. Die Heiligen Drei Könige sind Weltmeisterschaft, Europameisterschaft und Bundesliga. Ein Tag der einzig und allein der Magie des Fußballs gewidmet ist.
Reformationstag —> Defragmentionstag
Endlich ein Feiertag, der genügend Zeit bietet um diverse Festplatten zu defragmentieren, Software-Updates zu machen und Ordnerstrukturen zu verbessern. Man kommt ja sonst zu nichts.
Buß- und Bettag —> Kuss- und Betttag
Den ganzen Tag lang nur im Bett liegen und rumknutschen. Unterstützt von Vater Staat. Einer dieser Feiertage von dem dann alle sagen sollen: “Ja das feier’ ich nicht besonders, das sollte man ja schließlich das ganze Jahr über machen.” Also so wie Muttertag quasi, würde ich in diesem Zusammenhang aber nicht nennen, da es doch ein bisschen verstörend wäre.
Weihnachten –> Freimachen
Im Prinzip bleibt alles beim Alten, nur werden die Feiertage verlängert so das man zwischen Weihnachten und Neujahr nicht extra Urlaub nehmen muss. Zudem wird eine allgemeine Lichterkettenpflicht eingeführt. ÜBERALL LICHTERKETTEN! Ausserdem darf kein Scheiß mehr verschenkt werden.
Aschermittwoch –> Ushermittwoch
Gedenktag derer, die vorher gar keinen Musikgeschmack hatten und dann in der Druckwelle des RnB vollends untergingen.
Gründonnerstag
Bleibt vom Namen her gleich, ändert sich aber inhaltlich insofern, dass es nun ein Feiertag von Kermit dem Frosch und seinem Macher Jim Henson gilt.
Karfreitag –> Zwarfreitag
Ein Feiertag für das Phänomen, dass Freitag zwar FREItag heisst, aber so gut wie nie frei ist. An diesem Tag soll das anders sein.
Ostersonntag –> Toastersonntag
Die Familie findet sich um den Toaster zusammen und huldigt an diesem Tag diesem wunderbaren gerät.Käsetoast auf Tellern mit Goldrand.
Pfingstsonntag –> Dingssonntag
Ein Tag an dem man traditionell nach Dingen sucht, die man eigentlich mal hatte, aber irgendwie nicht mehr wieder finden konnte. Der traditionsreiche Schmuck am Dingswochenende besteht hauptsächlich aus alten Game Boy Spielen, Haarspangen mit bunten Mustern, Fahrradlampen, Hörspielkassetten und super wertvollen Überraschungseifiguren (von deren Wert aber niemand weiss).

Keine Ahnung, wie ich da reingeraten bin und was da möglicherweise alles vorgefallen ist.

