8. Januar 2015 | 13:54 Uhr


Ich bin großer Fan von Listen am Jahresende. Jede halbwegs okaye Musikzeitschrift blättere ich durch, um zu sehen, was denn nun die Alben des Jahres sind. Obendrein schaue ich jede Jahresrückblick-TV-Sendung auch wenn die alle nach dem gleichen Irgendwas mit Helene Fischer + Irgendwas mit WM funktionierten.

2014 war (abgesehen von Helene Fischer und der WM natürlich) weltpolitisch gesehen, wohl nicht das beste Jahr. Glücklicherweise gibt es aber genug Menschen, die sich die Mühe machen dennoch, die noch so kleinen lustigen Fitzel, die irgendwann, irgendwo mal im Netz passiert sind, zu einem großen Klumpen Internetgold verschmelzen. Und bitte …

Fangen wir erstmal ganz harmlos an, mit den besten News Pannen 2014. Inklusive tanzenden Einhörnern, kleinen Häschen oder dem Winterdienst.

Wenn es schon Musikjahrescharts gibt, dürfen natürlich auch nicht die besten “Misheard Songlyrics” fehlen. Wobei ich bei gut 70% bisher davon ausgegangen bin, dass es sich dabei um den tatsächlichen Songtext handelt. Girl, I shit on you.

“People are awesome” ist jedes Jahr eine meiner Lieblingscompilations. Man schaut sich einfach drei Minuten lang an, wie Menschen tolle Sachen machen und hat danach auch total Lust darauf RAUSZUGEHEN UND IRGENDWO RUNTER ZU SPRINGEN ODER SO!!!!

Der Mensch an sich kann aber Fails noch viel besser als tolle Sachen, weshalb das Video dazu gleich acht Mal so lang ist:

Und wem diese Stunde voller Internetgold immer noch nicht genug war, kann sich obendrein auch noch diese siebenminütige Zusammenfassung (aus 233 Videos) von allem, was man 2014 auf YouTube sonst noch so gesehen haben sollte, anschauen:

Ach egal, eins geht noch …

Und wer jetzt immer noch Zeit hat, kann sich hier eine Dreiviertelstunde lang die besten Vines des Jahres anschauen:

7. Januar 2015 | 15:06 Uhr

© Elya / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Meine Güte, wird das langsam anstrengend mit der PEGIDA und ihren ganzen Ablegern. So nervig wie dieser Verein ist, so schön ist es aber auch zu sehen, wie viel Gegenwind er auf den Straßen bekommt. Dennoch tue ich mich irgendwie schwer mit der Pauschalisierung, die vor allem im Netz zu lesen ist. Das sind alles Nazis und die sind alle fürchterlich dumm! Gewiss sind da ein großer Anteil Nazis und ein noch größerer Anteil dummer Menschen dabei, aber wirklich alle? Seitens Befürwortern der PEGIDA kommt schnell das Argument, dass es doch schließlich nicht sein kann, dass zehntausende Menschen, die für etwas einstehen nicht alle dumme Nazis sein können.

Doch, kann schon sein. Ganz so drastisch würde ich es allerdings nicht sehen. Natürlich stehen sie da für etwas fremdenfeindliches, dummes ein, was man mit ein paar Argumenten komplett aushebeln kann, aber sind sie deshalb gleich alle dumme Nazis? Ich halte mich selbst nicht für dumm (was oftmals ein Zeichen von Dummheit ist, verdammt!) aber tue dennoch viel zu oft dumme, unüberlegte Sachen. Keine Sorge, ich sympathisiere in keinster weise mit PEGIDA und Konsorten, finde es aber auch nicht gut die Menschen, die sich dafür einsetzen als komplette Idioten abzustempeln. Damit macht man es sich dann doch etwas zu einfach und ich glaube, auf lange Sicht bewirkt das eher das Gegenteil, als den gewünschten Effekt der Besserung. Klar, kein Fuß breit der Fremdenfeindlichkeit, aber es ist gewiss nicht schlecht, auch mal zu hinterfragen, wieso Vereine wie die PEGIDA plötzlich so viel Zuspruch bekommen.

Im Kern mag es um Angst vor Islamisierung gehen, aber letztlich ist das ja nur ein willkommener Deckmantel, um angestauter Fremdenfeindlichkeit Luft zu machen. Während man es sich zwei Mal überlegt, ob man in der Öffentlichkeit direkt gegen Ausländer und Zuwanderer wettern sollte, fühlt es sich doch gleich viel gesellschaftlich akzeptierter an, sich gegen den Islam auszusprechen. Da werden Frauen wie Tiere behandelt und überhaupt gibt es da andauernd Attentate, man kennt das ja. Eben das ganz klassische, “Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber …”.

Ein ähnliches Prinzip gibt es übrigens auch in Berlin unter reflektierten, gebildeten Menschen. Die sprechen sich zum Beispiel stark gegen Fremdenfeindlichkeit aus, lassen dann aber auch kaum eine Möglichkeit aus, um gegen diese fürchterlich nervigen Touristen zu wettern. Oder der Ur-Berliner an sich pocht auch jedes Jahr zur Weihnachtszeit nur allzu gern darauf, wie schön leer und angenehm die Straßen doch sind, wenn die ganzen Zugezogenen endlich Mal aus der Stadt sind. Das ist natürlich nicht so ernst zu nehmen, wie Fremdenfeindlichkeit getarnt als Islamhass und ein leicht hinkender Vergleich aber es funktioniert immerhin nach einem ähnlichen Prinzip.

