28. März 2011 | 10:20 Uhr

Wenn die Institution Musikantenstadl 30 jährigen Geburtstag feiert, ist das natürlich Grund genug, hierfür eine ausführliche Stadlzeit anzusetzen. Weil so eine Analyse mehr als zweimal so lange dauert wie die Sendung selbst (was auch schon zweieinhalb Stunden sind) ist das Ganze dieses Mal aufgeteilt. Teil 1 …. go!

30 Jahre Musikantenstadl bedeutet insgesamt 200.000 Musikanten in 98 Städten auf 5 Kontinenten. All jene wurden mit Blasinstrumenten ausgestattet und laufen jetzt erstmal durch die Halle. Scheint zumindest so, von der Anzahl passt es. Ein Opa, der noch mal vom Rollwagen mit Bier (?) naschen wollte, entgeht nur haarscharf einer Gamsbartkollision:

Ich werde ja nicht müde das zu erwähnen: Viele Menschen die dort sind, zahlen ja sehr viel Geld um an den vorderen tischen Platz zu nehmen, da hier die Chance sehr groß ist, einen persönlichen Fernsehmoment zu ergattern. Blöd nur, wenn man in eben diesen 3 Sekunden Ruhm damit beschäftigt ist, eine Fernsehaufnahme selbst noch mal mit eigenen High Definition Geräten aufzunehmen. Da hätte man doch winken können!

(Das hat mit der Sendung jetzt überhaupt nichts zu tun, aber vielleicht sorgt es ja für zusätzliches Flair: Ich schaue mir die Aufnahme der Sendung gerade in einem stark überfüllten ICE an. Sitze dabei auf dem Boden an einer der Türen, links von mir hat sich ein Polizist postiert mit einer Hand am Halfter abgestützt und rechts neben mir hat eine Servicekraft gerade seine Müllsäcke abgestellt. Stadlzeit!)

Der Jubiläumsstadl wird übrigens aus Fribourg in der Schweiz übertragen. Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich meine erste Stadlzeit auch mit einer Sendung aus Fribourg. Doppeltes Jubiläum!

HIGH FIVE!

Semino Rossi ist erster musikalischer Gast des Abends. Er singt Sachen wie „Hab nur noch ein Ziel im Leben und das bist du.“. Unterlegt mit dem gewohnten Semino-Blick darf das durchaus als Drohung verstanden werden. Die Person, die er besingt ist ihm laut eigener Aussage wichtiger als sein eigenes Leben, Licht, Luft und die Erde. Und dann ist da immerzu ein Engel. Fantasiert Herr Rossi hier womöglich über ein Leben fernab, abgeschieden in den unendlichen, dunklen Weiten des Weltalls gemeinsam mit einer ausserirdischen Lebensform? Wo kommt Herr Rossi eigentlich her? Angeblich Argentinien. Aber mal ehrlich … Semino Rossiwell?

Mal mehr mal weniger prominente Menschen werden Eingeblendet und geben ein paar Gedanken zum Stadl zum Besten. Axel Schulz wird 4 mal eingeblendet. Seine Aussagen sind:
„Dit is einfach ne Mucke die Spaß macht“
„Der Mauerfall war natürlich gigantisch“
„Damals war et ja noch DDR. Et hat ja erst kurz danach gewendet und da war voll!“
„So sah meine Mutter früher aus.“

Stefanie Hertel und Stefan Mross sind die nächsten musikalischen Gäste und lassen ein Geburtstaglied von sich hören. Die machen das ja auch schon, seitdem sie Kinder sind. Stefanie allein singt noch ein Medley ihrer größten Hits. Nach „Mambo Fieber“ kommt die Ansage: „Liebe Gäste, jetzt geht’s runter vom Sofa und ab in den Wald!“ Ja, richtig. Ich konnte es ebenfalls nicht so recht einordnen, da sich in der Halle in Fribourg auch erstmal nichts tat, da sich dort weder Sofas, noch ein Wald befand. Die Auflösung: Das Lied heißt so! Runter vom Sofa und ab in den Wald! Ein Lied übers Abnehmen. Schön.

