
Fußball kann ja große Kopfsache werden. Bei mir ist das zum Beispiel so. Wenn ich mich schwer tue, irgendwelche blöden Fehler mache und mir die Herren um mich herum nicht die nötige Geborgenheit (vergleichsweise eine Omi mit einem frischem Blech Plätzchen) entgegen bringen, wird es noch viel schlimmer. Da klappen dann selbst die einfachsten Dinge nicht mehr und ich falle dann auch gerne des Öfteren mal hin. Das artet dann in Frustration und schlechte Laune aus und das, wo ich wirklich selten schlechte Laune habe.
Am vergangenen Donnerstag gab es so einen Fall. Ich glaube, ich war selten so frustriert nach einem Fußballspiel. (Was man ja eigentlich aus purem Vergnügen macht) Klare Sache, dass ich das diese Woche wieder gut machen musste. Sozusagen den Frust der letzten Woche über den Zaun knallen. Am besten gleich 3 Gärten weiter.
Und da sind wir wieder bei der Kopfsache. Wenn man sich drauf einlässt, kann man da diverse psychische Tricks auspacken. Hab ich natürlich gemacht. Auch weil ich Gefallen an solchem Quatsch habe. Vorher irgendwelche Best-Of Videos auf YouTube gucken und auf dem Weg zum Platz „St. Anger“ hören. In der Rehearsal Fassung natürlich, da wo es noch mehr drischt und scheppert. Nur damit man hinterher auf dem Platz steht und das Gefühl hat, dass einem heute keiner was anhaben kann und man einfach alle umrennt.
Auftreten und die entsprechende Wirkung nach außen ist dabei natürlich essentiell. Da wurden die alten Stutzen mit den ausgewaschenen Blutspuren angezogen und an Stelle eines Trikots ausnahmsweise mal ein Shirt einer befreundeten Doom-Metal-Band . So gesehen, war das Paket „Kopfsache“ also bestens ausgestattet.
Bis zu folgendem Punkt: Ihr spielt mit Leibchen. Und dann steht man da, das Scheppern vom „St. Anger“ noch im Ohr, Kampfspuren auf den Stutzen und ein Shirt mit böser böser Band … und oben drüber ein leuchtend gelbes, ausgefranstes Leibchen, welches sonst von Spielern in der E-Jugend getragen wird. Sprich, es schnürte mir Hals und Oberarme ab, lag hauteng auf meinem Oberkörper und ging mir ungelogen bis circa 3cm über den Bauchnabel. Hach. Alles für die Katz! Aber egal, muss ja.
Nebenbei habe ich aber noch eine weitere Taktik für die ganze Kopfsachen-Nummer:

Ich trage einfach nur noch Sachen, die sich schon bewährt haben! Gut, kann man natürlich auch als ausgeprägtes Fanboy-Dasein auslegen, aber nein, das ist alles auf rein professioneller Ebene. Zur Erklärung: Herr Toni trug dieses Trikot tatsächlich in einer Partie im DFB-Pokal gegen Nürnberg.
Ich hab relativ viel Geld dafür bezahlt und kurz darauf kam es mit der Post. Glücklicherweise wohne ich derzeit mit den beiden fußballbegeistertsten Menschen der Rhein-Ruhr-Region zusammen und so wurde die Ankunft des neuen … ähhhm … Sweatshirts gebührend aufgenommen.
Anderswo hätte ich in 90% der Fälle wohl eine Diskussion über modernen Reliquienhandel führen müssen. “Du weißt ja gar nicht ob der wirklich…! Und so viel …! Was willst du überhaupt damit …?!” All sowas.
Hier aber nicht. Das Fohlen von nebenan sprang gleich mit großen Augen um mich herum: “WOAAAAAHHHH! HIER! VORNE IST NOCH RASENDRECK DRAN!!!” und war ebenso hellauf begeistert. Kurz darauf warf das Zebra von nebenan einen Blick drauf. Nach kurzer Überlegung begann der Gute zu zittern: überfordert. Schließlich hatte der das wirklich mal an, der Toni! Auf’m Platz!
Also Berlin. Du und deine Bolzplätze … macht euch auf was gefasst, ich hab neues Repertoire in der Kopfsachen-Kiste.
Vorgestern war ich mit ein paar anderen Pokémon-Trainern Pizza essen. Menschen sind da ja an sich recht einfach gestrickt. Wenn man Nahrungsmittel einfach übergroß wird, dann wird das zum Event. Wie WM, nur mit Käse. Immerhin wurde es als die “Sensation Neuköllns!” tituliert. (Völlerei nennt sich das eigentlich, glaube ich.)
So sah das aus:

omnomnomnom … und so kurz später:

Viel besser fand ich aber einen anderen Aspekt, abseits des gestückelten Käsegoldes. Das ganze fand nämlich in einem Biergarten statt und wie sich das sicherlich gesetzlich verordnet gehört, gab es dort auch 2 Wandkästen in denen sich Feuerlöscher befanden.
Die Besonderheit daran allerdings war, dass sich um besagte Kästen herum eine Voliere mit Fasanen befand. Auch das habe ich natürlich mit einem hochwertigen Foto, auf dem man wirklich alles erkennen kann, für meinen Fotoblog hier festgehalten:

Großartige Aufnahme meinerseits, man kann da sicherlich auch irgendwo Geister drin sehen. Seitdem geht mir aber nicht mehr der Gedanke aus dem Kopf: Was passiert im Notfall? Jemand zündelt, womöglich während er auf die “Sensation Neuköllns” wartet, ein wenig herum und dann wird … zack … der Alarm ausgelöst. Plötzlich springen die Fasane los, werfen sich ihre Feuerwehrcapes um, stoßen unter lautstarkem ähhhm Fasanengeräusch die Feuerlöscherschränke auf und los geht’s.
Ich muss da unbedingt noch mal hin.
Es muss da irgendwann mal einen Punkt gegeben haben, da müssen sie (Ich kann und will hier keine Schuldigen nennen, deshalb tue ich einfach so, als wäre es eine geheime Untergrundorganisation) … ähm … da müssen sie aufgehört haben, diverse bunt leuchtende E’s und Unmengen an Zucker in die Froot Loops zu mischen. Und das schlimme ist, die finden das auch noch gut und schreiben das vorn drauf. Pah!
Da dachte ich heute also, dieses deftige Heavy Metal Fernfahrer-Frühstück hier würde mich in alte, farbenfrohe, überdreht süße Dimensionen katapultieren …

… aber nein, auch die Katzenkringel waren nur eine weitere farbliche Ausgabe der Loop-Farce. Zu Schade. Menno!
Erinnert sich eigentlich noch jemand an Kittie? Also die Band? Ob die das hier wohl jeden Morgen zum Frühstück essen?
Zugegebener Maßen ist es keine sonderlich gute Ausgangsposition, Vegetarier zu sein, dabei aber kein Gemüse zu mögen. Aber es gibt ja auch Ausnahmen. Broccoli zum Beispiel. Broccoli ist der Typ Gemüse, der ist direkt nett, hilfsbereit und dein erster Freund an der neuen Schule. Aber sonst … phew … sieht eher eng aus.
Gemüse und ich pflegen also eher ein angespanntes Verhältnis. Muss nicht sein, aber ganz aus dem Weg gehen kann man sich nun mal nicht. In etwa so wie Geräteturnen im Sportunterricht. Hin und wieder gibt es dabei Begegnungen der besonderen Art. Im Sportunterricht habe ich mich mal waghalsig nach einem Kopfstand gegen die Wand knallen lassen, um auf das Geräteturnen danach zu verzichten.
Eine ähnliche Durchschlagskraft hatte auch eine kürzliche Gemüsebegegnung. Nur das sie ziemlich gut getarnt war, wie mir im Nachhinein bewusst geworden ist. Knoblauch. Ist ja so eine Sache mit dem Zeug, irgendwie gut, aber hinterher … man kennt das ja. Ich merk das nur immer nie und kann Knoblauch nicht zuordnen. Das geht dann so, dass ich kurz daran denke, wie nett würzig das doch ist was ich da gerade esse und 2 Bisse später merke ich das nicht mehr.
Eine halbe Stunde später konnte ich nicht mehr gerade laufen, weil der Herr Pizzabäcker heimlich derart viel Knoblauch auf meine Pizza gestreut hat, dass das eine allergische Reaktion ausgelöst hat. Da dreht sich dann auf einmal alles im Kopf, man schwitzt fürchterlich und es fühlt sich so an, als würde man die Füße geföhnt bekommen. Obendrauf werden einem auch noch jegliche soziale Kontakte unterbunden, da man tierisch stinkt.
Das haben die total geschickt gemacht. Die haben dort einfach diverse Popsongs aus dem Jahre 1998 (es ist mir ein wenig unangenehm, dass ich das Jahr tatsächlich richtig geraten habe) gespielt. Unter anderem die Neuauflage des Captain Future Intros, „Doctor Jones“ von Aqua oder „Say’ll YOu Be There“ von den Spice Girls. Als Krönung wurde auch noch die Nummer eins meiner persönlichen Liste peinlicher Lieblingsballaden gespielt. Bitteschön:
Celine Dion und dann auch noch die Bee Gees (mit Sonnenbrillen!) herrjemine … aber das ist so ein tolles Lied!
Wenn ich Pizzabäcker wäre, würde ich mir aber wohl auch regelmäßig einen Spaß daraus machen, diverse Dates zu würzen indem ich einfach genügend Knoblauch auf die Dinger knalle. Kann der ja nicht wissen, dass das bei so zartbesaiteten Gemüsegemütern wie mir gleich eine Sicherung raus haut. Aber nach so einem Knobi-9/11 so ist man wenigstens auch sicher vor diesen ganzen Twilight-Menschen.
Ich bin jetzt ein Stadtkind. Ich glaube heute Morgen gab es den endgültigen Bruch zwischen meinem inneren Dorfkind aus den Wäldern Thüringens und mir. Bisher hat es viel über sich ergehen lassen. Ja, geh doch noch um 3 Uhr nachts einkaufen, ist doch super praktisch. Ja, „arbeite“ doch in einem Café, ist doch schön hier. Ja, kauf dir doch deine Tofukreationen im Laden direkt um die Ecke, ist doch super.
Aber das heute Morgen war wohl zu viel. Nach einigen Empfehlungen bin ich heute ungewohnt früh aus dem Bett gefallen und nutzte den angebrochenen Tag um gemeinsam mit Martina und der Liebsten das Badeschiff zu besuchen. Der Name sagt es ja schon, Baden auf einem “Schiff”. Also Wasser im Wasser. Gutes Wasser im Örks-Wasser der Spree. In etwa so, als würde man einen Klassenraum einer Eliteprivatschule inmitten einer Hauptschule eines Problembezirks pflanzen. Es ist toll, fühlt sich aber absurd an. Dieses Foto bringt das sehr gut auf den Punkt.