Auch ich bin einer dieser zugezogenen Berliner (die sich sonst was einbilden, ey!) und fahre mehrmals im Jahr in meine Thüringer Heimat. Es sind meine Wurzeln irgendwo tief in der ostdeutschen Dörflichkeit, die mich PEGIDA-Anhänger nicht sofort alle als dumme Nazis abstempeln lassen. Fangen wir dafür mal etwas weiter hinten an. In meiner Jugend gab es in meine Heimatdorf die wahrscheinlich einzige Skater-Bahn Deutschlands, auf die schlecht leserlich “White Power” geschrieben wurde. Das allgemeine Phänomen, dass die Ausländerfeindlichkeit antiproportional zur Anzahl der dort lebenden Ausländer war, gab es auch hier. Je kleiner das Dorf war, umso höher war der Anteil von Jugendlichen mit kurz geschorenen Haaren und olivgrünen Bomberjacken. Übertrieben gesagt, gehörten jugendliche Neonazis an der örtlichen Bushaltestelle genauso zum Ortsbild, wie das Ortseingangsschild. In meinem Dorf erfüllten sie sogar das Klischee, dass die einzigen Ausländer die sie kannten, die beiden Mitarbeiter eines Dönerladens waren, bei dem mehrmals in der Woche gegessen wurde.

Mittlerweile scheint das alles glücklicherweise sehr viel weniger geworden zu sein. Aber ich weiß noch wie überraschend ungewohnt es für mich war, als ich mit 18 Jahren nach Bielefeld zog und es dort nirgends offensichtlich erkennbare Neonazis gab. Wie schön! Weil es die einzige wirkliche Jugendbewegung in meinem Heimatdorf war, kam auch ich in sehr jungen Jahren damit in Berührung und bekam zum Beispiel mal eine Landser Kassette zugesteckt. In der dörflichen Idylle gab es nicht viel, was sich so sehr nach Rebellion anfühlte, wie die Kassette einer illegalen, hasserfüllten Band. Glücklicherweise war das absolut nichts für mich und mir wurde sehr schnell klar, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Inhalte von Rage Against The Machine sehr viel besser waren.

Letztlich waren die jungen und erschreckend gewaltbereiten Neonazis nur ein Ausdruck von Rebellion aber Fremdenfeindlichkeit an sich viel weiter verbreitet. Die Erfahrung in einer Gegend aufgewachsen zu sein, in der besagtes “Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber …” sehr normal ist, lässt mich etwas anders auf die ganze PEGIDA Bewegung blicken. Man muss einfach mal schauen, was viele Leute dazu bewegt unter diesem Deckmantel der Islamkritik gleich sonst was los zu werden. Ich denke, dass es (zumindest im Osten) im Wesentlichen eine Mischung aus Angst ist, die zu einer eh schon vorhandenen Opferrolle dazu kommt.

Zur Erklärung: In meinem Heimatdorf gibt es keine Ausländer. Früher gab es 5km entfernt mitten im Wald ein Asylantenheim. Pro Asyl schrieb später mal darüber, dass es ein Exempel statuieren sollte, wie die damalige Thüringer Regierung zur Asylpolitik steht. Wenn es sich schon nicht vermeiden lässt, Asylanten aufzunehmen, dann doch so, dass sie am liebsten gleich wieder gehen möchten. Der Gebäudekomplex stand wirklich komplett abgeschnitten von der Umgebung mitten im Wald, so dass man normalerweise gar nichts damit zu tun hatte. Meine Mutter arbeitete damals allerdings dort weshalb ich es als Kind besser kannte und mir aber natürlich nichts weiter dabei gedacht hatte. Wenn man vom Rest der Welt nichts kennt glaubt man eben, dass Asylantenheime ziemlich genau so aussehen. Erst Jahre später wurde mir bewusst, was dort eigentlich los war, als ich zufällig las, dass sich sogar Amnesty International gegen die Gepflogenheiten in diesem Heim einsetzte (was letztlich, glaube ich, auch der Grund für die Schließung war).

Der Gebäudekomplex stand wie gesagt wie eine Festung mitten im Wald. Rundherum Zäune und Stacheldraht und wenn man raus oder rein wollte, musste man durch eine Drehtür gehen und sich beim Wärter entsprechend an oder abmelden. Für alle Bewohner gab es eine Art Bewohnerausweis, mit dem man sich regelmäßig melden musste. In einem Brief an verschiedene Menschenrechtsorganisationen schrieben einige Flüchtlinge damals:

Wir, Flüchtlinge des Aufnahmeheims LGU “Neues Haus” in 99889 Georgenthal senden auf diesem Weg einen Notruf aus totaler Hoffnungslosigkeit, psychologi-scher Abnutzung, die ihren Höhepunkt erreicht hat. Im Namen des Menschenrechts bitten wir um Hilfe dadurch, dass Sie uns einfach unangekündigt besuchen. Wir benutzen das Wort “unangekündigt”, weil bei einem angekündigten Besuch ein riesiger Wandel des Verhaltens der Behandlung stattfindet.
Noch einmal: Wir bitten um Hilfe als Menschen, Sie, Sie werden uns vielleicht erhören.

