27. Januar 2012 | 16:19 Uhr


Heute erscheint das neue Album der englischen Haudraufjungs von Pulled Apart By Horses. Ein Umstand der mich an einen Fakt erinnert, der mir schon öfter aufgefallen ist: Bands, die mit Pferden zu tun haben, sind fast immer gut. Es folgt ein kleiner Überblick.


PULLED APART BY HORSES


Es gibt Worte, die eigentlich etwas Tolles beschreiben, aber schon so eingestaubt sind, dass sie albern klingen. Allerdings finde ich nun mal, dass kein Wort besser zu dieser Band passt, als zackig. Es passiert ständig etwas, wird aber nervig. Ich höre gerade das Album zum ersten Mal durch und es scheint zu gefallen. Der Rolling Stone schrieb sehr schön dazu:

Weitergeskippt hat sicher keiner, wenn bei Nirvanas “Nevermind” der böse Song “Territorial Pissings” kam. Aber man war doch heilfroh, dass die zweieinhalbminütige Brüllschrott-Attacke auf der Platte die Ausnahme war. Allerdings: Wäre Kurt Cobain noch am Leben, würden Nirvana heute sicher nicht wie die Foo Fighters klingen – sondern wie diese vier Halbirren aus Leeds, die nicht mal besonders viele Haare und Tattoos haben, aber Punk und Heavy Metal, Hard- und Indie-Rock, Blutdurst, Stagediving-Wahn und den Glauben an Erlösung durch Gitarren so phänomenal in Einklang bringen, dass es keine Verständnisprobleme mehr geben dürfte.

Klingt so:


BAND OF HORSES

Ich hielt mal ein Jahr lang Band of Horses für die vielleicht beste Band der Welt und habe mich dabei wohl ein wenig daran überhört. Vielleicht war ihr letztes Album aber auch wirklich ein wenig belanglos. “Cease To Begin” jedenfalls (das letzte Album bei Sub Pop) war wunderbar. Allein schon wegen diesem Song hier, der mich von der ersten Sekunde an gepackt hat, musikalische Sonntagabendmelancholie in Reinkultur ist und auch 6 Jahre später noch ungelogen eines der schönsten Lieder der Welt ist:

Klingt so: Auf der Sub Pop Labelseite gibt es praktischerweise die besten Songs von besagtem Album als kostenlosen Download.

HORSE THE BAND

Die Vorreiter des Nintendocore. Sprich, Alleskaputthaumusik begleitet von kitschigen 8-Bit Keyboardmelodien. In etwa so, als würde man am Morgen nach einer Party einen Erdnussflip vom Teppich essen, der in Verbindung mit pharmazeutischen Erzeugnissen kam. Meine Lieblingsgeschichte der Band ist, dass sie vor einigen Jahren eine fürchterliche Tour abbrechen wollten und eine gute Entschuldigung dafür brauchten. Die Entschuldigung war: “We left that tour because we ate really, really, really good pizza in Lou Malnati’s in Chicago with Dave’s grandparents. The pizza was such that we were inspired by God to write music of the kind not heard in this world since Mozart was fed his first currywurst.” Danach nahmen sie eine Woche lang eine EP auf, die sich einzig und allein mit dem Thema Pizza beschäftigt. Find ich gut. Ebenso interessant dürfte die Doku über die letzte Tour sein. 45 Länder in 90 Tagen auf eigene Hand. Die Doku kann man per Torrent auf der Webseite laden. (Trailer)

Klingt so:


AN HORSE


Man könnte meinen Cate und Damon aus Brisbane wären Geschwister, so gut wie sie zusammen klingen. Indiepop, aber die gute Variante davon. Kein belangloses Gedüdel sondern schöne Melodien, die manchmal auch Indie-Grunge genannt werden. Was es nicht alles gibt!

Klingt so:

Noch Mehr davon: anhorse.com/audio/

 

BLACK MATH HORSEMAN

Alles ein bisschen düster, Gitarrenteppiche so weit das Auge reicht und das beste ist, dass kein Schreihals darüber gelegt wird, sondern eine glasklare Frauenstimme. Alles mit viel Hall und Tiefe, so als würde man die Musik irgendwo weit oben auf einer Waldlichtung hören. Mag vielleicht kitschig klingen, ist es aber gar nicht, weil es dort sehr kalt zu sein scheint. Wenn man dem Ganzen etwas abgewinnen kann, ist es ziemlich perfekte Musik zum kreativen Arbeiten. ANHÖREN!

Klingt so:

Weitere Downloads: Tyrant, Deerslayer

8 Kommentare zu “Die Sache mit den Pferden”

  1. shyen sagt:

    Auch mal reinhoerenswert wenns um Pferde geht: A Pale Horse Named Death. Neue Band von Sal Abruscato, vorher Drummer bei Life of Agony und Type O Negative. Nicht 100% mein Geschmack, aber für die musikalische Horizonterweiterung sicher nützlich. 

  2. hella sagt:

    FOALS! hier fehlen eindeutig FOALS.

  3. Herm sagt:

    WOAH STIMMT! und mit ponys habe ich mich auch noch nicht befasst. herrjemine!

  4. Sönke sagt:

    The Funeral ist auf dem ersten Band of Horses Album ;)

  5. Juni sagt:

    richtig! richtig! richtig! juhu! :) wie wunderbar, dass einem das auch auch auffallen kann, wenn man nicht schon immer pferdemädchen war…. und wie schön, dass man als schon-immer-pferdemädchen dann solche texte zu lesen (und den funeral-link) bekommt, auf die man offenbar gewartet hat ohne es selbst zu wissen…….

  6. donmuellos sagt:

    hm kein horse aber irgendwie musste ich bei dem pic an die hosen denken

  7. Nils sagt:

    Kann dir Trentemöller nur empfehlen, der macht so Alternative-Electro. Da ist zwar kein “Horse” im Namen, aber vielleicht hat seine Schwester ja ein Pferd… 
    http://www.youtube.com/watch?v=1iDhEWozfII
    http://www.youtube.com/watch?v=X6s3NIfiXqc

  8. Micha sagt:

    Nicht für jeden Geschmack, The Dad Horse Experience :D
    http://www.youtube.com/watch?v=EG6yYhcX6D8&feature=related

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