
[Illustration: Rich Tu]
Ich stehe an der Ampel vor unserem Haus. Neben mir eine Frau mit rotkohlfarbenem Igelschnitt und ihrem ca. 5 Jahre altem Sohn an der Hand. Die Ampel ist grün aber wir gehen nicht. Nicht etwa weil man in Berlin prinzipiell nur bei rot geht, sondern weil 2 Krankenwagen mit Blaulicht die Straße kreuzen.
„Warum dürfen wir nicht gehen und die fahren? Was kann da passieren?“ fragt das Kind. Die Mutter zieht noch mal an der Zigarette, legt einen abklärten Blick auf. In etwa so wie Udo Lattek in der Doppelpass Runde jeden Sonntag im DSF. Sie antwortet: „Man kann verbluten.“ Das Kind guckt geschockt und deshalb umso interessierter. Sie fügt nach kurzer Pause hinzu „… oder Kinder kriegen.“
„Wenn ich groß bin will ich auch mal viele Kinder haben.“
„Na lieber nicht, überleg dir das noch mal.“
„Aber warum denn?“
„Weil ganz oft die Männer die Frauen nach der Schwangerschaft verlassen. Oder die Frauen die Männer dann blöd finden und die nicht mehr wollen.“
Ich glaube in dieser halben Minute an der Ampel eben, ist etwas in mir kaputt gegangen.
5 Kommentare zu „Der Klapperstorch“






Kann ich gut verstehen
8. Oktober 2009 um 6:46 Uhrdas ist ja furchtbar :O
8. Oktober 2009 um 6:46 Uhr….achja nicht immer auf die großen hören sondern eher auf die kleinen!!
8. Oktober 2009 um 10:38 Uhrhttp://www.youtube.com/watch?v=mdZlbFMjm54
Zuerst dachte ich noch: Ohtoll, der A-Team Van.
Und dann ernüchterst Du einen so :(
9. Oktober 2009 um 12:22 UhrAua! Muss man dafür eigentlich in Berlin geboren sein, oder reicht es schon, einfach nur hier (öhm… da daa daaa.. nicht hier… *hust*) zu wohnen?
9. Oktober 2009 um 2:11 Uhr