2. März 2012 | 20:09 Uhr


Den 29. Februar bekommt man nur alle 4 Jahre als zusätzlichen Tag geschenkt, weshalb man ihn möglichst sinnvoll und effizient nutzen sollte. Zwei Basis-Wesenszüge von mir befassen sich mit Fußball und Cola. Von daher war es äußerst sinnvoll und effizient, dass ich von Coca-Cola zum Länderspiel Deutschland-Frankreich eingeladen wurde.

Nebel, eine angenehme Kälte und Nieselregen. Ich kenne Bremen nur so. Perfektes Fußballwetter. Noch mehr zum Spielen, als nur zum Zuschauen. Aber da ich in jungen Jahren nie über die Rolle des harmlosesten Rechtsverteidigers des Thüringer Jugendfußballs hinaus gekommen bin, kam ich bei der Nationalmannschaft auch nie über die Rolle des Zuschauers hinaus.

Noch 100 Tage bis zur EM in Polen und der Ukraine. Die deutsche Nationalelf testet zum drittletzten Mal vorm Start und Platz für Experimente gab es leider keinen. Dafür wurden ein paar formschwache Spieler weiter mitgezogen, statt ein wenig rumzuprobieren. Umso erfreulicher, dass Marco Reus mal von Anfang an ran durfte.

Mehr gibt es zum Spiel dann schon fast gar nicht mehr zu sagen. Leider letztlich doch eines der eher semi-wichtigen Freundschafts-Länderspiele, die eher schlecht als recht vor sich hin plätschern. In etwa so, als würde zwar Internet gehen, aber nur Videotext angezeigt werden. Kurz gesagt: Ein Länderspiel, bei dem Tim Wiese im Tor steht.

Genug Zeit also, um sich auch mal in Ruhe auf ein paar Nebensächlichkeiten zu besinnen. Und das ging erstaunlich gut in der Coca-Cola Lounge des Westerstadions. Beheizte Sitze, das Buffett stets in Griffweite und 19372 Hektoliter (geschätzt) schwarze Koffeinbrause im Anschlag. Ach ja und Fußball. Vor mir das Weserstadion im Nieselnebel und neben mir Ailton. Mehr Fußballbremen geht wohl nicht. (Außer vielleicht noch einen zusätzlichen Tinitus vom traditionellen König-Otto-Fingerpfiff, aber er ist ja gerade anderweitig beschäftigt.)

Wobei solche exklusiven Sitzplätze sicherlich auch Probleme mit sich bringen können. Zum Beispiel, wenn man außerdem in unmittelbarer Nähe von Profis des VFL Wolfsburg sitzt. Ich hatte kurzzeitig Angst, dass Felix Magath mich nach dem Spiel dann mitnimmt. Heieiei. Aber ging ja eh nicht, ich hatte ja Fuß. Habe mir von nun an vorgenommen, alle weiteren sportlichen Großveranstaltungen mit einer Sportverletzung zu besuchen. Das fühlt sich so schön professionell an.

Noch eine Sache zu den nichtsportlichen Nebensächlichkeiten des Spiels. Beide Mannschaften haben äußerst hübsche Auswärtstrikots für die EM 2012:

Und nun zurück zum Fußballerischen: Meiner Meinung nach der richtige Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt. Übertrieben gute Vorbereitungen sind nie gut. Erst recht nicht, wenn so langsam aber sicher die Stimmung herrscht, man könne sich den EM Pokal einfach so abholen, müsste halt nur noch an den Spaniern vorbei. Aber es ist es eben doch keine Selbstverständlichkeit diverse große Fußballnationen mit mindestens 3 Toren Unterschied zu überrennen.

Erstaunlich, solche Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft. Was da alles auf dem Platz kurz vor Spielbeginn los ist. 19201830 Kinder rennen im Kreis, so das sich Figuren ergeben, dann werden Banner ausgepackt, wieder eingerollt, wieder ausgepackt, im Wind wehen gelassen, wieder eingepackt. Die Militärkapelle spielt, danach wieder überall Fahnen und Kinder. Erstaunlicherweise kein Feuerwerk. Irgendwann wird dann auch noch Fußball gespielt. Womöglich blieb es auch auf Grund des hohen Energieverbrauchs während der Pre-Show,  während des Spiels dann erstaunlich ruhig. Ich habe es glaube ich im Stadion noch nie erlebt, vereinzelte Leute aus der Fankurve rufen hören zu können. Und ebenso wenig habe ich es erlebt, dass sogar die Nachspielzeit (von 4 Minuten) ausgepfiffen wurde. Womit wir wieder bei der bereits angesprochenen Grundstimmung wären.

