Hin und wieder leihe ich mir in der Videothek solche Spiele aus, an denen immer alles Schuld ist. Zuletzt „Call Of Duty: Modern Warfare 3„. Was in diesem Spiel alles passiert und wie es aussieht, ist gelinde gesagt purer Wahnsinn. (Als Info am Rande: Dieses Spiel verkaufte sich innerhalb der ersten 24h in UK und USA rund 6,5 Millionen mal. Kein Film, Spiel, Buch, supersüße Hamsterart oder was auch immer hat das zuvor geschafft.)

Die Story spielt sich während des 3. Weltkriegs 2016 ab. Oha. Und was mich besonders verwirrte, war, dass einige Szenen auch in Deutschland spielen. Es ist kein detailgetreues Berlin was man da in Schutt und Asche sieht, allerdings sehen die zusammen gepuzzleten Elemente meiner Nachbarschaft ja doch erstaunlich ähnlich:

Derzeit versuche ich mich am neuen „Battlefield 3„. Und weil das Spiel über einen so großartigen Multiplayer-Modus verfügt und ich seit Tagen dazu gedrängelt wurde, den auszuprobieren, habe ich das eben mal gemacht. Eins vorweg: Ich habe noch nie irgendein Spiel im Online-Multiplayermodus gespielt. Ich hab immer die Finger davon gelassen, aus Bedenken, mir könnte das zu sehr gefallen und ich würde dann nur noch das machen an Stelle von … ähh … den ganzen Tag vorm Internet zu sitzen.

Einen Online-Code-Einkauf später darf ich auch mitspielen und werde da reingeworfen ohne auch nur irgendeine Ahnung zu haben. Es folgen nun meine ersten Erfahrungen:

  • Ein „Rush“ wird gespielt. Aha. Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es 2 Teams. Eins verteidigt Funkstationen und das andere greift sie an. Klingt okay.
  • Habe leider keine Ahnung für oder gegen wen ich bin. Ich laufe ein wenig umher ohne auch nur einen blassen Schimmer zu haben, wohin.  Ich sehe einen anderen Mitspieler. Ich dachte mir, der müsste einer von meinem Team sein, weil er mich nicht sofort umgelegt hat. Ich laufe zu ihm, vielleicht kann man sich ja ein High Five geben oder so. Er schießt aus nächster Nähe mit einer Bazooka auf mich und schreibt daraufhin im Chat, dass ich homosexuell bin. Wow, mein erster Online-Tod.
  • Sterbe nun am laufenden Band. Immer steht irgendwo wer, der mir was Böses will. Heieiei. Zum ersten Mal kommt ein Gefühl von Sicherheit auf, als ich mich in einem Treppenhaus verlaufe. Daraufhin stürzt meine Playstation ab. Das hat sie vorher noch nie gemacht. Womöglich aus Selbstschutz.
  • Keine Ahnung wo ich jetzt wieder gelandet bin, scheint aber meine unmitelbare Berliner Nachbarschaft zu sein:

  • Neues Szenario: Eine Eroberung auf einer Schnellstraße in Teheran. Bei der Eroberung kämpft man im Wesentlichen die ganze Zeit um Stützpunkte mit Flagge. Wer die Flagge hat ist cool, wer nicht, der will sie haben.(Weil sie cool ist) Eine riesige Autobahnbrücke. Ich habe keine Ahnung was ich hier gerade tue. Ehe ich mich irgendwie zu recht finde steht da: „Dein Team hat verloren“.
  • Wow, es gibt einen Panzer. PANZAFAHRN! Leider schaffe ich es während der gesamten Spielrunde nicht, aus dem Warenhaus zu kommen, fahre hin und her und keile den Panzer in irgendeiner Ecke ein.

  • Wenn ich bei einer Spielrunde das Gefühl bekomme, dass ich eh nichts mehr ausrichten kann und keine Lust mehr habe, krabble ich vor meinen Mitspielern rum. Wenn sie irgendwo stehen bleiben, lege ich mich vor ihnen auf den Boden und guck sie an. Irgendwie finde ich das unglaublich lustig, weil ich mir vorstellen muss, wie da irgendwo am anderen Ende der Welt jemand vor seiner Playstation sitzt und sich wundert, was das denn jetzt soll.
  • Im Hintergrund unterhalten sich russische Mitspieler per Headset. Keine Ahnung wovon sie reden, aber ich habe mich selten nerdiger gefühlt.
  • Feststellung: Einen Hubschrauber zu fliegen ist noch schwerer, als einen Panzer zu fahren:

  • Irgendwann gewinnt mein Team auch mal und ich beschließe, das es damit für heute reicht. Vorher bekomme ich noch eine Beförderung und eine Auszeichnung für meine beste Fähigkeit: Rennen.
  • Kurz darauf erhalte ich eine eMail mit dem Betreff: „Willkommen bei der Truppe, Soldat!“. Werde wohl den Rest des Sonntags damit verbringen, den Wisch zu finden, auf dem steht, dass ich Kriegsdienstverweigerer auf Lebenszeit bin.
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