Als hätte es die Schneematscherei am Vortag nicht gegeben scheint nun wieder die Sonne. Hier und da liegt noch ein wenig Schnee im Schatten, aber der Himmel könnte kaum blauer sein an diesem Sonntag. Zeit für einen Spaziergang!

Es dauert ewig, bis ich am Morgen mal auf dem Dampfer und fertig für meinen Spaziergang bin. Wo geht man in New York spazieren? Richtig, im Central Park. Und warum fährt man zum Central Park? Richtig, wegen John Lennon. Der wohnte nämlich gemeinsam mit Yoko im sogenannten Dakota Building direkt neben dem Central Park. Den Beiden schien es dort gut zu gefallen, so das ihnen irgendwann ganze 5 Appartments dort gehörten. So sah das damals aus:

Und so heute:

Leider Gottes ja bekanntermaßen ohne John Lennon, denn der wurde am Eingang von eben diesem Haus tödlich angeschossen.

Im Central Park gibt es ein kleines John Lennon Memorial, was ich mit besagtem Herren auf den Ohren natürlich während meines kleinen Spaziergangs auch besuchen wollte.

Mein Handy ist in den letzten Tagen einmal mehr ein praktischer Begleiter geworden. Im Wesentlichen hangele ich mich die meiste Zeit von WLAN zu WLAN und schaue was es in unmittelbarer Nähe so gibt, oder suche einfach bei Google Maps danach, wo ich gerade hin will. So schlau wie das ist, muss man da ja nur ein paar Wortfetzen reinwerfen und schon wird man dahin gebracht, wo man gern hin möchte. Das muss irgendwie mit Gedankenkraft funktionieren, keine Ahnung.

Das kleine Denkmal befindet sich bei oder besser gesagt in Strawberry Fields des Central Park. So tippte ich kurzerhand (ist ja schließlich recht groß, dieser ominöse Park) „Strawberry Fields Central Park“ in mein Maps Dingsbums und bekam prompt ein Ergebnis. Ich war zwar ein wenig verwundert, dass es sich dabei scheinbar um einen Platz eine Straße unmittelbar neben dem Central Park handelte, aber da das Denkmal ein Mosaik im Betonboden ist, macht das ja irgendwie doch (zumindest halbwegs) Sinn. So lief ich mit „Working Class Hero“ im Ohr dorthin und fand dann das hier vor:

Wichtige Lektion: Auch wenn es noch so tolle Sachen kann, niemals dem Telefon blind vertrauen.

Kurz darauf fand ich mein eigentliches Zeil aber glücklicherweise doch noch. Und zwar ziemlich direkt am Eingang des Central Parks neben dem angesprochenen Dakota Building. Und dann steht man vor einem Denkmal, dass der Bezeichnung „Denkmal“ wortwörtlich kaum gerechter werden könnte:

We all shine on.

Gemütliche Spaziergänge lassen sich am besten mit noch gemütlicheren Kinofilmen ergänzen. Glücklicherweise ist vor kurzem „Being Elmo“ in exakt einem Kino in New York angelaufen. Eine Dokumentation über den Puppenspieler von Elmo und … nun ja … irgendwie auch Elmo selbst. Ich hatte hier schon mal etwas ausführlicher darüber geschrieben.

Und was soll ich sagen? Der Film ist großartig. EIne der interessantesten und besten, wenn nicht sogar die beste Dokumentation die ich je gesehen habe.

Nicht das sie das tun würde, aber meine Bewertung des Films könnte auch deshalb so überaus positiv ausfallen, da ich danach Kevin Clash in persona getroffen habe. Kevin Clash ist der Mensch um den sich alles in diesem Film dreht und er ist, was ja mittlerweile klar geworden sein durfte, die Person hinter Elmo. Das ist erstaunlich zu sehen, wie viel Seele er in so eine Puppe stecken kann. Und um ehrlich zu sein habe ich nur selten Menschen mit einem ähnlich großen Herzen getroffen.

Und überhaupt: Team Elmo + Hermo = Team Awesome!

Ich hatte eine Originalpuppe aus der Sesamstraße auf mir rumsitzen. Die dann auch noch Witze mit mir gemacht hat. So langsam komm ich mit dem Kindheitstraumerfüllungszählen nicht mehr hinterher, hihi. Also: Wannwiewoauchimmer ihr die Chance dazu haben solltet, diesen Film zu sehen, tut es! Vielleicht werde ich es sogar sein, der der Produzentin dazu verhilft, dass der Film auch hier und da in Deutschland kommt. Lustig, wen man alles kennenlernt, ist man erstmal in New York.

Und wo ich eh schon den ganzen Tag bei gefühlten Unwirklichkeiten war, dachte ich mir, könnte ich das doch gleich weiter fortsetzen. Wenn ich vorstellen darf: Das Hauptquartier der Ghostbusters!

Diese erstklassige Gewehgzeichnung vor der Tür beweist es sogar für Zweifler:

Wobei auch das Slimer nicht sonderlich beeindrucken konnte:

Und wo wir einmal im Film/Comic-Nerdbereich sind: Keine Ahnung, ob hier junge X-Men unterrichtet werden:

Mein Alternativprogramm wäre übrigens Sport gewesen. Ein bisschen US Fußball oder ähem „Soccer“ schauen. Aber zum einen hatte ich ja, wie man sieht, ein weitaus besseres Programm und zum anderen kann ich eine Fußballliga irgendwie nicht für voll nehmen, bei der Frank Rost als absoluter Superstar gefeiert wird, wenn er beispielsweise wie zuletzt mit seinen New York Red Bulls im Bostoner Pizza Hut Park aufläuft. Hmmm. Insgeheim ist das ja noch so ein Plan in meiner Hinterhand. Wenn es sonst nichts wird, werde ich Berufsfußballer in den USA. Im Prinzip ziemlich super. Oder ich steige unmittelbar ins Management ein. Während meines Aufenthalts ist nämlich der CEO der legendären New York Cosmos zurückgetreten. Das schöne an diesem Job wäre, dass Eric Cantona mein unmittelbarer Kollege wäre. Das müssen tolle Meetings sein. Aber zurück zu meinem Gemütlichkeitssonntag!

Der endete thematisch kurz darauf, wie er angefangen hatte: Mit einem großartigen Musiker. Ein hervorragendes Album um es an einem Sonntagabend als letzter Kunde vor Ladenschluss in einem kleinen, beschaulichen Plattenladen zu kaufen:

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