- Die Flüchtlinge des LGU “Neues Haus” 99887 Georgenthal (ehem. “Tambach-Dietharz”)

(… )

“Wir sind isoliert, weg von der Welt”. Das ist das größte Problem.
Alle nachfolgenden Punkte sind im Zusammenhang zu sehen, die Auswirkungen auf unsere Psyche haben, weil wir hier oben so isoliert leben.
Wir sind hier willkürlichen Behandlungen ausgesetzt, die keiner erfährt, weil wir hier oben auf dem Berg weg- und eingesperrt worden sind, schlimmer als Gefangene. Wir sind aber keine Gefangenen und deshalb wissen wir nicht, warum man uns hier so behandelt.”

Ein Vorzeigebeispiel für schlechte Integration und ihre Folgen. In meinem Dorf wusste scheinbar niemand so wirklich von dieser Lage. Zumindest kam es mir als Kind so vor. Alles was man hörte war, dass es da oben wohl komische Zustände gäbe und die sich sonst wie aufführen würden. Ja Überraschung, dass sich Menschen wie komische Gefangene aufführen, wenn man sie wie komische Gefangene hält. Erschwerend hinzu kam, dass es unter Menschen ja generell Minimum 10% Idioten gibt, was natürlich auch bei Flüchtlingen der Fall ist. So gab es des öfteren berüchtigte “Rumänenbanden”, die nach der Geldausgabe verschwanden und dann nicht wirklich gesetzesgetreu waren. Einbruch, Autodiebstahl, Zerstörung etc. Es hat die allgemeinen Verbrechensstatistiken nicht wirklich angehoben, aber natürlich bleibt so etwas gerade im Dorf eher in den Köpfen der Leute hängen.

Das bitte im Hinterkopf behalten, wir machen einen kurzen Themensprung: Von den etwa 4000 Einwohner/innen in meinem Heimatdorf dürfte so gut wie keiner arbeitslos sein, da es mehrere große Fabriken gibt, die Arbeitgeber für das ganze Umland sind. Zur Wiedervereinigung wurden einige davon von Investoren aus dem Westen übernommen und kurz darauf beinahe gegen den Baum gefahren. Und wenn nicht dann, dann eben beinahe zur Wirtschaftskrise vor einigen Jahren. Alle haben es gerade so geschafft, sind aber verständlicher Weise nicht allzu gut auf die Geschäftspartner im Westen zu sprechen, da es hierbei wohl einfach zu viele Schwarze Schafe gab (und gibt). Generell ist das Ost/West Thema in meiner beschaulichen Thüringer Heimat auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sehr vorherrschend. Sei es nun bei den Menschen an sich, oder der latente West-Hass der gerne mal bei den Nachrichten im MDR mitschwingt. (Disclaimer: Ich schaue jetzt nicht allzu oft MDR, aber mir wurde schon mehrmals davon berichtet.)

Es gibt also diese grundlegende Opferrolle, in die viele hinein geraten sind. “Mit uns kann man’s ja machen” und so weiter, was trauriger weise in den meisten Fällen auf entsprechenden Erfahrungen beruht. Aus der Ferne dürfte es für ein Mindestmaß an Verständnis reichen, wenn man sich einmal die blanken Zahlen anschaut. Nehmen wir zum Beispiel mal einen Maschinenbautechniker aus einer der Fabriken in meinem Heimatdorf. In Thüringen verdient er laut dieser Datenbank durchschnittlich rund 2200€. Ein paar Kilometer in Hessen gibt es für denselben Job schon 3000€ und noch etwas weiter in NRW 3200€. 1000€ mehr für den gleichen Job, die gleiche Zeit, den gleichen Aufwand. Was will man da als Argument gegen besagte “Mit uns kann man’s ja machen” Opferrolle bringen?

Einige der Fabrikhallen gehören einem Arbeitgeber, der seit Jahren dafür bekannt ist, dass er die Gehälter weit unter die jetzige Mindestlohngrenze gedrückt hat. Letztlich sind die Leute abhängig von ihm und machen sein Spielchen von schnellstmöglicher Wachstum auf Kosten der Arbeitnehmer Spielchen mit. Seit einiger Zeit gelang ihm dabei ein weiterer Clou um die Gehälter weiterhin zu drücken. Der EU sei dank holte er zahlreiche rumänische Gastarbeiter, die für das Wohl ihrer Familien Zuhause die Billiglöhne dankend in Kauf nahmen. Wirklich viele sind es auch nicht, von dem was ich weiß, würde ich 10 – 20 schätzen. Was aber in einem Dorf so ganz ohne Ausländer natürlich sofort auffällt und seit Jahren entsprechend Gesprächsthema ist.

