Auch im Jahre 2015 finde ich es irgendwie komisch, ein Smartphone mit mir rumzutragen. Nicht falsch verstehen, ich finde es super, was man mit dieser kleinen Kiste alles machen kann. Es beunruhigt mich nur irgendwie, permanent ein Ding im Wert von zwei Kühlschränken in der Hosentasche zu haben. Ich weiß nicht, ob ich jemals dieser Verantwortung gewachsen sein werde.

Vor einiger Zeit habe ich mir jedenfalls ein neues Modell genehmigt, wodurch diese Grundängste wieder in mir aufkamen. Schlimmer noch, das Handy fängt langsam an, Herr über mein Leben zu werden. Nicht etwa, weil ich nicht aufhören kann, darauf umzutippen, sondern weil es sich scheinbar zunehmend neue Wege überlegt, um mich dumm aussehen zu lassen.

Alles begann vor ein paar Wochen in einem Hotel in Hamburg. Für einen kurzen Weg dachte ich mir, zum ersten Mal das Navigationsfeature von Google Maps voll und ganz zu nutzen. So als wäre ich mit dem Auto unterwegs, nur eben ohne Auto. Im Fahrstuhl allerdings sagte mein Telefon mehrmals „KEIN GPS SIGNAL GEFUNDEN!“, was mir wegen Musik auf den Ohren erst nach dem dritten Mal auffiel. Zu spät, alle Anwesenden hielten mich zu diesem Punkt bereits für ein aufwändiges Bionikexperiment.

Schlimmer noch kam es, als ich letzte Woche mit dem Bosch Technikservice telefonierte. Am neuen Kühlschrank fehlte ein Bauteil. Man muss dazu wissen, dass der Bosch Technikservice eine ernste Angelegenheit ist. Da sitzen keine aufgeregten Studenten, die sich ihre Alkopos verdienen und keine Ahnung haben. Nein, da sitzen alte, allwissende Techniker, deren Unterton stets „du hast keine Ahnung“ vor sich hin säuselt.

Solltet ihr jemals die Seriennummer eures Kühlschranks suchen: Die hat ungefähr 200 Stellen und ist hinter der Gemüseablage versteckt. Während der Suche danach, machte sich mein Handy einen Spaß daraus und aktivierte das Tastenfeld auf dem Display. Während ich also angespannt versuchte, die Nummer richtig zu lesen, wählten meine weichen Teddybärwangen plötzlich Nummern auf dem Tastenfeld. Egal wie sehr ich mich konzentrierte und das Telefon anders hielt, immer wieder … tuuut. Mal länger, mal kürzer gedrückt.

Bei der Arbeit einer Technikhotline hat man wahrscheinlich schon sehr viel erlebt, aber irgendwann reichte es auch dem in sich ruhenden Bosch-Technikexperten am anderen Ende der Leitung: „Herr Herrmann, ich kann sie nicht verstehen, wenn sie die ganze Zeit die Tasten drücken!“ Ich hatte einen astreinen Homer Simpson gebaut. Danke Telefon, ich bin gespannt, was du dir als nächstes für mich einfallen lässt.