(via nerdcore)
Während ich also darin umher plätscherte und versuchte (möglichst wenige Menschen dabei zu treten) spürte ich förmlich wie mein Dorf-Ich mit vollstem Maße an Verwunderung am Beckenrand entlang ging, mir noch einmal den Vogl zeigte, bevor es in die Spree sprang um den Seeweg zurück nach Thüringen zu nehmen. Keine Ahnung wann das jetzt wiederkommt. So ein bisschen extravagantes Plätschern am Morgen ist aber wirklich wunderbar. Künftig werde ich mich da mal einen ganzen Tag lang reinsetzen, dabei Schwarzwälder Kirschtorte essen und den Kollegen von MTV auf der anderen Uferseite in ihren Büros zuwinken! Ha!
Vielleicht besinnt sich mein Dorf-Ich ja noch und kommt wieder zurück. Vorm Badeschiff, war ich nämlich bereits schon in der Spree in der Woche zuvor. Wenn auch aus Versehen. Es mag zwar unelegant ausgesehen haben, wie ich reingefallen bin, aber als ich dann mit den Schwänen schwamm, dürfte das an Eleganz kaum noch zu überbieten gewesen sein*.
WUHUUUUUUU!! SOMMER!!!
* gefühlt

Also so ganz grundlegend bin ich ja ein ziemlicher Schisser. Ich kann Horrorfilmen absolut nichts abgewinnen, außer, dass meine Träume noch abgefahrener werden und meine Schreckhaftigkeit noch, sagen wir mal, zackiger wird. So schätze ich das zumindest mal grob ein. Der einzige Horrorfilm den ich gesehen habe, ist glaube ich noch nicht mal einer so richtig.
Ich war damals 11 Jahre alt, mein Onkel musste auf mich aufpassen und dachte, er würde sich enorme Onkelcoolness damit erspielen, indem wir jetzt zusammen „Scream“ gucken. Nun ja, hat nur bedingt geklappt, war aber irgendwie prägend. Ich höre meinen Onkel heute noch, wie er nach dem gescheiterten Coolnessexperiment sagte: „Das nächste Mal leihen wir Schweinchen Dick aus!“
Ich habe mir am Wochenende einen Kindheitstraum erfüllt: Mit einem Boot rumpaddeln! Genauer gesagt auf der Alster. Ein eigenes Boot! Ich der Kapitän und eine Matrosin an meiner Seite. Neptun würde vor Ehrfurcht womöglich diverse innerstädtische Kanäle aufbrausen. So viel war mir zuvor klar.
In meinem Kopf sah dieses Unterfangen davor (und währenddessen eigentlich auch) exakt so aus:
Die Realität hingegen sah aber so aus:



(hihihi)
Ich hatte mir einen klar durch kalkulierten Zeitplan aufgestellt. Am Freitag Nachmittag wollte ich zur Liebsten nach Hamburg und zuvor hatte ich noch einiges zu erledigen. Das muss also gut gestaffelt sein. Hat natürlich nicht geklappt. Ich hab 2 Stunden verschlafen und schon geriet mein so toller Plan aus den Fugen.
Viel zu spät war ich dann auch im Waschsalon und konnte mich dem auch nur so halb widmen. Aber dort sollte etwas sein, was meine ganze Aufmerksamkeit brauchte. Ein Spatz! Ein kleiner Flattermann! Zwischen all den Waschmaschinen und fahrbaren Körben. Da!