Denn addieren wir Mal kurz alles zusammen: Deine Jobsicherheit ist zwar halbwegs okay, aber ein paar Bundesländer weiter würdest du 1000€ mehr bekommen. Einfach so. Stattdessen werden Gastarbeiter in dein Dorf geholt, die teilweise Facharbeiter sind und zudem bereit sind, deinen Job für sehr viel weniger Geld zu machen. Du hast also legitime Angst um deinen Job und dann sind das auch noch Rumänen, von denen man sonst noch nie was gehört hat, ausser Anfang der 90er, als hier ein paar davon Autos geknackt haben und regelmäßig den Hobbyraum im Flüchtlingsheim zerlegt haben.

Wenn man dann noch eher zur BILD als zur taz greift, wird aus dieser Fremdenangst schnell Fremdenhass. Das hat mit dem Islam zwar erstmal nichts zu tun, aber die PEGIDA ist trotzdem ein super Ventil dafür. Ich möchte damit in keinster Weise Fremdenhass oder Ähnliches legitimieren, wollte damit aber nur erklären, dass ich glaube, dass zumindest in meiner Heimat sehr viele Menschen solchen Spinnern wie der PEGIDA oder AfD in die Arme laufen, nicht etwa weil sie von Grund auf Nazis sind, sondern weil sie schlichtweg Angst haben. genauer gesagt Angst vor etwas, was sie gar nicht kennen (können).

Wirft man solchen Menschen jetzt an den Kopf, dass sie dumme Nazis sind, dürfte das im Wesentlichen zwei Dinge zur Folge haben:
a) Sie denken “Stimmt, jetzt wo das so viele Leute sagen, fällt mir auf, dass es irgendwie ganz schön dumm ist, was ich hier mache.” und gehen friedlich nach Hause.
b) Sie denken “Ja genau, als hättest du eine Ahnung von meiner Situation und Beweggründen, hier fühle ich mich wenigstens verstanden” und verhärten ihren Standpunkt.

Option a dürfte dabei nicht wirklich erfolgsversprechend sein. Denke ich zumindest, aufgrund meiner Erfahrungen. Natürlich ist es gut und richtig klar und deutlich Stellung gegen solche schlimmen Bewegungen zu beziehen. Nur glaube ich auch, dass es oftmals mehr Verständnis und sogar Einfühlvermögen braucht. Es ist zu einfach, allen Menschen einen Stempel aufzudrücken und sie damit als dumm abzutun. Auf lange Sicht bringt das außerdem rein gar nichts. Genau zu diesem Thema gab es im gestrigen heute-journal ein sehr interessantes Gespräch mit Hans-Joachim Maaz, der sogar von den Gefahren einer Gesellschaftsspaltung spricht, wenn es einfach so weiter geht. Herr Maaz scheint da einen ähnlichen Standpunkt wie ich zu haben. Zu seinem Interview mit dem Deutschlandfunk heißt es:

Die Beweggründe der Pegida-Demonstranten in Ostdeutschland müssten verstanden und analysiert werden, sagte Hans-Joachim Maaz, Psychiater und Vorsitzender der Stiftung Beziehungskultur in Halle, im DLF. Eine Protestbewegung gegen Pegida, die lediglich “Wir gut, ihr schlecht” transportieren würde, sei kein gutes Zeichen und führe zur weiteren Spaltung der Menschen in Deutschland.

Es sei ein großer Fehler zu glauben, es ginge den Pegida-Anhängern wirklich um das Thema gegen den Islam. Es sei viel mehr und viel differenzierter, ergänzte Maaz. Man müsse verstehen, dass man auch gemeinsam Probleme zu bewältigen hätte. Diese hätten sehr viel mehr mit Finanzkrise, Umweltproblemen und sozialen Konflikten zu tun. Das alles würde eine Rolle spielen und müsste sehr kritisch analysiert und verstanden werden.

Mit dem Thema Islamisierung gebe es viele Menschen, die denken würden, sie hätten einen Aufhänger, ein Thema, unter dem man sich versammeln kann. “Ich bin ganz sicher, das Thema ist ein Ersatzthema, es gibt tatsächlich eine reale Bedrohung, aber es ist ein Ersatzthema, in dem viele andere Themen verborgen sind.” Das wäre die Aufgabe der politischen Analyse. In Ostdeutschland gebe es viele Enttäuschungen über die Wende und nicht erfüllten Hoffnungen.

Ich wünschte also, statt dem “wir gut, ihr schlecht” gäbe es (wie bei allen anderen Problemen übrigens auch) häufiger eine ruhige, sachliche Herangehensweise die Fakten zeigt. Das kann zum Teil sehr einfach sein, wie diese schöne Übersicht von Radio Fritz:

Natürlich sind einige wirklich dumme Nazis dabei, denen eh nicht zu helfen ist und bei anderen wird der Dunning-Kruger-Effekt greifen, aber wenn auch nur ein Teil der Leute einen Aha-Moment bei diesen Fakten hat, ist dabei schon sehr viel mehr getan als mit“OMG IHR SEID SOLCHE NAZIS FAILFAILFAIL!!!!!111!11″. Wahrscheinlich würde ich auch viel eher so denken, wenn ich eben nicht meine Erfahrungen aus der Dorfheimat im Osten hätte. Denn dadurch weiß ich auch, dass Deutschland zu großen Teilen eben sehr viel näher an den Kommentarspalten bei der BILD ist, als bei der Kassenwarteschlange neben fair gehandelten Schokolade im Bio Markt die ich mir gleich hole, wenn ich diesen Text endlich fertig habe. Es wäre schön, wenn es so wäre, ist es aber nicht. Und damit muss man sich eben arrangieren und etwas tun, damit es. zumindest in kleinen Teilen, besser wird. Mit Pauschalisierung kommt man da nicht weit, da tut man eher der Gegenseite einen Gefallen und bewirkt das Gegenteil. Also: Ruhig bleiben, nachdenken und Beatles hören.