Glücklicherweise wird das alles aber während der Europameisterschaft sehr viel anders sein. Auf den Rängen und, noch wichtiger, auf dem Platz. Ohne Verletzungspech wird eine der besten deutschen Mannschaften, die je in einer EM-Endrunde standen in’s Rennen geschickt und ich bin mittlerweile schon in Sorge, dass die Vorzeichen so gut stehen, dass es zu viel des Guten ist und schon in der Gruppenphase Schluss ist. Wie dieser Moment vor der Prüfung, wenn man nach wochenlanger Vorbereitung für einen Moment alles vergisst. (Wobei ich gar nicht weiß, wie das ist, sich wochenlang auf eine Prüfung vorzubereiten.)

Das Länderspiel gegen Frankreich nutzte Coca-Cola um die Kampagne zur Europameisterschaft 2012 vorzustellen. Zum Ausnahmezustand EM wird sich in diesem Jahr alles um den Slogan “Achtung Fanfieber!” drehen. Im Wesentlichen geht es darum, wie Menschen vom Fanfieber gepackt werden und dann … BOOM! … laufen alle rum wie behangene Weihnachtsbäume im Fußball-Stil. Online wie auch in echt wird es zahlreiche Möglichkeiten geben, sich in die eigenen Fan Farben zu werfen. Da ich selbst kein großer Freund von Fußballverkleidung bin und mich lieber auf den Sport an sich konzentriere, habe ich meine Sticker mal benutzt und den jungen Berti Vogts ein wenig dekoriert. Immerhin gelang es ihm als letzter, eine deutsche Mannschaft zum Europameistertitel zu bringen.

Sehr praktisch finde ich den “TOOOOORRR!” Sticker. Nach einer Niederlage kann man ihn einfach in einen kritischen “OOOORRRR!” Sticker abwandeln. Die wichtigste personelle Nachricht im Hause Coca-Cola ist, dass Manuel Neuer Werbefigur der Kampagne zur EM sein wird. In Zusammenarbeit mit Panini gibt es über 50 Millionen (Holy Moly!) Sticker exklusiv nur bei Coca-Cola. So schaut das dann aus:

Die Nachricht musikalischer Natur überraschte mich sehr: Den offiziellen Song zur Kampagne, den es gemeinsam mit jeder Dose zum kostenlosen Download geben wird, stammt von Gogol Bordello und klingt so.

Coca-Cola Zero ist übrigens zum ersten mal bei einem internationalen Fußballereignis dabei und neben der Panini Aktion mit Manuel Neuer gibt es jede Menge Tickets zu gewinnen. neben den großen Kontigenten gewöhnlicher Tickets gibt es erstmals so genannte “Ultimate Access Tickets”. Der Name ist Programm: Man reist am tag vor dem Spiel an, bekommt eine komplette Stadiontour, übernachtet im 5-Sterne Hotel und bekommt VIP-Tickets für ein Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft. Ich kann ja Coke Zero sonst gar nichts abgewinnen, aber wenn ich das so lese, gerät der Fußballnerd in mir ganz schön ins stottern, muss ich gestehen.

Nicht mehr lang! Bis dahin kann man sich das hier pausenlos anstarren und wenn ich noch einen Wunsch sportlicher Seits für die EM aussprechen dürfte, dann wäre es wohl, sich ein Beispiel an Lionel Messi zu nehmen. Nicht wegen seiner überragenden spielerischen Fähigkeiten, sondern wegen der Tatsache, sich nicht bei jeder Kleinigkeit fallen zu lassen.

PS: Ich habe Oliver Bierhoff die Hand geschüttelt und mich vorgestellt. Fühle mich jetzt ganz nah am Team. ESSOLLENDLICHEHEMMSEIN!!!!!!!!!

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