
Ende diesen Jahres werde ich mir mal ein Shirt mit „Teenagervorhaben nachholen Tour 2010“ bedrucken lassen. Gestern wurde ein weiterer Punkt auf der Agenda abgehakt: Blink-182
Nach ein wenig hin und her überlegen, habe ich mich halbwegs spontan entschieden, zum Konzert nach Hamburg zu fahren um dem (nicht klein zu kriegenden) Teenager in mir eine Freude zu machen.
Es war das einzige wirkliche Solokonzert in Deutschland so ganz ohne wirkliches Festivalrundherum. Ich dachte, da würden nur so Menschen wie ich hingehen. Also Leute, die die Band früher mal im Schulbus gehört hat, ihr heute auch noch etwas abgewinnen kann, aber eben irgendwie anders.
Weit gefehlt. Da waren etwas weniger als 15.000 Menschen und fast alle waren entweder ganz ganz kleine (zumeist lustig angemalte) Teeniemädchen, wobei dann auf 3 Mädchen eine Mutti kam oder aber solche dicken volltrunkenen Brüllbären, wie man sie von Festivals kennt. Herrjemine! Da hinterfragt man sich durchaus schon mal kurz selbst.
Aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht. Ich habe Travis Barker ein wenig beim warm machen zugesehen und daraufhin beschlossen, einfach aus Respekt mein Vorhaben zu unterlassen, irgendwann mal noch ein Instrument zu lernen.

Einerseits wirkte alles wie eine „Bring deinen Vater mit zur Schule“ Veranstaltung mit sehr viel Regen, andererseits bin ich immer noch erstaunt darüber wie man auch mit Ende 30 noch derart viel Spaß an Witzen über Masturbieren und dem Wort „Fuck haben kann. Aber das gehört eben dazu, die dürfen das.
Man merkt den Herren 182 aber dennoch an, wie sie älter geworden sind. Wie sie sich abseits ein wenig (auch mal etwas ernster) ausgetobt haben und es ihnen nach 6 Jahren ohne ein Wort miteinander zu wechseln jetzt fast mehr Spaß zu machen scheint als je zuvor. Als wären sie plötzlich wieder zusammen auf Klassenfahrt um ihre alten Hits zu spielen und ja, auch um ihre alten Witzchen zu machen. Am Ende werfen die Kinder Papas Drumsticks ins Publikum und man macht wieder Dinge, die man als Großer eben so macht.
Eine große Freude war’s, eine sehr sehr große Freude. Und ich überlege mir ein weiteres Mal, wie ich das jetzt eigentlich mit dem Erwachsenwerden mache. Aber wenn man mit dem ICE zu einem Blink-182 Konzert fährt und Skateboard mit einem Xbox-Controller auf dem heimischen Teppich fährt, dann ist das wohl alles eh schon im vollen Gange.

(Geht noch viel besser, wenn man sich vorstellt, dass es ein Hoverboard ist.)
… doch dazu später mehr.

rrrRRraaa RrrrRRraa aH-ah-AAaah! rrRroma mah rRro-mAh-MaH gaaaGaaa oOoh la laaAAa. Ich wäre dann so weit:

Manchmal ist die Gerechtigkeit verdammt schnell. Da wollte ich nun eh nur wegen der Vorband zum Konzert und dann ist es ausverkauft. Dabei hätte ich vorher noch die Karte von Käseanne haben können. Aber nein, ich verließ mich auf Gästemöglichkeiten und als die eine Absage bekamen, war das Käseticket auch schon weg. Hat man nun davon.
Dabei sollte das doch Heute Ersatz für Vampire Weekend Gestern und Jamie-T am Montag werden, aber nein. Und warum? All das nur, weil ich Vorgestern in der früh vom Geräusch, dass draußen jemand seine vereiste Autoscheibe frei kratzte, wach wurde und kurz in mich reinlachte, weil ich es 1. warm hatte und 2. noch 2 Stunden Schlaf vor mir hatte.
Ärgerlich! Weil: Sehr sehr gut! Sehen sie selbst:
Es geht hier übrigens um die Herren der White Rabbits und den eben gezeigten Song kann man bei insound.com kostenlos herunterladen.