PS: Und während ich knapp drei Stunden an einem Text für mehr Verständnis und Offenheit schreibe, gab es in Paris einen blutigen Anschlag auf eine Satirezeitung, die seit Jahren bekannt für ihre Mohammed-Karikaturen ist. Ach Menschheit, was bist du manchmal scheiße.

5. Dezember 2014 | 23:31 Uhr


Es fühlt sich zugegebener Maßen ein bisschen wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit an, wenn man als mittlerweile konzertverwöhnter Berliner, für den Auftritt einer Band extra in eine andere Stadt fährt. Das kommt schließlich wahrlich nicht oft vor, aber was tut man nicht alles für Machine Head, die aus irgendeinem Grund seit über 5 Jahren (oder?) nicht mehr in Berlin gespielt haben.

Sollte es eines Tages mal eine Musik-Arche geben und die Thrash-Metal Kabine frei bleiben, weil James Hetfield gerade in den Wäldern Sibiriens auf Bärenjagd ist, müsste man sofort Robb Flynn von Machine Head nachnominieren. Wie passend also, dass die Große Freiheit 36 von innen dank den Holzpaneelen an der Decke mit viel Fantasie wie das Innenleben eines Schiffs aussah.

Wobei für die Bühne die Beschreibung “Clubhaus” besser passte. Denn so viel Verlass wie auf die Riffs von Machine Head ist, so viel Verlass ist auch auf deren Fehlen für jegliches ästhetisches Empfinden. Es scheint die altbekannte Metal-Faustregel zu gelten: Je geschmackloser es aussieht, umso besser klingt es. Das Bühnenbild besteht im Wesentlichen aus mehreren (nicht unmittelbar kombinierbaren) Flaggen, welche die Bühne wie einen ausstaffierten Schuhkarton aussehen lassen. Das Schlagzeug steht auf einer Konstruktion in gefühlten zwei Metern Höhe und rundherum zieren ganze 14 Bandlogos die Bühne. 14. VIERZEHN! Aber Machine Head darf das und das wird sich im Laufe des Abends noch zeigen.

Spätestens jedenfalls als zwei Gitarristen und Bassist der zweiten Vorband sich zu einer Pyramide formierten, stieg in mir das wohlige Gefühl auf, endlich mal wieder auf einem richtigen Metalkonzert zu sein.

Die 14 Bandlogos wurden noch mal kurz gerichtet, bevor die Dunkelheit im Saal durch die Anfangstöne von “Imperium” gebrochen wird. In den YouTube Kommentaren zum Video des Songs steht: “Chuck Norris does not speak. When he opens his mouth ‘Imperium’ by Machine Head comes out.” und treffender könnte man es gar nicht beschreiben. Es ist der Auftakt für zwei energiegeladene Stunden, die sich jede Band als Blaupause für ein perfektes Konzert in das Regal stellen kann. Meine Güte!

Und das lag nicht nur an der Band allein. Ich war zuvor noch nie in der Großen Freiheit 36 und musste mir schmerzlich eingestehen, dass ich 28 Jahre meines Lebens einen der wahrscheinlich besten Konzertsäle Deutschlands ausgelassen hatte. Mit einem Fassungsvermögen von etwa 2000 Besuchern die perfekte Größe, ein unverbauter Blick auf die Bühne, Hamburger Charme und eine Akustik so schön wie eine kalte Dosencola am Strand von Teneriffa.

Als Kopf von Machine Head ist Robb Flynn eine Art lebendiges Metal-Maskottchen. Der Mann weiß alles, kann alles und hat in den über 20 Jahren Bandgeschichte wahrscheinlich auch schon alles erlebt. Und das Schönste daran ist, dass er dabei wahnsinnig authentisch ist. Jede noch so pathetische Songankündigung nimmt man ihm ohne den geringsten Zweifel ab und das nicht zuletzt auch deswegen, weil man bei jeder Bewegung im Scheinwerferlicht sehen kann, wie ihm der Schweiß literweise vom Körper fliegt.

