17. März 2014 | 15:46 Uhr

 Ich mag es, wenn plötzlich Dinge passieren, durch die Wissenschaft und Popkultur sich kurz die Hand geben. Im Mai vergangenen Jahres wurden im Eis von Sibirien die Überreste eines Mammuts gefunden. Wobei Überreste untertrieben ist, denn das ca. 43.000 Jahre alte Tier war laut Wissenschaftlern in etwa so gut erhalten, wie ein menschlicher Körper, der für 6 Monate unter der Erde gelegen hat.

Die Besonderheit daran ist wiederum, dass noch Blut in einigen Zellen erhalten war. Das gibt zum einen die Möglichkeit eine kleine Zeitreise zum Leben und Sterben des, zum Todeszeitpunkt etwa 60 Jahre alten, Tiers zu machen. Zum Anderen erscheint damit erstmals die Möglichkeit des Klonens am weit entfernten, wissenschaftlichen Horizont.

Wenn es möglich ist, auch nur eine einzige Lebende Zelle aus dem Blut zu bekommen, könnte man die mit beispielsweise Hilfe eines indischen Elefanten (dem nächsten Verwandten) kreuzen und zack, schon haben wir einen Mammut-Nachfahren auf der Erde.

The scientists are optimistic that they’ll be able to find high quality DNA from the mammoth, and perhaps even living cells. They now say there’s a “high chance” that data would allow them to clone the mammoth.

Ich bin gespannt was da in nächster Zeit noch so passieren mag und sehe Jeff Goldblum schon im Hubschrauber sitzen.
(via)

16. März 2014 | 20:41 Uhr


Nach meinem Ausflug zu Mercedes-Benz und meiner damit neu entdeckten Vorliebe für schnelle Autos, überkam mich die Lust, endlich mal wieder ein gutes Rennspiel zu spielen. Also so richtig durchspielen, nicht nur so ein kurzer Gang mit Heißhunger zur Videothek. Ich entschied mich für “Need For Speed – The Run”. Bei der NFS Reihe bekommt man ja eigentlich immer was Gutes und ich mochte Idee eines etappenweisen Rennens durch die USA.

Große Teile meiner Pubertät habe ich investiert, um jeden noch so kleinen Winkel diverser Rennspiele frei zu spielen. Womöglich könnte ich das sogar in meinen Lebenslauf schreiben. Allerdings verlieren Rennspiele erstaunlich an Reiz, wenn man erstmal einen Führerschein hat. Wie auch immer. Jahre später, also jetzt, fiel mir bei kurzen Ausflügen auf die Piste auf, dass es erstaunlich viele Extras gibt, die vom eigentlichen Spielerlebnis ablenken. Beim letzten “Dirt” Teil den ich zum Beispiel ein bisschen angespielt habe, wird man andauernd gefragt, ob man das letzte Rennen nicht auf YouTube laden möchte. Neinichwilleinfachnurspielen! Bist du dir sicher, dass du dein letztes Rennen nicht deinen Freunden auf YouTube zeigen möchtest? Ichhabekeinefreundeaufyoutube!!

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13. März 2014 | 23:29 Uhr


2011 gab es zur gab es zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Berlin eine riesiges Werbeplakat über eine komplette Hauswand. Darauf abgebildet war die Stürmerin Fatmire Bajramaj mit dem Spruch “Ich habe ein Date am 17. Juli”. (Wenn ich mich recht entsinne) Zur Erklärung: Der 17. Juli war der Tag des Finals und die deutsche Frauennationalmannschaft spielte seit Monaten und Jahren so übermächtig, dass man fest davon ausging, dass es den WM-Titel im eigenen Land geben würde. Ende vom Lied war, dass Deutschland mehr als überraschend im Viertelfinale ausschied und Bajramaj bis dahin mehr Zeit auf der Bank als auf dem Platz verbracht hatte. Das Plakat sah bis zum Ende der WM dementsprechend blöd aus.

In mir kommt langsam ein Gefühl auf, dass es bei der anstehenden WM der Fußballherren in Brasilien ein ähnliches Bild geben könnte. Ich gehöre ja auch zu den Leuten, die der Ansicht sind, dass wenn man mit so einem Kader nicht Weltmeister werden kann, wie dann? Aber was, wenn doch nicht? Was, wenn der Top-Favorit in der brasilianischen Sonne viel zu früh dahin schmilzt? Sieht doof aus.
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9. März 2014 | 22:21 Uhr


Während ich bei The Grand Budapest Hotel im Kino saß, habe ich mich mehrmals dabei erwischt, dass ich den Film von seiner Geschichte her an sich nicht sonderlich spannend fand, dennoch die ganze Zeit wissen wollte, wie es weiter geht. Ganz einfach weil man von einer skurrilen Szenerie zur nächsten springt. Gefühlt tausend Szenenbilder springen ineinander über, sind verknüpft mit Poesie und unterlegt vom staatlichen Balalaikaorchester Russlands, die sich die Finger wund spielen.