Dem Bild zufolge wollte er sich bestimmt nur einen kleinen Snack gönnen. Vor lauter Nüsschen ist er dann wohl, das hatten wir beide gemeinsam an diesem Tag, aus dem Konzept geraten und flatterte wirr umher. Ich flatterte ihm dann ähnlich wirr umher und nach einigen Minuten gelang es mir, ihn mit der Hand zu fangen. Es muss ein wunderbares Schauspiel für die Überwachungskameras gewesen sein, deren Auflösung der Aufnahmen so gering sind, das man einen kleinen Spatz darauf sicherlich nicht sehen kann. Mich hingegen schon. Egal, ich tat es ja schließlich ganz selbstlos, ein weiterer Schritt auf der Leiter zum Superhelden. Da!

Der kleine Piepmatz war ganz schön geschafft und durcheinander von seiner ganzen Flatterei. Konnte gut sein, dass da bei ihm auch was kaputt gegangen war. Ich überlegte ihn mit nach Hause zu nehmen um ihn wieder komplett gesund zu pflegen. Ich malte mir aus wie er die Krümel von mir picken würde , während ich fernsehe. Eines Tages würde er groß genug sein, um mich auf einem Sattel durch die Lüfte zu tragen. Hach.
Aber kaum an der frischen Luft, begann er wieder zu flattern und war mopsfidel. Schade, doch kein gemeinsames rumfliegen mehr. Dafür hatte ich ihn gerettet und konnte somit ein weiteres Mal in der Spatzen Community punkten. Irgendwann wird mir das sicherlich mal hilfreich sein.
Aber hatte der kleine Spatz im Waschsalon vielleicht noch einen weiteren Hintergrund. Rechnen wir doch einmal 1 und 1 zusammen: War es womöglich der Clean Spatz?

… und somit Verwandtschaft des Autobahnfinken?

Sind sie es nicht schließlich, die die Grundfesten unserer Gesellschaft beieinander halten?

Mein erster USA-Besuch. Wie lange hatte ich davon schon geträumt und mir einzelne Szenerien davon ausgemalt. Eine fand gerade in diesem Moment statt. Wir fuhren mit einem Mietwagen mit geöffnetem Dach bei strahlendem Sonnenschein nach New York.
New York sah von außen aber erst mal ganz anders aus, als man es sonst kannte. Eher wie Irland. Also von außen. Riesige Küsten welche mit saftigem Grün bedeckt waren umgaben die Stadt. Ich saß auf der Rückbank und beäugte mein Umfeld aufmerksam. Es dauerte nicht lang bis ich die Freiheitsstatue erblickte. Die sah aber irgendwie auch viel kleiner aus al man sie so kannte. Sagen wir mal 4 Meter hoch, sah aber in der kleinen Bucht zwischen dem saftigen grün ganz hübsch aus.
Vielleicht täuschte das ja auch nur, weil diese Stadt einfach so riesig ist, dass die Relationen im Kopf ganz verschwurbelt werden. Und so fuhren wir auf eine riesengroße Hängebrücke um endlich die Stadt zu entern.
Plötzlich sah man außer einem Stück der Brücke in der Ferne absolut gar nichts mehr. Alles grau. Nein, kein Nebel, sondern ein Grafikfehler. Wir fuhren trotzdem weiter und fielen an ihrem abrupten Ende von der Brücke hinunter ins endlose grau. Ich wurde vor Schreck wach und machte mir noch ein paar Gedanken über mein Nerddasein und schlief dann wieder ein. Heieiei.

Es ist nicht einfach Fan des FC Bayern zu sein. Sportlich natürlich schon, aber auf menschlicher Ebene dann doch eher wieder schwierig. Ich versuche da ja immer wieder mit gutem Beispiel voran zu gehen. Am vergangenen Samstag wurde der FCB Pokalsieger und am Wochenende zuvor war ich selbst bei der Meisterfeier anwesend.
Schon auf dem Weg dahin, stellt sich das Gefühl ein, was man als Fußballfan sehr oft hat. Es fühlt sich in etwa so an, wie wenn sich auf großen Feiern ein Familienmitglied komplett daneben benimmt. Fremdschämen ist es nicht, man kennt sich ja schließlich oder ist irgendwie miteinander verbunden. Nennen wir es also mal „Verbundschämen“.
Das fühlt man als Fußballfan wie gesagt sehr oft, nur ist es in punkto FC Bayern ein wenig anders. Da ist noch mehr unangenehme Überheblichkeit drin. Bei der Familienfeier also in etwa vergleichbar mit dem Onkel aus dem Westen.
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