Momentaufnahme um 4 Uhr morgens

Bei manchen Dingen ärgere ich mich, popkulturell nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Für Nirvana war ich zum Beispiel ein paar wenige Jahre zu jung und zu weit auf dem Dorf. Andere Dinge hätte ich miterleben können, habe sie aber nicht. Harry Potter zum Beispiel. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, das Ganze nicht mitgemacht zu haben. Wäre doch schließlich super gewesen, gemeinsam mit den Akteuren einer (scheinbar) so guten Geschichte älter zu werden.

In jungen Jahren, ich dürfte in etwa 10 gewesen sein, habe ich meinem Onkel mal eine Videokassette mit irgendeiner belanglosen Sendung drauf geliehen. Als er mir die Videokassette zurück gab, hatte er die Sendung überspielt und auf dem Aufkleber am Rücken der Kassette stand „Krieg der Sterne“. Ich ärgerte mich, dass die belanglose Sendung, an die ich mich heute nicht mehr erinnern kann, überspielt wurde und hatte nicht wirklich Lust einen uralten Film mit Krieg im Weltall zu sehen.

Mit 13 sah ich dann Episode I. Das coolste am Film fand ich die Papp-Aufsteller mit dem kleinen Anakin, dessen Schatten die Form von Darth Vader hatte. Den Film selbst, wie der Rest der Welt, eher so mittelmäßig. Nichts was ein besonderes Fan-Dasein in mir hätte entfachen können. Die folgenden zwei Filme habe ich nur noch am Rand so halbwegs mitbekommen.

Das Thema Star Wars an sich hielt ich weiter immer für interessant, hatte bislang aber keinen 100%igen Einstieg. Ich mochte die Welt in der das Ganze spielte, den Look und den damit verbundenen emotionalen Kitsch, solange Staub daran klebte. Vor ein paar Jahren dann der Knall: Lucasarts wird von Disney aufgekauft und der neue Film wird mit JarJar Abrams gemacht.

Uhh! Endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein Regisseur von dem ich viel halte macht einen Film einer Reihe von der ich an sich viel halte, aber bislang nie so ganz eintauchen konnte. Ein günstiges Zusammentreffen, was sich das Universum da ausgedacht hat. Und so stürzte ich mich vollends in den Hype. Beziehungsweise eher nicht. Schließlich wollte ich mein grundlegendes Filmerlebnis nicht durch das permanente Suchen von Gerüchten und dergleichen in keinster Weise trüben. Vor einigen Wochen dann der erste Trailer, ein bisschen Gänsehaut, mehr dann aber auch nicht. Ich will alles im Kino zum ersten Mal erfahren und hasse es, wenn (wie in diesem Fall zum Glück nicht) Trailer 90 Prozent des Plots hergeben.

Vor einigen Wochen startete dann der Kartenvorverkauf für die 0 Uhr Premieren des Films. Ich überlegte den ganzen Tag, ob ich mir das antun sollte. Ich würde am Abend aus Hamburg zurückkommen und dann noch vollkommen zerschossen ins Kino gehen. Muss ja nicht sein. Oder doch? Pünktlich als der Vorverkauf startete entschied ich mich spontan dazu es doch zu tun und muss sagen, es war eine meiner besten Entscheidungen des Jahres.

Ein Kino voller Menschen, die einen Film wertzuschätzen wissen, überordentlich viel Vorfreude mit sich tragen und dann auch noch schlecht sitzende Kostüme anhaben – Perfekt! Fast schon schade, dass man Filme nicht öfters derart zelebriert, schließlich sind sie oftmals ja wirklich großartige kulturhistorische Werke. Am Wochenende schaute ich mir die Episoden IV bis VI noch einmal an und steigerte meine Vorfreude auf ein Höchstmaß.

