Die Welt der Memes kann sehr unterhaltsam sein (solange sich keine Werbeagentur daran versucht). Es ist einfach eine interessante Form der Internetkultur, die irgendwie, irgendwo durch Zufall entsteht. Plötzlich wird ein Bild zum Sinnbild und das ganze Netz versucht sich in Ideen dazu zu überbieten.

Es gibt einen klaren Sinn und eine Funktionsweise dahinter, die wie überall anders auch, gerne falsch verstanden und genutzt wird. Plötzlich gibt es Werbeplakate die der Meinung sind, sie wären ein Meme weil sie einfach auf irgendein Foto die fette Impact-Schrift mit schwarzer Kontur setzen. Oder vollkommen sinnlose Zeilenumbrüche. Es hat schließlich einen Sinn, was oben und was unten steht. Oder auf deutsch! Und … ach, ich will mich gar nicht weiter darüber aufregen. Es scheint jedenfalls noch ein weiter Weg zu sein, bis Corporate Seiten bei Facebook und Co verstanden haben, was dieses meme-Dings überhaupt ist und wie man es nutzt.

In jedem Fall finde ich es immer interessant, wer eigentlich die Menschen hinter den Memes sind. Also nicht diejenigen, die durch Zufall irgendein Foto zum Meme gemacht haben, sondern die Menschen auf den Fotos. Wie das wohl sein muss, plötzlich im Internet zum Sinnbild für etwas zu werden? Eine bizarre Form der Prominenz. Bis auf wenige Ausnahmen hat man, scheinbar jedenfalls, zumindest finanziell, rein gar nichts davon.

In der US-Ausgabe der Vanity Fair gibt es gerade einen Artikel über das „Ermahgerd-Girl“. Äußerst interessant, denn sie wusste auch rein gar nichts davon, bis es ihr jemand unter die Nase rieb, dass sie gerade heißer Scheiß im Internet wird. Besonders schön sind folgender Abschnitt:


Three years after first becoming an unwitting meme star, Goldenberger, who works as a nurse in Phoenix, still occasionally experiences the surreal, stupefying jolt of being ambushed by her own face online. “My eyes just get wide and I say, out loud, ‘This is so fucking weird.’ ”

Goldenberger’s friends delight in revealing her online identity to strangers at every opportunity. “Then there’ll be a 30-minute session of them looking at every single version of it. I have to fake-laugh as if I haven’t seen them all before,” said Goldenberger. “I just can’t believe this is my 15 minutes of fame—I was hoping it would come in another form. But I guess you have to take what you can get.”

Um Gottes Willen. Man muss sich das mal vorstellen. Lustige Bilder aus dem Internet und erst Recht Memes gemeinsam anzuschauen und womöglich noch zu erklären ist ja so schon unangenehm genug. Aber dann ist man da auch noch drauf und muss das andauernd machen.

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