Ich bin seit mittlerweile 3 Monaten in Berlin, meiner neuen Heimat. Die ersten Tage und Wochen waren komisch. Aufgrund meines gewohnt durchdachten Zeitplans, welcher weder Zeit noch Plan beinhaltete, musste ich 2 Wochen so ziemlich komplett in das Abschließen meiner Bachelorarbeit stecken.
Der Tag lief dann so ab, das ich bis 14 Uhr schlief, dann mehrere Stunden sehr viel Wichtigeres zu tun hatte, wobei Wichtigeres fast immer von Laienschauspielern in Nachmittags/Vorabendprogramm privater Fernsehanstalten gespielt wurde. Meine produktive Phase begann dann meist gegen 0:00 Uhr und hielt bis etwa 5 Uhr an.
Und so hatte ich über Tage hinweg meine Lebenszeit einfach irgendeiner Zeitzone jenseits des Pazifiks zugeordnet und saß jede Nacht hier rum und habe Sachen gemacht. Auschließlich wichtige Sachen natürlich. Tagsüber lag ich dann rum wie einer dieser Antistress-Bälle mit Mehl drin und wurde erst so richtig aktiv wenn es dunkel wurde. Sprich ich war in einer neuen Stadt, die aber vollkommen ohne mich statt fand.
Aber das war okay, ich wusste ja das es nur für zwei Wochen Arbeit in der Pacific Standard Time Zone so sein würde, danach würde ich dann auch richtig ankommen und Berlin würde inklusive mir stattfinden. In so einer Zeitzonenblase kann man sich aber ganz schön allein fühlen muss ich sagen.
Zu dieser Zeit habe ich die Nächte durch 2 Alben hoch und runter gehört, dazu komme ich sicherlich später nochmal genauer beie einem musikalischem Jahresrückblick. Eines davon war jedenfalls “Julian Plenti is … Skyscraper“.

Ich hatte es irgendwo gesehen und fand das Cover toll. Eine dieser Platten die man hört, weil man das Cover mag und sich bei Anblick dessen auch in etwa vorstellen kann wie es klingt. Hier hat dieses Prinzip tatsächlich gegriffen und ich dachte anfangs noch, dass ich jetzt auch endlich mal wieder so eine richtig gute, unbekannte Angeber-Platte habe. Diese Illusion platzte aber, als ich feststellte, dass dieser unbekannte Herr normalerweise der Sänger von Interpol ist und seine Angeber-Platte an allen Ecken zur Platte des Monats gewählt wurde. War das also auch wieder nichts.
Dafür war der Moment des ersten Hörens umso besser. Mitten in der Nacht, in einer neuen Stadt die ohne mich stattfindet, in der Zeitzonenkapsel aus WLAN und koffeinhaltigem Zuckerwasser und dann beginnt dieser Song:
I´ve had my frustrations about the pains of daily life,
I´ve tasted degradation and found the lace and candle light.
But we have the weights we have the measures of our days and nights.
I´ve had my frustrations but now I´ve found my place.
And you will make it.
Und schon hat man wieder eine dieser besonderen Verbindungen zu einem Stück Musik aufgebaut. Vorgestern hatte ich das Vergnügen, mir das Album in Konzertform anzuschauen. Leider ist es meinen Anforderungen nicht so ganz gerecht geworden. Die Stimmung wollte nicht so recht aufkommen und als unschöner Nebeneffekt kostete das Konzert pro Minute Spielzeit umgerechnet 50Cent. Aber egal, wenn man mit etwas so viel Gutes verbindet, dann muss es schon wirklich schlimm werden um es nicht immer noch toll zu finden.
Vielen Dank Herr Plenti, oder Banks oder wie auch immer …

