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    8. Februar 2010

    PAMM PAMM PAMM!!!

    Nachtrag: Die New Orleans Saints haben gewonnen, was mich sehr freut. Ein paar Worte muss ich aber noch verlieren. Nicht über das Spiel oder das Ergebnis, nein, über die Übertragung. Auch in diesem Jahr übertrug die ARD wieder das größte Einzelsportereignis der Welt. Das gelingt an sich sehr gut, würde man sich nicht so oft dafür entschuldigen, dann wären die Regelerklärungen auch stets sehr charmant eingebaut.

    Nur die Rahmenbedingungen passen nicht so ganz. Ich erkläre das einmal kurz an unserem Beispiel. Die Einkaufstüten vollgepackt mit Kalorien im sechsstelligen Bereich in Position gebracht konnte es losgehen. “Titel Thesen Temperamente” überzog leicht, die Anspannung und Vorfreude stieg noch ein wenig weiter an. Und dann, da war es! Ha! WOAH! Das Stadion in Miami in bestem Sonnenschein, welch wunderbarer Anblick. Endlich konnte es losgehen, Vorberichte zur Einstimmung mit allem drum und dran.

    Ein kurzer Gruß aus der kleinen ARD Box im Stadion. Es zeigt sich, dass man hier schon einmal gelernt hat. Im Studio sind Tom Nütten, einziger deutscher Super Bowl Gewinner und Sebastian Vollmer, derzeit einziger deutscher NFL Spieler, zu Gast. Ich denke dabei immer wieder schmerzhaft an Boris Becker als Studiogast zurück, der die ganze Zeit von … ja wovon erzählte er eigentlich? Seine Anwesenheit wurde jedenfalls damit legitimiert, dass “er ja auch etwas mit Ballsport zu tun hat”, aha.

    Hier hatte man also dazu gelernt. Womöglich würde es nun eine halbe Stunde lang Fachsimpeleien zwischen alt gedientem Profi im Ruhestand und der aufstrebenden deutschen NFL Hoffnung geben. Wunderbar! Aber nein, nach einem kurzen Gruß wurde nach Vancouver abgegeben. Vancouver? Ach ja, da beginnen in wenigen Tagen ja die olympischen Winterspiele. Ja äh, super Zeitpunkt jetzt.

    Während also Millionen heiß auf eine der wenigen Football Liveübertragungen im deutschen Fernsehen sind, zeigt die ARD einen Sonderbericht zu Vancouver. Ist ja auch Sport. Unter anderem wird der „Schnee-Leopard“ Kwame Nkrumah-Acheampong aus Ghana gezeigt. Aha, aha. Während die Nachoschlagzahl erhöht wird, weil es wohl gleich los geht, wird bei der ARD in aller Seelenruhe noch ausführlich gezeigt, wie denn die Kabel im Studio in Vancouver verlegt sind. Sieht man ja auch nicht alle Tage so was.

    Ein Ende zeichnet sich ab, es wird von Football geredet in Vancouver. Kathi Witt tippt Unentschieden mit anschließendem Elfmeterschießen und jagt ihr authentisches Lachen hinterher. Ja genau so etwas will man jetzt sehen. Glücklicherweise wird nun aber endlich wieder nach Miami zurück geschaltet, gerade rechtzeitig zum Einmarsch der Teams.

    An der Übertragung des Spiels an sich gab es nichts auszusetzen. Die fand ich wie immer sehr charmant, auch wenn man in diesem Jahr den stets äußerst mitleidserregenden Aussenreporter zu Hause gelassen hat.

    Spannung zum Ende hin, der Underdog konnte wirklich ausreichend punkten und dem Sieg steht nichts mehr im Wege. Nach der Müdigkeit und der ein oder anderen kurzen persönlichen Auszeit hier und da war man nun wieder voll da. Wuah! Und wenn so ein Underdog siegt (und man nicht gerade für das andere Team mitgefiebert hat) dann sieht man die ja noch umso lieber feiern. Wie alle zusammen strömen um dem Coach klebriges isotonisches Getränk in rauen Mengen über den Latz zu kippen.

