30. Januar 2013 | 13:02 Uhr


Keine Frage, ich habe hier ja auch einen sehr wichtigen Bildungsauftrag in Sachen Musik. Nicht, dass ich denke, die Foals noch erklären und vorstellen zu müssen. Ich mach es aber trotzdem und das aus guten Gründen. Für mich machen Foals die perfekte Musik zum Arbeiten. Es passieren in jedem Song lauter kleine Klimpereien, das aber in unglaublich viel sphärischem Klangraum. Das klingt ganz schön verschwurbelt, lässt sich aber am besten am Song “Olympic Airwaves” erklären. Schon etwas älter, dafür einer der wirklich größten Songs der Welt:

Noch besser werden die Songs der Foals übrigens live und das aus einem ganz besonderem Grund: Man hat das Gefühl, der Drummer wäre eigentlich lieber in einer Metalband und drischt wie wild auf sein Schlagzeug ein. Her-vor-ra-gend! Und wer jetzt Lust hat, das Ganze mal live zu sehen, dem kann ich nun auch noch helfen. Am Freitag (1. Februar) kommen die Foals nämlich zu tape.tv in den Keller und spielen ein kleines Set bei on tape. Ich habe 2×2 Gästelistenplätze und wer welche davon haben mag, möge bitte JETZT etwas in die Kommentare schreiben. Einsendeschluss ist Donnerstagabend um 24:00 Uhr. Das Konzert (am 1.2. ab 21:45 Uhr auf tape tv live zu sehen) ist dann auch die perfekte Vorbereitung auf das neue Album “Holy Fire”, welches genau eine Woche später erscheint.

28. Januar 2013 | 9:55 Uhr


Gestern Abend habe ich Günther Jauch mit dem wohlklingenden Thema “Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?” als aktuellen Höhepunkt der #aufschrei Debatte gesehen. Das alles finde ich so verwundernswert und wirklich schlimm, dass ich auch noch ein paar Worte dazu verlieren muss. Vorweg: ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mal einen Artikel über einen Hashtag und dessen Debatte schreiben würde. Für gewöhnlich ist das nämlich ziemlich Albern. “#aufschrei” an sich klingt auch etwas albern, liegt aber ganz einfach daran, dass er in einer Reaktion von einem Moment auf den anderen gewählt wurde, also halten wir uns damit gar nicht länger auf.

Ebenfalls für gewöhnlich sind übergroße, öffentliche Diskussionen (erst recht auf Twitter) nicht sonderlich gut, geschweige denn ergiebig. Beim Thema Sexismus sehe ich das aber anders. Das kann gar nicht groß und öffentlich genug diskutiert werden. Denn ja, das kann man ohne Fragezeichen dahinter schreiben: Deutschland hat ein Sexismus-Problem. Was mich an all der Diskussion aber am meisten verwundert ist, dass es sie überhaupt gibt. Warum wird da überhaupt diskutiert? Warum wird da überhaupt so viel bis alles (siehe Jauch) klein geredet? Warum wird nicht einfach gesagt, Ja da ist ein Problem, da müssen wir was machen? Selbst wenn, wie auf Twitter derzeit, tausende von ihren Sexismus-Problemen im Alltag berichten. Das sind ja alles keine Ausnahmefälle, das ist in der Großzahl Normalität und genau das ist ja das Schlimme.

Ich glaube, viele (meiner männlichen, aber erschreckender Weise auch weiblichen KollegInnen) wissen einfach gar nicht was da los ist und können das deshalb auch nicht einschätzen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum im gleichen Zug altbekannte Zwischenrufe aufkommen wie “Ja, Frauen müssen zum Beispiel nie vor Clubs anstehen. Das ist auch Sexismus!”. Natürlich ist das auch Sexismus aber die Priorität liegt da doch etwas anders zwischen “Ein Typ hat mich auf der Tanzfläche so ekelhaft angepackt, dass ich mich noch Tage später unwohl fühle” und “Ich bin 10 Minuten später in den Club gekommen, weil ich keine Brüste habe.” Für alle Menschen, die so etwas denken: Keine Angst, Feminismus wird nicht dafür sorgen, dass alle Männer ein Leben als Knecht der Frauenwelt leben müssen.

Ebenfalls ein Problem an der Debatte: Deutschland ist in der großen Öffentlichkeit leider immer noch nicht darüber hinweg gekommen (siehe Jauch), Alice Schwarzer als großes, strahlendes Bild einer Feministin im Kopf zu haben. Natürlich hat diese Frau viel geleistet und ach, aber mittlerweile bewirkt sie wohl eher das Gegenteil. Natürlich gibt es da große Veränderungen, auch in der öffentlichen Wahrnehmung was Feminismus angeht. Aber ganz Deutschland ist was das angeht eben leider nicht Berlin Mitte. Wenn ich in meiner Heimat auf dem Land mit “Feminismus” ankomme, wird das sofort mit Igelschnitt Drachen assoziiert, die eigentlich lieber Männer wären.