[Nicht im Bild: Ozzy Osbourne]
Nun gut. Wie bereits angedeutet war ich gestern Abend bei einem Pur Konzert. Ich bin ein bisschen froh, nicht mehr zur Schule zu gehen, wer weiß was mir dort alles zugestoßen wäre, wäre diese Information ans Tageslicht gelangt. Aber wenn ich es mir recht überlege – Ist das Internet an einigen Stellen nicht weitaus schlimmer als so manche dunkle Ecke eines Problembezirk-Pausenhofs?
Was soll ich sagen? Um ehrlich zu sein fand ich es gut. Also gut in dem Sinne, dass die Herren das was sie nun mal machen und wofür man sie kennt, wirklich gut gemacht haben. Und das durchweg 3 Stunden lang. Es gibt Rockbands ähnlicher Größe, die zudem ähnliche Texte (nur eben auf Englisch) singen und derartige Hallen bei weitem nicht so im Griff haben.
Wie ich mich anhöre! Aber es ist nun mal so einfach Pur-Hasser zu sein, wie Fan des FC St Pauli.
Der interessanteste Aspekt (und darauf war ich im Voraus auch schon am meisten gespannt) war ja, wie bestimmte Menschen ein Konzert erleben. Was sie da machen, wie sie es machen und überhaupt. Was stellt man sich denn schon darunter vor, wenn eine Halle voller Muttis ihrer Lieblingsband lauscht und am liebsten den Sänger wegheiraten möchte?
Einige Klischees stimmen natürlich. Natürlich ist die Halle voller, leicht bis mittel untersetzter, Muttis Mitte 40 mit kurzen Haaren, mit Blondierung von Simone an der Ecke. Natürlich kaufen die die Leuchteglitzerherzen zum mitschwenken und natürlich bringen viele ihre Ehemänner mit, die dann die ganze Zeit so tun, als würden sie nicht dazu gehören.
2 Beobachtungen zur besagten Wahrnehmung eines solchen Konzerts sind mir besonders aufgefallen. Zum einen das Mitklatschen. Un.glaub.lich. Show geht los, 11000 Menschen klatschen im Takt mit und es nimmt einfach keinen Abriss. Anfangs war das sogar so laut, dass man nahezu nur den Gesang, das Schlagzeug und eben das Mitklatschen hörte. Und mit was für einer Ausdauer! Nach 2 Stunden konstantem Klatschen muss man doch irgendwann akute Schmerzen und mindestens geplatzte Blutgefäße haben, oder?
Ich übertreibe damit nicht, das war wirklich so. Das ist einfach so drin. Sobald man einen Takt hat, wird mit geklatscht. So richtig fiel es dann bei solchen halb-halb Liedern auf. Sprich der erste Part ganz ruhig und akustisch, doch dann setzt der etwas rockigere Part ein und zack … schon wird wieder geklatscht. Ist das eigentlich wirklich so ein deutsches Phänomen, dieses Mitklatschen?
Beim zweiten Phänomen brauchte es kurz Zeit, bis ich darauf kam. Man stelle sich mal Folgendes vor: Song vorbei, Applaus setzt ein, der Applaus wird lauter und etwa 2 Sekunden später setzt ein Geräusch ein, welches man so von Konzerten nicht kennt. Ein Rumpeln, so als würde die Konzerthalle auf einmal raunen, kurz bevor sie einstürzt. Na, was ist das?
Fußtrampeln! Wie auf den Rängen von “1,2 oder 3″ wird als zusätzliche Form des Jubelns mit den Füßen getrampelt. Der absolute Wahnsinn.
3 Stunden (ohne Vorband!) später war es dann aber auch mal genug. Alle Hits gespielt, sich ein wenig über sich selbst lustig gemacht, Seifenblasen, Glitzerkonfetti und aus. An der Garderobe haben dann alle miteinander geschmust und ich musste irgendwie mit 7 Ohrürmern gleichzeitig klarkommen. Die machen das aber auch gut. Der erste Song vom Konzert und vom neuen Album fängt genauso an wie “You’re The Voice” und nimmt dann eine Melodie von Kanye West auf. Dann wäre da noch ein Lied über eine demenzkranke Halmaspielerin oder die Stichflammen bei Abenteuerland. Ach ja, und “Wenn sie diesen Tango hört” ist eines der traurigsten Lieder der Welt. Ich muss davon jetzt irgendwie wieder runterkommen.