Dennoch ist es keine Robb-Flynn-Show und Machine Head präsentieren sich als wahnsinnig gute Einheit. Kein Song, kein Moment bei dem nicht alles wie ein perfektes Uhrwerk zusammen funktionierte und sich die Band zunehmend in Rage spielte. Es war einfach so wunderbar zu sehen, wie gut die Chemie zwischen Band und Publikum stimmte. Ehrliche Freude auf Seiten der Band über Aktionen des Publikums wie diese hier, festgehalten von meinem Metalroadtripbegleiter:

Und wahrscheinlich ist es auch ein Qualitätsmerkmal der Neuzeit, dass man während des gesamten Konzertes äußerst wenige, leuchtende Handydisplays im Publikum sah. Nach zwei Stunden neigt sich das Konzert dem Ende und man wundert sich ein wenig, wie viele Hits noch fehlen, obwohl andererseits doch auch nur Hits gespielt wurden. Und überhaupt: Warum spielen Machine Head einerseits als Headliner auf Festivals, andererseits auf ihrer Tour nur in 3000er Hallen? Oliver sagte das wäre, weil Machine Head keine jungen Fans zieht. Und tatsächlich sieht man mehr schüttes Haar, als Minecraft-Shirts. Was für ein Frevel, wo diese Band mit diesem Abend doch ein weiteres Mal bewiesen hat, dass sie eins der weltweit besten Beispiele dafür ist, warum man Konzerte besucht.

Ein Nebeneffekt davon, wenn eine Band, die eigentlich ins Stadion gehört, in einem vergleichsweise kleinen Club spielt ist übrigens, dass Tourshirts 30€ kosten. Egal, ich hab trotzdem eins gekauft, damit diese Band einfach für immer weiter macht.

3. Dezember 2014 | 11:40 Uhr

Filmemacher Danny Cooke ist, genauso wie ich, zu Zeiten der Chernobyl Katastrophe geboren. Vor einigen Monaten hat er für das CBS News Format “60 Minutes” den Ort des Geschehens Jahre später besuchen können. Seine Zeit dabei nutzte er unter anderem, um eine Drohne über die verlassene Stadt Prypjat zu schicken.

Das Ergebnis sind erstaunliche Bilder, welche die regungslosen, fast schon idyllischen Bilder einer Zivilisation zeigen, die von heute auf morgen nicht mehr weiter ging. Oder wie es Danny selbst sehr gut auf den Punkt bringt:

There was something serene, yet highly disturbing about this place. Time has stood still and there are memories of past happenings floating around us.

Oder kurz gesagt: So sieht die Welt wohl aus, wenn wir alle nicht mehr da sind.

3. Dezember 2014 | 10:55 Uhr


Heute vor 20 Jahren erschien in Japan die erste Playstation. Bis sie in Europa erschien, dauerte es zwar noch fast ein ganzes Jahr, dennoch reicht dieser Fakt aus, um mich furchtbar alt fühlen zu lassen. ZWANZIG Jahre!

Zeit für ein Geburtstagsständchen mit einem der schönsten Geräusche der Welt:

Der Playstation Start-Up Sound ist die Audioversion vom Geschmack von Crystal Pepsi.”Harvest Moon: Back to Nature” auf der Playstation ist übrigens der Grund dafür, warum diese Seite hier “Herm’s Farm” heißt. Da ich vor knapp 10 Jahren (huch!) meine alte Playstation heraus gekramt hatte und kurzzeitig Harvest Moon süchtig wurde und von einem Leben mit einem eigenen, digitalen Bauernhof träumte. Hat ja immerhin ganz gut geklappt bisher, ausser das eine Hälfte der Leute denkt, ich heiße “Hermsfarm” und die ander Hälfte denkt, ich heiße “Herms”. Dabei bin ich doch nur ein einfacher Bauer mit Deppenapostroph. (Was keins ist, weil es aus dem Englischen kommt.)

Jedenfalls: Happy Birthday Playstation! Du bist mir seit jeher ein treuer Begleiter. Auch wenn das natürlich nicht stimmt, da ich damals nur entfernt davon träumen konnte, eine Konsole im Jahr des Releases zu bekommen und damals noch ein Nintendo 64 vor dir auf dem weihnachtlichen Wunschzettel stand. (Den ich ja auch erst Jahre später selber kaufen musste)

Heute jedenfalls bin ich mit deiner Ur-Enkelin sehr froh und bin mehr als begeistert von der hübschen Jubiläumsversion.

(via Kotaku)

27. November 2014 | 13:39 Uhr

IN WENIGER ALS EINEM MONAT IST WEIHNACHTEN! AHHHH! Wie aufregend! ABER: Wer jetzt schon einen Weihnachtsbaum aufbaut, wird geboxt. Vor kurzem habe ich noch dazu geraten, für Weihnachten Spielkonsolen und Co. auf den Wunschzettel zu setzen. Das kam so gut an, dass ich gemeinsam mit den Weihnachtselfen von eBay gleich weiter fleißig Tipps gebe.

Mit meinem neuen Doppelleben als Fußballblogger und Möchtegernexperte rate ich natürlich zu einem erheblichen Fußballanteil auf dem Wunschzettel. Das bringt verschiedene Vorteile mit sich.

Ich habe zum Beispiel seit einiger Zeit einen “Torfabrik” Ball. Diese Praline unter den Fußbällen kostet über 100€ und zählt deshalb zu den teuersten Dingen überhaupt in meinem Besitz. (Zumindest definitiv zu den unangebracht teuren Dingen.) Ich bringe es deshalb nicht über’s Herz ihn mit nach draußen zu nehmen und im Dreck (!) dagegen zu treten (!!). Stattdessen liegt er neben meinem Bett und manchmal lasse ich ihn sanft durch den Flur rollen. Man denkt dann sofort, dass man mit so einem Ball vom anderen Stern direkt alle Tricks der Welt kann. Umso praktischer, wenn man ihn also nie mit nach draußen nimmt, um dann eines Besseren belehrt zu werden. Wer sich jetzt fragt, wie dann das Foto oben entstehen konnte – Natürlich ist das komplett CGI-animiert.