Ich mag Hypes übrigens. Ich mochte das Gefühl, als ich an einem bis dahin langweiligen Mittwochabend zum Sony Center lief und sich auf dem Weg dorthin alle angrinsten, weil klar war, wohin es nun ging. Ich verstehe es, wenn man genervt davon ist, dass wirklich überall irgendwelche Star Wars Bildchen drauf sind. Aber mal ehrlich, ist es nicht tausendmal besser so, als wenn wie sonst üblich, überall Helene Fischer drauf kleben? Na also. Habe ich eben tatsächlich „als wenn wie“ benutzt und das ist grammatikalisch auch noch korrekt? Zurück zum Thema. Bei Star Wars ist das ja auch was anderes als zum beispiel bei einer Fußball WM. Bei Star Wars werden coole Figuren vermarktet, bei einer WM dann ähh Länderfarben. Ich bin großer Fußballfan und ich sehe das nicht als Privileg an (haha!) deshalb darf es zu WM und EM gern unendlich viele Eventfans geben, nervig ist nur, dass das Ganze dann mit Partypatriotismus verwechselt und verbunden wird. Das kann bei Star Wars nicht passieren. Dumme Menschen werden durch Star Wars nicht dümmer, bei Fußballgroßereignissen hingegen kann das schon mal passieren. Also: Der Star Wars Hype ist toll. Und herrje, selbst wenn man es nicht mag ist es dann ja auch egal ob nun ein Yoda auf den Orangen ist oder nicht. Man hat sie ja vorher auch nicht wegen der eleganten Etiketten gekauft.

Na gut, man darf auch genervt davon sein. Allerdings verstehe ich es nicht, dass es nach der Generation „Ich habe keinen Fernseher Zuhause und bin stolz darauf!“ auch noch Leute gibt, die stolz darauf sind, noch nie einen Star Wars Film gesehen haben. Wow, großartige Leistung. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Es gibt sogar Medienhäuser, die Menschen, die noch nie Berührungspunkte mit Star Wars hatten, ins Kino schicken, damit sie dann zerreissende Kritiken schreiben. Schließlich macht ja alles keinen Sinn im neuen Film. Ähm okay. Für alle die der Hype nervt, finde ich diesen Tweet hier ganz wunderbar:

Und keine Sorge, in einer Woche ist dann erstmal alles wieder vorbei. Dann können alle wieder Revolverheld hören und mittelmäßige Romantic Comedies im Kino schauen. Ich finde „Das Erwachen der Macht“ übrigens perfekt für Leute, die bislang noch keinerlei Berührungspunkte mit Star Wars hatten. Genauso gut funktioniert der Film aber auch als Brücke zu den alten Teilen und liefert dabei wunderbare Bilder. Man könnte wahrscheinlich beinahe jeden einzelnen Frame des FIlms als Poster ausdrucken. Das alles kommt nicht von ungefähr. Vor Jahren hat ein YouTuber mal einen sehenswerten Clip zusammen gestellt, was Star Wars für ihn ausmacht und das Ganze an JJ Abrams gerichtet.

Abrams meldete sich daraufhin bei ihm und die beiden brainstormten ein bisschen. Eine von vielen kleinen Geschichten, die auch verdeutlicht, warum der Film so schön geworden ist, wie er nun mal ist. Am Tag nach der Premiere habe ich mir vorgestellt, wie JJ Abrams sich durch diverse Foren im Netz klickt und super erleichtert ist, dass die Reviews alle so gut ausfallen. Ich bin gespannt wie es weitergeht und überaus glücklich popkulturell endlich mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort für den Film des Jahres gewesen zu sein.


GEWINNSPIEL

Und weil ihr jetzt alle gelernt habt, dass der Star Wars Hype etwas Gutes ist, soll sich das auch noch für euch lohnen. Mit freundlicher Unterstützung von Samsung verlose ich deshalb nämlich beide Versionen des streng limitierten „Samsung Galaxy S6 Star Wars-Bundle“. Genauer gesagt gibt es:

1 x die DARK SIDE EDITION
Galaxy S6 32GB I Black-Sapphire
Induktive Ladestation Black
Back Cover “Sith Lightsaber”
„Star Wars™: Galaxy of Heroes“ In-App Items im Wert von 10 Euro

1x die LIGHT SIDE EDITION
Galaxy S6 32GB I White-Pearl
Induktive Ladestation White
Back Cover „Jedi Lightsaber”
„Star Wars™: Galaxy of Heroes“ In-App-Items im Wert von 10 Euro

Um teilzunehmen kommentiert dafür einfach bis zum 21. Dezember um 21:00 Uhr einmal unter diesem Beitrag, welcher Seite der Macht ihr angehört. Die Gewinner werden dann per Zufallszahl ausgelost und per Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

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