10. November 2012 | 18:26 Uhr


Wenn man Wörter wie beispielsweise “Humor” oder “Comedy” in einer Wortgruppe gemeinsam mit “deutsch” verwendet, kommt das eher selten gut an, man rechnet mit dem Schlimmsten und Tom Hanks verzieht die Augenbrauen. Aber das muss ja gar nicht sein! Man muss nur ab und zu halt etwas genauer hinschauen. Schließlich gibt es ja in Deutschland auch Menschen wie Max Giermann, Martina Hill, Bastian Pastewka oder – Achtung, Sprung – Studio Braun.

Aus der Künstlergruppe von Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger gibt es immer wieder furchtbar unterhaltsame Dinge zu lesen / hören / sehen. Mal alleine, mal gemeinsam, so wie beim aktuellen Streich der Bande. (Ich habe mir überlegt bei Reviews jetzt immer Sätze ein zu würfeln die so klingen, als wäre ich Dieter Thomas Heck.) Die Rede ist von der Mockumentary “Fraktus”.

Darin geht es um die (fiktiven) deutschen Techno-Vorreiter “Fraktus” und den Versuch, sie nach 25 Jahren wieder zusammen zu bringen. Viel Zeit ist vergangen, alle 3 Bandmitglieder gingen ihren Weg und haben viel zu erzählen. Besonders unterhaltsam wird die Dokumentation durch die Gastauftritte diverser Musikgrößen, die Fraktus zu ihren großen Vorbildern zählen.

Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht erzählen, denn erst recht bei Dokumentationen ist das ja eher doof. Empfehlen kann ich den Film dafür aber voll und ganz. Sehr unterhaltsam, erst recht wenn man, so wie ich, über diverse kleine Blödeleien lachen kann. Zum Beispiel über ein Internetcafé mit integriertem Backshop namens “Surf ‘n’ Schlürf”. Zum Ende hin wird der Film zwar etwas schwächer und man bekommt ein wenig das Gefühl, dass hier noch einmal an der Massenkompabilitätsschraube gedreht wurde, an meiner Empfehlung ändert das aber absolut nichts.

Ein perfekter Film, wenn man an einem Herbstsonntag in’s Kino möchte. (Oder auch an anderen Tagen.) Noch lustiger ist der Film übrigens, wenn man darüber nachdenkt, dass es im Kinosaal immer ein paar Leute gibt, die nicht wissen, dass die gezeigte Dokumentation auf Fiktion basiert. Und jetzt ab ins Kino mit euch. Ich denke nämlich, dass der Film leider nicht sonderlich lange in den Kinos zu sehen sein wird.

» fraktus.de

Wer jetzt denkt “Oähh es regnet doch voll und es ist matschig und so, ich gehe heute nicht mehr raus, will aber trotzdem einen tollen Musikfilm sehen!” … soll auch geholfen werden!

Vielleicht ist ja die nächste Videothek nur einen Katzensprung entfernt, dann sollte man dort schauen ob es “Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft” gibt. Großartige (echte) Musikdoku über eine altgediente Band und ihren großen Traum.

Andernfalls hätten wäre da noch eine Doku namens “Last Days Here” über Bobby Liebing, den Sänger der Band Pentagram. Ausser seiner Musik hat er es zu nichts Wirklichem im leben geschafft und lebt als Junkie im Keller seiner Eltern. Das übrigens im Alter von über 50. Wie im Märchen versucht ein Fan die Musikbegeisterung in Bobbie wieder auf die Bühne zu bringen und … ach, seht doch selbst, sehr berührend.

Oder auch die Doku “God Bless Ozzy Osbourne”, die sehr interassent und intim ist, da der Macher dahinter Ozzys Sohn Jack ist. Oder … damit ihr jetzt auch noch was zum sofort Anklicken habt, ihr kleinen Meerschweinchen … gibt es hier eine ebenfalls sehenswerte Doku aus der “Classic Albums” Reihe und zwar zu Nevermind.

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