Meine Mutter ist gerade zu Besuch. Nach einem Kulturprogramm, bei dem sogar die UNESCO blass wird, kann es gut sein, dass ich heute Abend der beste Sohn der Welt bin. Eine Niere spenden oder so ist nichts gegen …

Am Wochenende bin ich wie ein kleiner Puffreis-Klabautermann durch Hamburg gehüpft. Gerne wäre ich auch heute noch dort. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass mein Freund (und Mannschaftskapitän!) Dixgard zu Gast ist. Es gibt in Hamburg nämliche Heute das vorerst letzte Fever Ray Konzert Deutschlands zu sehen.
Ich erinnere mich noch an den Tag im Sommer. Wir fuhren nach Köln, um dort (neben Gossip) Fever Ray zu sehen. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Ein düsterer, brummender, mit Lasern bespickter Musikbrocken der alle Erwartungen mehr als übertraf. Mein persönliches Konzerthighlight des Jahres.
Wir fuhren dann mit dem ersten Zug im Morgengrauen zurück in die damalige Heimat Bielefeld. Mein persönliches Highlight während der Wartezeit am Morgen waren 2 Hansa Rostock Fans, welche vollkommen einsam vorm Kölner Dom standen und eine Flagge ihres Lieblingsvereins in die Höhe streckten.
Irgendwann gegen 8 Uhr waren wir wieder zurück in Bielefeld. Fast 24 Stunden kein Schlaf, wie gewohnt kein Alkohol, dafür aber Koffein in rauen Mengen (ebenfalls wie gewohnt). Wie asthmatische Eichhörnchen die mit großen Kulleraugen im Fibonacchi Zick Zack durch die leeren Straßen Bielefelds im Morgengrauen huschten müssen wir da ausgesehen haben.
Ganz angetan von den leer gefegten Straßen und noch viel mehr angetan vom etliche Stunden zuvor auf der Bühne gesehenem, sangen wir zwischendurch immer wieder Bruchteile des Refrains dieses Lied vor uns hin und machten dabei eine Bewegungsmischung aus Karate Kid, Telegym und Power Rangers. In Zeitlupe natürlich.
Wanna keeeep the streeeeeeets emptyyyyy… Wie gern wäre ich heute auch in Hamburg gewesen.
MTV European Music Awards 2009. Als sie 2001 in Frankfurt waren, hat meine damalige Lieblingsband allerhand Preise abgeräumt und ich hab mir vorgenommen irgendwann später, wenn ich mal groß bin, einen Bausparvertrag habe und mir die Haare kämme, die EMAs zu besuchen. Gestern war es dann so weit, selbstverständlich ungekämmt.
Die Stimmung in der Halle war komisch, beziehungsweise nicht vorhanden. Der Innenraum war nur zu etwas mehr als 2/3 gefüllt und so fungierte das Publikum dann eher als Füllmaterial, wenn es sich immer zwischen den beiden Bühnen bewegte. Es wird ja so viel getrickst im Fernsehen!
Ich hatte einen dieser High-School-Komödien-Momente. Ich stand am roten Teppich (hoho!) und mein Handy klingelte. Mutti ruft an. Das es für meine Mutter äußerst ungewohnt ist, ich auf dem Handy anzurufen, bin ich lieber mal dran gegangen. “Mutti, nicht jetzt!”. Als mich just in diesem Moment alle Menschen um mich herum ansahen, wurde mir der Inhalt meines letzten Satzes erstmal bewusst. Meiner Mutter war das egal: “Moment, ich geb dir mal die Oma!”. Stimmt ja, Geburtstag! Herrje, ein Oma-Geburtstagstelefonat, aber doch nicht jetzt! “Alles Gute zum Geburtstag liebe Oma, aber ich kann gerade nicht, ich bin im Fernsehen.” - “Nor nor, Dankeschön … nor schön … und sonstnso?” Ich weiß gar nicht wie ich das Telefonat dann noch abgewürgt habe. Ähnlich abgeklärt wie Jürgen Kohler muss ich da gewesen sein.

Von Katy Perry dachte ich bisher immer, der Roboter in ihr würde eines Tages kaputt gehen und dann schmilzt die glänzende Wachshaut. Gut, das glaube ich eigentlich immer noch, aber sie hat ein paar Pluspunkte bei mir gemacht. Die Moderation fand ich gut und ich mag ihren Humor, den sie auch noch hatte wenn die Kameras aus waren.
Beyoncé! Wenn man Beyoncé vor sich sieht, ist das alles sehr unwirklich. Eben so, als hätte man die Essenz des Showbiz zusammen geballt in einen Menschen gesteckt.