Ein weiterer Vorteil eines Fußballs unterm Weihnachtsbaum ist die lückenlose Überbrückung unangenehmer Familienmomente. Der nervige Neffe ist kurz vorm Kotzen wegen seinem gierigen Süßigkeitenkostüm und beschwert sich nur über seine Geschenke? BÄMM halbhoher Ball quer über den Tisch direkt an die Denkerstirn. Oder wenn die Gesprächsthemen zu langweilig werden, einfach mal einen Ball in den Weihnachtsbaum dreschen. Die Reaktionen sind bestimmt interessant und was für’s Familienalbum.

Seht ihr, macht doch alles wunderbar sind. Also ab zu eBay und meinen Empfehlungen.

24. November 2014 | 12:11 Uhr


Vor vielen Jahren als ich noch neben meinem Zebrahalbbruder Juselinho im Studentenwohnheim gewohnt hab, gab es mal einen großen Schlag. Ihm ist beim Abwasch (oder Aufwasch – je nachdem wo man her kommt) der noch an der Steckdose hängende Pürierstab ins Wasser gefallen. BRZRZRZZRZRZZZT! Ausser besagtem Schlag nichts weiter, was letztlich aber ein bisschen enttäuschend war, da wir eigentlich auf Superkräfte gehofft hatten. Er hat danach zwar noch für einige Tage wie eine kleine Trafostation leise gebrummt, aber ausserdem konnten wir keine besonderen Fähigkeiten feststellen.

In Russland lief das jetzt anders. Der zwölfjährige Nikolai Kryaglyachenko hat sich auf dem Heimweg von der Schule gegen einen Laternenmast gelehnt und daraufhin wegen einem defekten Kabel einen starken Stromschlag bekommen. Er flog durch die Luft und als er wieder zu sich kam, stellte er fest, dass er jetzt Superkräfte hat. Wie Magneto ist er plötzlich magnetisch!

Seine Erklärung dazu ist schon wunderbar:

“Als ich am nächsten Tag aufgewacht bin und aufgestanden bin, haben einige Münzen, die auf der Matratze lagen, an meinem Körper geklebt. Als mir beim Frühstück der Löffel aus der Hand fiel, blieb der auch an meiner Brust hängen.”

Noch tausend Mal besser als seine Erklärung sind aber die Beweisfotos dazu. Genau dafür wurde einst das Internet erfunden:

(via)

16. November 2014 | 22:06 Uhr


Neben der Tatsache, dass Mehmet Scholl vor kurzem 44 wurde und mittlerweile sein Sohn vor einem Profivertrag beim FC Bayern steht, gibt es nur noch eins, was mich wirklich alt fühlen lässt – YouTuber! Gerade, wenn man beim Fernsehen arbeitet bekommt man gerne mal öfters an den Kopf geknallt, dass das Fernsehen bald stirbt und alles nur noch im Internet statt findet. Die “Generation YouTube” übernimmt dann alles und die ticken ja ganz anders.

Jedes Mal wenn ich mich nun versuche auf die besagte “Generation YouTube” einzulassen, finde ich da einfach nichts interessantes dran. Also ich verstehe, dass man unterhaltsamen Menschen und ihren VLogs folgt, aber was da zum Beispiel als Comedy deklariert und gefeiert wird, verstehe ich einfach nicht. Das lässt mich einfach nur ratlos zurück. Wahrscheinlich ist das einfach so eine Generationenlücke. Da kann man machen was man will, man steigt einfach nicht dahinter.

So muss es meinen Eltern ergangen sein, als ich mit 7 Jahren mein Zimmer vollständig mit halb nackten, eingeölten, übermäßig muskulösen tapeziert habe, weil die WWF in mein noch junges Leben trat.

Im folgenden Video wird dieser Verständnisgraben rund um die “Generation YouTube” jedenfalls wahnsinnig toll portraitiert. Oder kurz gesagt: So fühlt es sich also an, wenn der Sohn YouTuber ist:

Schaut man sich die anderen Uploads in seinem Channel an, so kann es gut sein, dass es sich hierbei um einen Sketch handelt. Ich hoffe fast, dass es so ist, denn dann gibt es bald noch viel mehr davon. Mal schauen wann Jimmy Kimmel das Ganze auflöst …

11. November 2014 | 19:22 Uhr


Ich kann mir nicht vorstellen, dass es schwieriger ist, als eine Wohnung im umkämpften Berliner Wohnungsmarkt zu finden, aber ich bin zutiefst begeistert von den Entwicklungen der Rosetta Raumsonde der Europäischen Weltraumorganisation. Seit 2004 ist sie unterwegs gewesen, erreichte dieses Jahr im August 2014 endlich ihr Ziel, den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, studierte ihn seitdem und wird morgen versuchen, auf ihm zu landen. Ist das nicht verrückt?