Aber zurück zum Thema. Noch einmal: Ich glaube die Diskussion gibt es deshalb, weil viele einfach nicht wissen, wie krass das Problem tatsächlich ist. Ein paar Beispiele dazu. Ich kenne sehr viele Frauen in meinem Umfeld und Freundeskreis die zum Beispiel generell bei Fahrten mit der U-Bahn ein böses (gern als eingebildet aufgenommenes) Gesicht auflegen, einfach um nicht direkt doof angequatscht zu werden. Einfach weil es für viele Normalität ist, dass immer irgendein Vollhonk ankommt, der Quatsch erzählt, der weit außerhalb eines “netten Flirts” liegt. Oder noch viel konkreter: Wenn ich mich mit meiner Freundin treffe kommt es (viel zu) oft vor, dass ich zu spät bin. In diesen, sagen wir mal, fünf Minuten extra gibt es eine ungefähre Wahrscheinlichkeit von 60%, dass ihr irgendein Typ im vorbeilaufen den Wunsch nach sexuellen Gefälligkeiten an den Kopf knallt. Einfach so. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Hier gibt es viele viele mehr und es geht mir einfach nicht in den Kopf, warum es diese Diskussion mit all ihrer Kleinrederei überhaupt gibt.

Und ja, natürlich geht das auch andersrum. Auch ich wurde schon von Frauen angepackt und mehr als blöd/unangenehm angemacht. Aber das kam vielleicht zweimal vor und war im Unterschied zu eben genanntem eine absolute Ausnahme. Natürlich gibt es Sexismus von beiden Seiten. nur überwiegt er gegenüber Frauen eben so stark, dass er Normalität ist. Erst recht in Abhängigkeitsverhältnissen. Siehe das klassische Chef baggert Sekretärin an Beispiel.

Es geht dabei doch nicht um einen kleinen Flirt oder der Blick auf einen Ausschnitt im Vorbeilaufen. Es geht um verletzendes, verachtendes, sexistisches Verhalten. Und wer da die Diskussion anfängt, wo man da denn eine Linie zieht – meine Güte. Sollen wir diese Diskussion also sein lassen, weil wir nicht wissen, wo die Linie zu ziehen ist? Ganz einfach, die Grenze ist da, wo sich eine/r von Beiden unwohl fühlt. Beziehungsweise schon weit vorher, schließlich darf das jede/r immer noch für sich selbst bestimmen. Fertig aus.

Neben dem Kleinreden gibt es noch einen viel größeren, schlimmeren Punkt: Dem Opfer die Schuld zu weisen. “Wenn sie sich so anzieht, braucht sie sich gar nicht …” und so weiter. Heiliger Scheiß, was ist das denn nur für ein Diskussionsansatz? Und nur weil die ersten drei Plätze der Bestsellerlisten mit “50 Shades of Grey” belegt werden, heißt dass noch lange nicht, dass absolute jede Frau, die dieses Buch liest, mit absolut jedem mann Sex haben will. Überhaupt ist das ein furchtbares Buch in dem einfach die Unwissenheit und Schüchternheit einer Person ausgenutzt wird um sie für sexuelle Gefälligkeiten und … ach, ein andermal mehr dazu. Nein, eigentlich habe ich keine Lust über dieses Buch zu reden. Jedenfalls: Verzerrte Welt. Um es aber Mal auf den Punkt zu bringen: Viele verwechseln scheinbar immer noch Sex mit Sexismus.

Und das Schlimme ist, dass das auf lange Sicht auch nicht wirklich besser werden wird, bei all der Machokultur, die gerade auf so manchem Schulhof heranwächst. Bei Homophobie ist das ja ähnlich. Deshalb noch einmal die Frage: Warum wird diese Diskussion überhaupt geführt und warum das auf eine derart kontroverse Weise? Kann man sich nicht einfach darauf einigen, dass Sexismus scheiße und ein tatsächliches Problem ist um etwas dagegen zu tun? Bitte? Danke.

