Was man doch so für Hobbies hat. Zum Beispiel 2 Stunden lang bei gut -10 Grad Celsius in eine kalte Betonschüssel nach Nazibauart zu setzen um ein paar frierenden Herren beim Fußball spielen zuzugucken. (Und dann treffen die noch nicht mal.) Wunderbar! Meine persönliche Olympiastadion-Premiere. Der Zauber des legendären Zidane Kopfstoßes liegt dort immer noch ein wenig in der Luft.

Aber was für eine komische Stimmung diese alte Hertha dort doch bietet. Ein bisschen so, wie wenn neue Fernsehformate ihre ersten Aufzeichnungen haben und das Publikum auf der Straße zusammen gesucht wird. So müssen die das irgendwie schon seit Jahren machen. Aber mal ganz ehrlich. Da kommen trotz Wind und Wetter noch allerhand Leute in den ansehnlichen Schauplatz außerhalb jeglicher Zivilisation und besitzt dort dann Tatsächlich die Dreistigkeit, einen Becher heißen Wassers mit einem Teebeutel für 2,80€ zu verkaufen.
Ein wenig abstrus auch der Moment kurz vor Spielbeginn als die Mannschaften einliefen. Normalerweise läuft es ja so, dass die Mannschaften für den letzten kleinen Adrenalinkick vorm Anstoß, von der Vereinshymne oder anpeitschenden Stadionrocksongs begleitet werden. Bei der Hertha kommt an dieser Stelle dann Frank Zander mit “Nur nach Hause geh’n wir nicht”. Macht Sinn, Spiel fängt ja auch noch erst an. Aber es führt auch dazu, dass man zumindest kurz hinterfragt, warum man denn nicht nach Hause geht, sondern lieber vor Kälte auf übergroßen Betonstufen hin und her tänzelt.
Was für ein tolles Bild das war. Hunderte Menschen tänzeln alle leicht hin und her weil es so bibberkalt ist. Vielleicht sollte man Aufnahmen davon mit einer fetzigen Musik unterlegen und dann Image Werbespots im Ausland schalten. Von wegen, dass die Deutschen doch gar nicht so steif und humorlos wären, die tanzen nämlich sogar noch bei Minusgraden ganz ausgelassen.
Das nächste Mal werde ich spätestens am letzten Spieltag dort zu Gast sein. Da kommt nämlich der FCB und ich habe einen Platz direkt hinter der Trainerbank. Mein Plan ist ja, dass der FC Bayern bereits am vorletzten Spieltag Meister wird und sich Trainer van Gaal einen Spaß zum letzten Spiel, wo es dann um nichts mehr geht, überlegt. Vielleicht ja einen Zuschauer von einem Sitzplatz direkt hinter der Trainerbank einzuwechseln. Ha! Wasserdichter Plan!
2 Kommentare zu „Ein Tee Ein Punkt“






Wollte auch schon immer mal beim FCB mitspielen. Vielleicht hol ich mir noch eine karte neben dir. :-)
26. Januar 2010 um 10:28 Uhrnur leider passt im olympiastadion zwischen trainerbank und die ersten zuschauerreihen locker ein weiterer strafraum. ich habe aber allerdings keine zweifel daran, dass es dir gelingt, dich da durchzusetzen.
2. Februar 2010 um 2:02 Uhr