Es gibt nun einen Musikblock mit diversen Interpreten aus dem Zillertal. Mir fällt an dieser Stelle wieder auf, wie traurig das eigentlich ist. In nahezu allen Liedern, welche von Männern gesungen werden, geht es darum, dass man eine Frau unbedingt haben will. Da würde man auch alles für geben. (Zum Beispiel das Licht und die Erde) Komischerweise kann das auch immer nur nachts passieren. Kommt es dann tatsächlich zum „Busserl“ (meistens nicht) wird entweder direkt geheiratet oder, wie bei den „Ursprung Buam“: „Am Grande Canale ist Amore so schön, aber ich gehör’ in die Berge, das musst du versteh’n.“ Der Grande Canale ist übrigens in Venedig, keine Ahnung wie die da jetzt hingekommen sind.

Die Inhalte der Lieder werden immer komplexer. Dieses Mal mit „Die jungen Zillertaler“. Also. Er geht aus dem haus und dann: „Fliagt a Flieger vorbei, da wink i zu ihm rauf. Bist du au noch dabei, da bin i super drauf.“ Plötzlich heißt es dann aber „… und ich schwimm zu dir rüber.“ Ist das jetzt wieder ein Venedig-Verweis? Ich weiß es nicht.

Noch cooler sind jetzt eigentlich nur die „Zillertaler Haderlumpen“. Das Lied geht so: „OhhhhhhhOohhhhhhOoooOOohhhhhh wär ich nur ein oder zwei oder dreitausend Jahre am Leben.“ Hmm ja, das wär’s doch!

Da! Schon wieder! Es muss wieder nachts sein. Genauer gesagt: „Wär ich nur ein oder zwei oder dreitausend Jahre am Leben, würde ich dir noch ein oder zwei oder dreitausend Gründe geben, um mit mir ein oder zwei oder dreitausend Nächte zu riskieren.“ Zu riskieren?! Was zur Hölle machen die da?! DREITAUSEND NÄCHTE LANG?!

Teil 5 des Zillertaler Musikblocks. Und das ist wirklich harter Tobak jetzt. Mark Pircher muss einer Frau alles beichten singt er. Aufgepasst: “Nummer 1: Erstmal will ich dich küssen. Nummer 2: Ich berühr deine Lippen.“ Da setzt es schon wieder aus bei mir. Wenn man einer Frau beichtet, dass man sie küssen möchte … okay. Aber was muss man tun, um einer Frau zu beichten, dass man ihre Lippen berührt?! Beichten an sich beinhaltet ja, dass die Frau davon zuvor nichts davon wusste. Hat sie etwa eine Nacht riskiert? Aber es kommt mit Nummer 3 noch schlimmer. “Nummer 3: In Gedanken will ich nicht nur tanzen.“ und dazu dieser Blick:


Er ist cool:

Jetzt spielen all Zillertaler Bands noch einmal den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. An dieser Stelle vielleicht eine kleine Nebeninformation: Meinen Eltern habe ich zu verdanken, dass mein erstes Konzert eines der „Zillertaler Schürzenjäger“ war, ich weiß also durchaus, wovon ich hier rede.

Phew, der Zillertaler Block ist durch. Jetzt singt Francine Jordi, dass sie so sehr in das Leben und die Musik verliebt ist, dass sie auf einem anderen Stern ist. Womit wir wieder das Thema Weltraum hätten. Ach ja und die Liebe liebt sie auch. Passt ja irgendwie.

Die gute Francine singt ein Medley. Jetzt ist sie auf einmal am Meer in griechenland (nach 1000 Träumen). Und dort tanzt sie mit Alexis, den sie dort am Abend kennen gelernt hat. Genau genommen singt sie dann: „Tanz Alexis, tanz! In deinen Augen liegt ein ganz besonderer Glanz. Ich spür die Liebe und ich spür auch schon den Wein, ich möchte für immer bei dir sein.“ Ja, gerade die Männer in griechischen Urlaubsressorts sind an längerfristigen Bindungen sehr interessiert. 3000 Jahre, Alexis.

Damit sind wir auch schon am Ende des ersten Teils zur Jubiläumsstadlzeit angekommen. In Kürze geht es weiter!

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