Der Sound in der Halle war fürchterlich.
Weitaus peinlicher als in der ersten Reihe für Tokio Hotel lauthals zu kreischen ist übrigens, in der ersten Reihe zu stehen, dabei zu pöbeln und den Mittelfinger zu zeigen, weil es der Testosteron-Haushalt eben so verlangt. Langsam ist es dann ja auch mal gut mit der ganzen “Ich hasse Tokio Hotel totaaaal weiß aber auch nicht so richtig warum”-Nummer. Man muss ja nicht alles mögen, aber diese gekünstelt überzogene Abneigung ist sehr viel übertriebener als so manches Haarexperiment.

Den Auftritt von Tokio Hotel fand ich übrigens sehr gut und mag auch den Link, dass dieses mal alles in Flammen aufgegangen ist, während beim letzten EMA-Auftritt alles im Regen unterging. Ich hatte allerdings ein wenig Angst um meinen Bart, wo ich doch sehr nah an den ganzen Flammen stand und mir kurz darauf der Geruch von verbrannten Haaren in die Nase stieg. Huch.
Ich hätte wirklich sehr sehr sehr sehr gern U2 live am Brandenburger Tor gesehen. Aber das ließ sich zeitlich einfach nicht einrichten und meine Tickets verstaubten zu Hause, menno. Es dürfte wohl eines dieser Konzerte gewesen sein, die man in einigen Jahren als legendär bezeichnen wird. Ich hab mich vorher noch gefragt ob sie in ihrem Mini-Set wohl auch meinen Lieblingssong “Sunday, Bloody Sunday” unterbringen werden und dann machen sie’s tatsächlich und zwar gemeinsam mit Jay-Z. Wahnsinn.
Ist das eigentlich Stadion-Punk was Green Day da machen? Es hat mich sehr gefreut das sie “Minority” gespielt haben, leider ging der Song aber im fürchterlich abgemischten Sound total unter. Wie man in diesem Bild hier gut sehen kann, ist Billy Joel Armstrong etwa 70cm groß:

Von ihm war allerdings wenigstens hin und wieder die Kimme zu sehen. Ein Novum, betrachtet man sich einmal die von mir höchst persönlich erstellten Statistiken:

Aber so ist das wohl, wenn Sexismus zur Corporate Identity zu gehören scheint.

Jay-Z. Ich habe Jay-Z aus nächster Nähe live gesehen. Wohoooooo! Mehr braucht man dazu nicht zu sagen, wobei ich es schade finde, dass Alicia Keys zum Refrain singen nicht mit nach Deutschland geflogen ist.
Es folgt nun Gossip und Aftershowparty Kram:
Ich hab Dave Grohl gehighfived! Sprich, ich hielt die Hände welche das größte Rock-Album aller Zeiten eintrommelten in meinen Händen. Welch magischer Moment, noch heute Nacht werde ich anfangen erste Songs auf meinem alten Keyboard zu schreiben.

