Mein fußballvisionärer Blick übers Wasser (aufgenommen von MonoMedia3000). Das Bild hat mit dem Rest des Artikels zwar absolut nichts zu tun, aber ich finde es so toll. Da war die Welt noch in Ordnung und Halbzeit in Mönchengladbach. Dieses Foto soll bitte ab jetzt immer angezeigt werden, wenn ich zu Podiumsdiskussionen o.Ä. eingeladen werde.

Mittlerweile hatten wir wieder Zeitumstellung und ich fühle mich seitdem wie dieser kleine Chipmunk in Zeitlupe:

Nur das es bei mir keine Zeitlupe ist. Ich habe generell Probleme mit der Komponente Zeit. Wir führen eine Art Hassliebe, weshalb zur Zeitumstellung gleich alles umso mehr aus den Fugen gerät.

Um Sechs Uhr Morgens bin ich aufgewacht. Nein Fünf, nein Sieben, nein Neun … welches Jahr haben wir? Ich hatte zuvor davon geträumt, plötzlich wieder im Mathematikunterricht zu sitzen. Ich wusste absolut nichts und mir war damit klar, dass mir ein furchtbares Schuljahr bevorstehen würde. Glücklicherweise war ich aufgewacht. Ein kurzer, verschwommener aber gezielter Blick ins Internet zeigte: OH MEIN GOTT DAS INTERNET GEHT NICHT?

Irgendein Vollhonk wird wieder irgendein Kabel angesägt haben, weshalb das Internet nicht geht. Was mache ich jetzt? Weiterschlafen oder Wachbleiben? Vielleicht könnte ich Zuflucht in einer Zwischenwelt finden. Ab und zu kommt darüber was nachts auf dem Discovery Channel. Hauptsache kein Matheunterricht und Internetstörungen. Haha, aber als hätte ich irgendeine Wahl um 6 Uhr Morgens am Sonntag. Natürlich habe ich weitergeschlafen. Glücklicherweise ohne Bruchrechnungen.

Etwa 17 Stunden später war ich dann wach genug für meinen standardmäßigen Sonntagsspaziergang. Endlich mit Frühlingssonne! Aber irgendwas stimmte nicht. War ich doch in einer anderen Zeitzone gelandet?

Nach kurzer Zeit stellte ich allerdings fest, dass die Zettel mit den Anweisungen womöglich gar nicht mir galten.

War wohl für einen Kindergeburtstag. Sollte es doch ein gruseliges Internetmädchen gewesen sein: Sorry, ich habe dein Rätsel nicht zu Ende gelöst.

Auf dem Flohmarkt konnte ich anschließend das absurdeste der Welt finden: Ein gefälschtes Schiedsrichtertrikot aus den Neunzigern. Wie um alles in der Welt konnte das passieren und wer kauft so was? Mich hat das den ganzen Tag nicht mehr losgelassen. Meine bisherige Theorie ist folgende:
In den Fabriken in China kommt ja gerne mal was durcheinander. Da wurde dann womöglich per Bildersuche nach „Bundesliga Trikot“ gesucht und warum auch immer kam da dann ein Schiedsrichtertrikot. Davon wurde dann ein Karton hier rüber geschifft und das Trikot fand seinen Weg auf einen Markt. Ich sehe die Leute vor mir, die das gekauft haben: Junge Eltern von denen sich der Sohnemann ein Fußballtrikot vom Lieblingsverein wünscht. Aber das ist doch irgendwie doof gleich mit Verein, bei den ganzen Chaoten die immer so Fußballfans sind. Und überhaupt so ein dicker Sponsor vorn drauf, das Kind ist doch keine Werbefläche. Und plötzlich hing es da: Ein einsames grün kariertes Trikot. Ist es ein Trikot? Joah, sieht so aus. Kein Sponsor vorn drauf, irgendwas von Bundesliga steht da und sogar noch ein Fair Play Aufnäher auf dem Arm. Perfekt! Der Junge muss daraufhin einen sehr schwierigen Sommer gehabt haben.

Im Schatten saß ein verwirrter Mann mit Lederweste. Ich hab nicht ganz verstanden was er alles erzählt hat, aber er hat wohl vor vielen Jahren mal eine wichtige Formel für die Entwicklung von Farbfernsehen erfunden. Wenn das stimmen sollte, habe ich da womöglich den wichtigsten Menschen meines Lebens getroffen. Wahnsinn.