Es wirkt, als würde der gesamte Film auf einer übergroßen Eisenbahnplatte mit Puppenhausanbau spielen. Eine ganz eigene Stimmung eben. Etwas, worauf Wes Anderson viel Wert legt und sich gerne Mal verliert. Hier passt aber alles perfekt zusammen. Ein hübsches, modernes Märchen.

Und neben dem ständigen Bilderwechsel findet man irgendwann auch großen Gefallen daran, Schauspieler zu erkennen. Entweder sind das nämlich Hollywoodgrößen oder aber man kennt sie aus dem Sat.1-Programm. “Oh, Owen Wilson … oh, der Bruder aus ‘Pastewka’”.

Stammgast Bill Murray sagt, es sei der bisher beste Wes Anderson Film. Kommt hin. Ich empfehle, “The Grand Budapest Hotel” am besten am Sonntagmittag zu schauen. Danach geht man dann Kuchen essen und auf dem Flohmarkt eine alte Petroleumlampe kaufen.

» grandbudapesthotel.com

6. März 2014 | 20:47 Uhr


Ich verliere mich viel zu gern in Gedankengängen, die ungefähr drei bis vier Kurven zu weit gehen. Das Ökosystem Flugzeug mit all seinen Absurditäten ist dafür ein wunderbarer Ort.

Vorhin saß ich zum Beispiel in einem airberlin Flug, der nicht die gewohnten “süß oder salzig?” Snacks zu bieten hatte, stattdessen gab es als kleine Sonderaktion zur ITB einen “besonderen Gruß aus Berlin” in Form von gratis Currywurst (der Sylter Sansibar) für alle. Ein tolles Bild, wie ein großer Plastikbehälter randvoll mit warmer Currywurstpampe einmal durchs Flugzeug gefahren wurde. Wie eine übergroße, mobile Duftkerze auf 800 Metern Flughöhe.

An sich schon ein absurdes Bild, noch schöner wird es aber eigentlich erst, wenn man sich über das Marketing hinter dieser Aktion Gedanken macht. Irgendwo muss es also mal ein Meeting mit folgendem Inhalt gegeben haben:
A: “Okay, wir würden bei airberlin gerne ein bisschen für die ITB in Berlin trommeln, was machen wir da?”
B: “Internationale Tourismus Börse? Wir müssen den Leuten etwas an die Hand geben, was Lust auf Reise und Entspannung macht und vielleicht sogar den Entdeckerdrang weckt!”
A: “Sehr gut. Nur wie?”
B: “Gratis-Currywurst für alle Passagiere?”
A: “Oh. Mein. Gott. Genau das machen wir!”

Marketingtechnisch ein Treffer ins Schwarze! Pardon, vollkommen unangebrachter Sarkasmus von mir, schließlich finden Leute immer das toll, wo es kostenlos Wurst gibt. Von daher alles gut.

Aber es gibt ja noch genügend andee Mysterien im Flugzeug. Den Bord-Shop zum Beispiel. Warum gibt es da Armbanduhren und Kugelschreiber mit Mini-Spionagekamera zu kaufen? Sind die Zielgruppe dafür wirklich Fluggäste? Ich habe derartige Gerätschaften nämlich noch nirgendwo anders (abgesehen vom YPS Heft und dem Pearl Katalog) gesehen. Oder auch Mysterien am Flughafen selbst: Wer um alles in der Welt kauft sich nach der Sicherheitskontrolle vorm Einsteigen in den Flieger einen Posterkalender im A3-Format?

Aber falls sich jetzt irgendjemand von euch fragt, wer eigentlich diese Übergroßen Schokoladen im Duty Free Shop kauft: ICH!
9-tobler
Was gibt es schließlich Schöneres als ein halbes Kilo Schokolade mit Salz drin. Diese Konstellation in der Größe ist im innerdeutschen bereich bestimmt eine Ordnungswidrigkeit. Deshalb vielen Dank, liebe Grauzone Flughafen.