Ob immer noch dieselben Personen für besagtes Raumsondenprojekt arbeiten? Das muss man sich mal vorstellen. 2004 wurde Rosetta losgeschickt und dann … joah, was machen wir jetzt? Abwarten. 10 Jahre später ist sie endlich an ihrem Ziel und fliegt dabei immer noch mit einer großen Portion Ungewissheit durch den Weltraum. Wenn ich überlege, was in meinem Leben allein seit 2004 alles passiert ist. ich stelle mir das so vor, als hätte ich eine Raumsonde während meines Zivildienstes 2004 losgeschickt und jetzt, 10 Jahre später, müsste ich die Technik von damals raussuchen und dieses andere Wunderwerk der Technik auf einem Kometen landen. Auf einem Kometen! Wie viele Festplatten, Speicherkarten, USB-Sticks und Computer ich allein seit 2004 geschrottet habe. Mein vollster Respekt gilt deshalb der ESA und ich bin gespannt, was Morgen passieren wird. Im Prinzip kann ja alles passieren.

Falls man sich gern Gedanken hingibt, dass in diesem Kometen das Ende der Menschheit schlummern könnte, sollte man sich folgende Audiodatei mal anhören.

Die ESA hat während ihrer Untersuchungen festgestellt, dass der Komet Geräusche von sich gibt. Das liegt an verschiedenen physikalischen Begebenheiten und ist im Prinzip ganz normal, so recht erklären kann man es sich allerdings nicht. Der Song den der Komet spielt, wie es die ESA nennt, ist für das Menschliche Ohr nicht hörbar, wurde deshalb entsprechend umgewandelt und klingt überaus gruselig. Vielleicht sind ja wirklich kleine (freundliche!) Maschinenwesen im Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Und selbst wenn nicht, ist es allemal eine großartige Leistung der Wissenschaft. In was für einer wunderbaren und interessanten Zeit wir doch Leben.

Hier gibt es den Livestream der Landung zu sehen:

(Und hier ist noch mal der Trailer von Prometheus)

9. November 2014 | 19:01 Uhr



Aufgepasst, in 45 Tagen ist Weihnachten! Geht man von der empfohlenen Tagesmenge von 2 Litern aus, heißt das also, dass man bis Weihnachten 90 Liter trinkt. Das entspricht etwa dem Fassungsvermögen einer handelsüblichen Regentonne oder dem Gewicht von Henry Maske. Ist da nicht Wahnsinn?! Wie auch immer, sobald der Vorweihnachtstagewert die 50er Marke unterschreitet, geht alles ganz schnell. Es wird also langsam höchste Eisenbahn sich über Geschenke Gedanken zu machen und unverzüglich zu handeln. Wie praktisch also, dass ebay meiner Expertise als Geschenkexperte vertraut und ich euch ein paar Tipps in Form einer Kollektion ans Herz legen kann.

Mir fiel mit dem älter werden irgendwann einmal auf, dass Weihnachten in puncto Geschenke exponentiell langweiliger wird. Am schlimmsten ist es im Teenageralter, da bekommt man nur noch solche Badetaschen mit Deo und Duschgel geschenkt, wo die Folie der Verpackung größer ist als das beiliegende Handtuch. Spätestens das ist auch der Punkt, wo Verandte einem nichts mehr schenken und Eltern keine Ahnung mehr haben, was sie verschenken sollen und die weihnachtliche Magie zunehmend verloren geht. Ich habe seitdem beispielsweise einen Akkuschrauber (mit Licht), eine Decke (mit meinem Namen drauf) oder eine Laptoptasche (die man als Rucksack tragen kann) bekommen.

Glücklicherweise kann man das mit gut ausgewählten Freunden und dem/der Lebenspartner/in kompensieren. (Das klingt jetzt so ausbeuterisch, aber ich verschenke ja auch wahnsinnig gern!) Dennoch fehlte mir Weihnachten im Vergleich zur Kindheit immer irgendetwas, nicht genauer definierbares. Wahrscheinlich lag es einfach daran, dass man als Kind noch einen ganzen Tag lang Angst vor dem Weihnachtsmann hatte und dann Spielzeug in der Größe von einem selbst bekam. Eine wahnsinnig emotionale Berg- und Talfahrt!

Irgendwann kam ich aber drauf: Das Geheimnis ist es, dass man sich Sachen wünschen muss, mit denen man direkt spielen kann. Ansonsten bekommt man ein Hemd mit komischen Aufdrucken oder einen Gutschein, den man sich den Rest des Abends als regloses etwas anschauen kann.

Des Rätsels Lösung ist meiner Meinung nach entweder ein großer Lego Bausatz oder eine Spielkonsole. Der Lego Bausatz fällt im Vornherein schon weg, da man für einen Baukasten in halbwegs vernünftiger Größe mittlerweile einen Kredit im fünfstelligen Bereich aufnehmen muss. Wenn die Familie also auf einen unterm Weihnachtsbaum verzichten kann, bzw auch auf den Fernseher am Heiligabend verzichten kann (eher unwahrscheinlich) ist das der perfekte Moment für eine Konsole.

Womit wir wieder bei meiner neuen ebay Kollektion wären: Konsolen und Games für den Weihnachtsbaum

Viel Erfolg damit! Ich kann es jedenfalls wärmstens empfehlen.