Zur Beruhigung: Auch Beyoncé hat Cellulite.
Katy Perry ist auf meine Jacke getreten und zwar in Reizwäsche. Denke mal, dass sich daraus noch eine Story stricken lässt, mit der ich endlich mal in die InTouch komme.
Ahhhhhhhh!!!
Es ist ein äußerst absurdes Gefühl das man bekommt, sobald man auf einmal in den weiblichen Umlaufbahnen des Lothar Matthäus steht.
Ich bin so groß wie Wladimir Klitschko und musste Kollege Juselinho mehrmals davon abhalten nicht doch noch einen Punch auszuteilen.
Vor einigen jahren habe ich den Mädchen aus meiner Klasse schon gesagt, dass Nick von den Backstreet Boys blöd. Damals noch aus Neid und jetzt … siehe da, er ist’s wirklich. Eine Art verspätete Genugtuung
Sehr lustig war übrigens, dass wir zufälligerweise gemeinsam mit Sido ankamen und ihm von einigen Fotografen fälschlicherweise zugeordnet wurden. So langsam habe ich mich hier eingelebt in Berlin.
Pete Wentz habe ich zu späterer Stunde leider knapp verpasst, bzw. wohl eher übersehen (er geht mir nur etwa bis zum Knie). Hätte mich gerne noch ein wenig mit ihm unterhalten, so von Klimbimemonerd zu Klimmbimmemonerd. Schönes Wort, Klimmbimmemonerd.
Dafür war zu noch viel späterer Stunde Daniel Merriweather sehr lustig als er einer Pizzaattacke des Teams Juselinho y Hermez ausgesetzt war. Aber da ließ sich nichts machen, beim angedrohten Drive by Shooting bekam er zwar Angst, rückte das verbliebene Stück Pizza dennoch nicht raus. Mist.
Ein insgesamt gleichermaßen unterhaltsamer wie auch abstruser Abend. Kowabunga!
Berlin hält im Alltag manchmal komische Überraschungen bereit. Am Donnerstag zum Beispiel. Da saß ich in der Bahn und kurz darauf nahm ein GZSZ-Darsteller neben mir Platz, welcher aber innerhalb der Serie schon gestorben ist. Wie hat man so was denn jetzt für sich persönlich zu werten? Womöglich stehe ich irgendwann mal am Imbiss um mir Pommes zu holen und plötzlich steht Dr. Gerner neben mir. Holt sich eben noch einen Snack, bevor er mit einem GernAir Linienflug zu seiner Schokoladenfabrik in die Schweiz fliegt. Ich schweife schon wieder ab.
Eigentlich wollte ich noch einmal auf die Altersproblematik zu sprechen kommen. Ich hatte das ja kürzlich angesprochen. Ich hatte über das bewusste älter werden nachgedacht, nachdem ich beim Trailer eines „Romantic Dramas“ mit Jennifer Aniston Gänsehaut bekam. Am Tag nach dem Jennifer-Aniston-Moment war ich dann noch auf einem Robbie Williams Konzert und habe mir anschließend ein Flanellhemd bei C&A gekauft. Ich bin gespannt wie sich das noch weiter fortsetzen wird, vielleicht trage ich ja in 2 Wochen schon Mittelscheitel.
Das Robbie Williams Konzert war auch wieder so ein Berliner Überraschungsmoment. Ein kostenloser Promo Gig direkt auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, durchaus praktisch. Wegen Robbie Williams selbst war ich eigentlich nur bedingt da. Gewiss, er ist einer der größten, wenn nicht gar der größte Entertainer Europas(wenn auch auf dem absteigenden Ast). Aber ich war eher wegen einem meiner Lieblingshobbies dort: Menschen beobachten.
Hier ein kleiner Abriss meiner Beobachtungen:
Die Hauptzielgruppe von Robbie Williams sind ja mittlerweile junge Muttis. Wenn er nun in Berlins Stadtteil Prenzlauer Berg spielt, sprich dem junge Muttis Zentrum Europas, kann man sich in etwa vorstellen welche Ausmaße das angenommen hat. Überall Muttis! Alle natürlich mit den dazugehörigen Kindern, zumeist irgendwo am Körper fest gebunden. Mein Lieblingskind dabei war eines, dem alles vollkommen egal war. Während Mutti mit glänzenden Augen in Richtung Bühne starrte, saß der kleine Sohnemann inmitten der Menschenmengen auf dem Boden auf einer Plastiktüte und war in seinem Lustigen Taschenbuch vertieft. Der Blick der Mutti ließ in mir allerdings den Gedanken aufkommen, dass der Vater von dem Kleinen da gerade auf der Bühne steht. Kann ja gut sein, schließlich hat pro Tourstopp jedes Boulevardmagazin mindestens 5 junge Damen zu bieten, die in das Hotelzimmer des Herrn W. gebeten wurden. Woah, wie unglaublich unangenehm die dazugehörigen Fernsehbeiträge immer sind. Diese Mischung aus schlechtem Lügen vollkommener Überdrehtheit. Und die Extensions erst noch!
Jüngere Muttis haben ihre Kinder wie gesagt irgendwo an sich fest gebunden oder in die Luft gehalten. Ältere Muttis hingegen, hatten Kinder die entweder Robbie Williams doof finden und nicht mitkamen oder aber Kinder die sich nicht mehr heben lassen. Dafür wurden dann einfach andere Utensilien in die Höhe gestreckt. Jetzt mal ehrlich, was geht in einem Menschen vor, der vor der Bühne steht und einen Albenpromo Mini-Pappaufsteller des Künstlers, der sich gerade auf der Bühne befindet, in die Luft hält? Und nicht nur einen, sondern gleich 2-mal das 25cm hohe identische Modell, was dann taktisch mitgewippt wurde. Aber womöglich ist das einfach nur so eine Freudenreaktion, wenn man zum Lieblingssänger geht, wird direkt was zum hochhalten mitgenommen, damit die anderen wissen, warum man denn vor Ort ist.