    Wie sehr würden sie sich wohl gleich freuen, wenn sie die wichtigste Trophäe des us-amerikanischen Sports in den Nachthimmel Miamis recken würden. Was für wunderbare Bilder das doch immer sind.

    Doch bevor man auch nur in die Nähe eben dieser Aufnahmen kommt, bricht die Übertragung der ARD ab. Es werden nun gezeigt: “Die schönsten Bahnstrecken Neuseelands”. Hm.

    Da kauft also ein Sender die Rechte an einem derartigen Großereignis, ein Leckerbissen für Sportfans vielerorts auf den sich das ganze Jahr gefreut wird und dann wird die Übertragung (nachdem alle bis 4 Uhr morgens ausgeharrt haben) einfach abgebrochen und stattdessen Bahnstrecken gezeigt. Hallo? So viel Vorfreude wie ich für den Super Bowl in mir rum trug, war es schier unmöglich da stimmungstechnisch auch nur annähernd irgendetwas kaputt zu machen, aber die ARD hat sich da Heute wirklich Mühe gegeben, sämtliche Zuschauer zu ärgern.

    8 Kommentare zu „Ich wäre dann so weit“


    1. robert :

      Kein Liveblog heute? :)


    2. Dirk :

      If Some Famous Filmmakers Directed the Super Bowl


    3. Herm :

      @robert: neeee für sportereignisse lohnen liveblogs nicht so finde ich.


    4. Jonas :

      ja stimmt: “wunderbare interception und er läuft 74 yards, das ist das 30 zu 17 und die entscheidung. die letzten meter tänzelt er noch” ist besser zu sehen als zu lesen, ich stimme zu.

      yeah saints. legen….wait for it

      dary

      hach, ein schönes 31:17


    5. efde :

      Das mit der ARD und dem Ärgern stimmt, aber irgendwie war ich überhaupt schon froh ne Free-TV Übertragung zu bekommen (Ich erinnere mich noch an eine Zeit in der ich auf das ORF angewiesen war).
      Und dann fand ich das Spiel richtig Klasse!

      Trotzdem bleibt zu hoffen das es nächstes mal noch n besseres Rahmenprogramm geben wird.


    6. robert :

      Bin über meine persönliche Niederlage (hatte ein bißchen Geld auf die Colts gesetzt) auch schon wieder drüber weg. Wenn ich Deine Nachbetrachtung so lese, bin ich ganz froh, mir nicht die ARD Übertragun angeschaut zu haben sondern mir einen vernünftigen CBS Stream gesucht zu haben. Authentischer Kommentar, Vorberichterstattung, Feierlichkeiten danach, SuperBowl-Spots… war alles dabei. Ist zwar nicht in HD (ist die ARD Übertragung ja aber sicherlich auch nicht gewesen, oder) aber ich hatte Spaß.


    7. robert :

      Achso, noch Nachtrag: Ich verstehe nicht ganz, warum die ARD es nicht einsieht, dass sie an Trara drumherum den “Kollegen” aus den Staaten nicht das Wasser reichen können und einfach deren Bilder zeigen. Klappt bei den Oscars doch mittlerweile auch ganz gut, sobald man mal Steven Gätjens halbe Stunde am roten Teppich überstanden hat.


    8. Lars :

      Ich finde, um ehrlich zu sein, dass es eine Sauerei ist, den NFL Superbowl bei der ARD zu zeigen. Nichts gegen den Superbowl, wenn ich Montags frei hätte oder so, würde ich den auch schauen. Aber dass die ARD weißderteufelwieviel Geld ausgibt, um etwas zu zeigen, was vielleicht 5% aller Deutschen interessiert, ist mal wieder nur verpulvertes GEZ-Geld. Als wenn die da nicht schon genügend zum Fenster rausschmeißen würden. Die Quote machts (auch in diesem Fall, wie so oft), weshalb DSF oder Eurosport wohl gar nicht auf die Idee kommen, das zu zeigen…

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