5. März 2014 | 11:24 Uhr


Meine Damen und Herren und liebe Thermowestenträger da draußen – Es ist so weit! Das Hoover Board aus “Zurück in die Zukunft” ist endlich Wirklichkeit*! Und Tony Hawk hat’s schon getestet:

Aha aha:

What began as a summer project in 2010 at the MIT Physics Graduate Program has evolved into one of the most exciting independent products to be developed out of MIT since the high-powered lithium-ion batteries developed by Yet-Ming Chiang in 2001. Our team consists of materials science, electricity & magnetism experts who’ve solved an important part of one of science’s mysteries: the key to antigravity.

The HUVr Board team ultimately aims to improve the efficiency, speed and sustainability of mass transportation. Yet rather than spend several more years closed off from the world while investing in research and development, the team and our world-class investors have worked to change the economics R&D by marketing this exciting consumer product in order to fund ongoing R&D.

*Mal schauen, welche Firma hinter diesem PR Stunt steckt. Nein, eigentlich wil ich das gar nicht wissen … ICH WILL EIN HOOVERBOARD HABEN! SO-FORT!

(via)

3. März 2014 | 12:30 Uhr

Wir steigen einmal kurz in die Fußballzeitreisemaschine und reisen 20 Jahre zurück. In den USA findet die Fußballweltmeisterschaft und zwei Dingekommen einen in den Kopf:

  1. Striker, der Hund. Ein vollkommen zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Maskottchen!
  2. Eine WM, die (abgesehen von Stefan Effenbergs Mittelfinger) in den deutschen Fußballgeschichtsbüchern keine allzu große Rolle spielt, da die deutsche Fußballnationalmannschaft bereits im Viertelfinale gegen Bulgarien ausschied. Und das obwohl Herr Beckenbauer über den amtierenden Weltmeister zuvor sagte, man werde “auf Jahre hinaus unschlagbar sein”. Na ja, zwei Jahre später war ja alles wieder gut.

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2. März 2014 | 14:29 Uhr

7-brody
Der Rentner in mir ärgert sich bei Konzerten immer über eine Sache: Warum fangen Konzerte (abgesehen von wenigen Ausnahmen) nie zur angegebenen Zeit an? Gestern Abend spielte Brody Dalle im Magnet und ließ das Publikum eine gute Stunde auf sich warten. Einziger Lichtblick dabei: Es gab keine Vorband, stattdessen ließ Herr Schwarzkamp aus dem Hause Visions die Besucherschaft an seinem hervorragenden Musikgeschmack teilhaben.

Alles vergessen beim ersten Riff. Das Konzert startet mit dem Distillers Klassiker “Die On A Rope”, ist vom ersten momentan energiegeladen und gibt direkt zu beginn die beruhigende Gewissheit, dass hier ein kleines, ungeschriebenes Musikergesetz gebrochen wird: Es werden auch Songs von früheren Bands ohne die früheren Kollegen gespielt. (Wobei das Gesetz nur halb gebrochen wurde, immerhin war Tony Bradley mit auf der Bühne, der sowohl bei den Distillers als auch bei Spinnerette mitgespielt hat.)

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27. Februar 2014 | 20:21 Uhr


Die Kombination Tod von prominenten Menschen und Internet ist eine impulsive wie angespannte Konstellation. Der Royal Rumble Gewinner der Herzen hat das mal sehr gut auf den Punkt gebracht:

Kürzlich ist Harold Ramis verstorben. Er war Regisseur, Produzent, Autor und am meisten wohl als Schauspieler für seine Rolle als Dr. Egon Spengler in den beiden “Ghostbusters” Filmen aus den Achtzigern bekannt. Bei den Online-Reaktionen auf seinen Tod fiel mir eine Besonderheit auf: Er hat sich in seiner Paraderolle in so viele Nerdherzen gespielt, dass es sehr schnell, sehr viele kreative Nachrufe gab.

Die Zeichnung vom beginn des Artikels stammt zum Beispiel von Zeichner James Hance. Ein paar weitere Beispiele:

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25. Februar 2014 | 19:43 Uhr


Im Prinzip ist es immer der gleiche Ablauf: Ich greife zur Vice, blättere sie durch und dann fällt mir jedes Mal aufs neue ein, dass es zu 75% doch nur unangenehm reißerische Texte über Drogen vom Polenmarkt, angekokelte Leichenteile und diverse Dinge in diversen Körperöffnungen sind. Oder so ähnlich. Aaaaaber die Dokus aus dem Hause Vice sind dafür in den meisten Fällen sehr sehenswert. Auch weil sie Themen aus anderen Blickwinkeln zeigen oder zu unkonventionellen Methoden greifen. Bestes Beispiel ist dafür der neueste Streich: Ein Besuch in Nordkorea.

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