Noch weniger verständlich ist für mich da eine andere Aktion zweier junger Damen. Quasi ein allgemeiner Auswuchs eines Trends, den ich sowieso nicht verstehe. Da sind also 2 junge Damen, Modell Tussi, Best Fwiends und so. Sie stehen neben der Bühne. Sprich, sie können nichts von dem was sich auf der Bühne abspielt sehen. Hinter ihnen ist ausschließlich eine Konstruktion aus grauen Planen. Und was macht man da? Richtig, ein Foto. Das gewohnte Modell Duo-Selbsporträit. Eine hält die Kamera und macht einen Knutschmund, die Andere zeigt das Victory-Zeichen und „lächelt“ so, dass der auf dem Eckzahn aufgeklebte Glitzerstein gut zu sehen ist. Das Zahnfleisch auch und erste Ansätze des Nasenknochens unter der Oberlippe. Das alles wohlgemerkt vor einer grauen Plane. Vor meinem inneren Auge sah ich direkt den dazugehörigen Eintrag auf einem sozialen Netzwerkdingsbums. Foto 289 von 317 im Album „Me, Myself and I, Beschreibung: „JeZzY und me bei Robbie ♥♥♥“ Das Foto sieht so aus wie alle anderen, nur die graue Plane im Hintergrund ist eben anders. [Zur Erinnerung]
Eine meiner Top 3 Besuchergruppen waren 2 … in Schulaufsätzen habe ich immer „sozial Benachteiligte“ geschrieben, weil ich fand/finde, dass „Penner“ so böse klingt. Die Beiden hatten zuvor augenscheinlich bereits den einen oder anderen Eierlikör zu sich genommen und waren bester Laune. Einer spielte freudig auf einer Mundharmonika und legte eine sehr virtuose Spielweise an den Tag. Es kann auch sein, dass er sie nur zu reinigen versuchte, wer weiß das schon. Der Andere begleitete ihn mit lautstarken Ausrufen taktmäßig nach Zufallsprinzip, er rief unaufhörlich und kraftvoll: “Sheesse wonn!“
Zwei Altrocker inmitten der Zuschauermengen, umgeben von einer Aura, die alte Hasen nun mal so an sich haben. Während ich mich an ihnen vorbeischlängelte, drehte der eine seinen Kopf für etwa 5mm in Richtung seines Hasenpartners und sagte: „Ich sach ma so, Pink Floyd Vierundneunzich.“ Der andere nickte kurz, so das die Fransen an seiner alten Lederjacke ein wenig mitwippten und sie schauten weiter in Richtung Bühne mit dem gewohnten Alte-Hasen-Blick.
Soviel zu meinen Beobachtungen. Das Konzert war, wie so ein Robbie Williams Konzert nun mal ist. Meine Konzertkritiken lassen nach, merke ich gerade. Aber ach, so ein Auftritt des Herrn Williams ist schließlich kein Sack voller Überraschungen und ich war viel zu sehr mit meinem Alterungsprozess beschäftigt. Lustig war im Übrigen noch, dass mein Time Management genau so passte, dass ich und Robbie(hhhhh!!!!1111) gleichzeitig ankamen. So stand er kurz etwa 2 Meter neben mir und ging daraufhin auf die Bühne. Ich hingegen zu den Muttis (mit Sachen in der Luft). So habe ich jetzt auch meinen ganz persönlichen Robbie-Moment. Da ließe sich doch sicherlich auch was Societymäßiges draus machen. Eine gute Story. Ich sehe schon vor mir, wie ich mich zum Mikro von Frauke Ludowig beuge. Neben der würde ich mich dann auch nicht mehr so alt fühlen.