22. Januar 2013 | 19:13 Uhr

Liebes Internet, ich bin in den letzten Tagen ja gar nicht dazu gekommen, hier etwas zu schreiben. Verzeihung! Keine Sorge, mir geht es gut (sehr sogar!), ich habe nur viel um die Ohren. Doch dazu später mehr. Als Platzhalter und damit sich hier auch mal wieder etwas tut ein perfektes Platzhaltervideo. Der Titel “PEOPLE ARE AWESOME 2013″ trifft es ziemlich gut, denn der Inhalt ist ein Zusammenschnitt von Menschen, die wirklich Großartiges tun. Wie eine große Schüssel Froot Loops am Sonntagmorgen.

17. Januar 2013 | 14:19 Uhr


Beim Kauf von Comics (oder “Graphic Novels”, wenn man gerne Hemden trägt) habe ich mir etwas bewahrt, was ich früher™ bei CDs gern gemacht habe: Etwas kaufen, wenn das Cover wirklich toll ist. In 80% der Fälle hat das sogar gut funktioniert. Wenn ein Künstler meinen Geschmack derart gut in der Gestaltung des Covers trifft, dann doch sicherlich auch in der Musik dazu. (Oder in der B-Version: Wenn ein Künstler diverse Marketingleute davon überzeugen konnte ein derart gutes Design zu verwenden, dann hat er es irgendwie verdient, dass man seine Platte kauft)

Nach eben diesem Prinzip bin ich vor wenigen Tagen auf “Skyscrapers of the Midwest” gestoßen.

Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Comics von Joshua Cotter. Darin verarbeitet er in mal mehr mal weniger abstrusen Geschichten seine Kindheit. Die Geschichten sind stets sehr feinfühlig und beinhalten immer wieder die Großartigkeiten, wie auch schlimme, prägende Momente. Erst Recht weil Joshua Cotter wohl eine klassische Jugend als Nerd und Verlierertyp durchlebt hat. Während er in einem Moment wunderbare Träume um seine Roboterspielzeugfigur aufbaut, wird er im nächsten Moment dafür verspottet.

In diesem Review wurde der Kern des Buches sehr gut zusammen gefasst:

This is the work of an artist with a strong voice and a unique vision of his own childhood. A childhood filled with moments of joy and pain, uncanny situations and flights of fantasy, but above all, a sense of frustration and sadness that rings all too true. This is one of the most accurate visions of childhood that I have ever seen, in any medium.

Eine große Kaufempfehlung meinerseits. Erst recht natürlich auch, weil es im Bücherregal sehr schön aussieht. Hier kann man ein Preview als PDF davon anschauen und mit dem Bestellen ist das wohl gar nicht mal so leicht, wie ich hier hier gerade sehe.

PS: Ein Grund warum mich das Buch sofort gepackt hat, war übrigens dieser sehr emotionale Einstieg:

13. Januar 2013 | 22:37 Uhr


Das Tolle am Internet ist ja, dass es mittlerweile für absolut jede/n eine Bühne bieten kann. Das ist natürlich nicht immer gut, im folgenden Beispiel aber – gelinde gesagt – legendär. Erklärt ist es ganz kurz: Zwei junge Herren haben “Toy Story” komplett mit Spielzeug nachgestellt. Hach, Internet. Genauer gesagt: Original-Tonspur + Spielzeug statt 3D-Animation. Bittesehr:

Die Facebook Seite zum Projekt gibt es hier und hier ein Video mit Outtakes. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie Pixar darauf reagieren wird.

11. Januar 2013 | 17:45 Uhr

Die folgenden Grafiken sind zwar schon etwas betagter, kamen mir aber kürzlich erneut vor die Nase und sie haben nicht im geringsten an Aktualität verloren. Ganz im Gegenteil sogar, um ehrlich zu sein. Bei sehr vielen aktuellen Videospielen muss ich immer daran denken, was in den folgenden, verpixelten Werken als perfekte Essenz dargestellt wird: Wie würde “Super Mario Bros.” heute aussehen? Game Designer Zack Hiwiller hat sich dazu Gedanken gemacht:

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7. Januar 2013 | 18:22 Uhr

Zum Ende des letzten Jahres war ich in der schönen, alten Thüringer Heimat, fernab vom Berliner Durcheinander. Glücklicherweise sogar so lange, dass ich irgendwann nur noch jedes zweite Mal den nervigen Instagram-Reflex hatte. Sprich, einen Moment oder einen Ausblick genießen zu können ohne ihn sofort auf einem Foto mit ein paar Farbeffekten festhalten zu müssen. Als ob so eine popelige Handykamera so einen Moment auch nur annähernd gut festhalten könnte.

Aber na ja, ein paar Fotos sind es ja dann doch geworden, als ich wieder einmal als Aushilfs-Alexander-Supertramp durch die Untiefen des Thüringer Walds spaziert bin. (Man muss sie sich in echt dann eben nur ungefähr fünfmal besser vorstellen)

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