Okay, es ist kein Zitat, eher geich eine ganze Sammlung von Zitaten. Eine großartige Idee von vegachronism, das “Defensive Omnivore Bingo”.

*B*I*N*G*O*! Hihi.
Ganze zwei Wochen gab es hier absolut gar nichts zu lesen. Ich weiß
gar nicht ob es das in der Form überhaupt schon einmal gab. Herrje!
Danke für die ganzen Rückfragen, bei mir ist alles gut. Sehr sogar. Im
Folgenden nun ein paar Erklärungen und Gedanken.
Was habe ich also gemacht?
Ich hielt mich 2 Wochen lang in diesem Gewässer auf dem großräumigen
Areal einer Beauty Farm auf:

(foto: minka mückenstich)
Gut, stimmt auch nur so halb. Aber es ist doch nun mal Sommer und WM,
wann soll man denn da noch Zeit zum Sachen tippen finden? Was für ein
herrlicher Ausnahmezustand. Ich mache mir ja hin und wieder meine
Gedanken über die Aspekte, die dieser Ausnahmezustand so mit sich
bringt.
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Die Komponente Zeit und ich haben ein äußerst angespanntes Verhältnis. Das ist schon lange so. Geht ja schließlich auch nicht ohne. Es ist ein bisschen so, als wären wir beide ein tollkühnes Detetktivteam, was gemeinsam die besten Fälle löst. Die Zeit ist dabei immer verbissen, ernst und punktgenau, während ich dann der Hallodri bin, der immer im ungebügelten Hemd kommt und nie den Einsatzwagen fahren darf.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin ich, neben anderen Dingen, dafür bekannt, sehr oft zu spät zu sein. Mal mehr, mal weniger, pünktlich aber nur in den seltensten Fällen. Dabei finde ich das furchtbar. Ich hasse es, Menschen warten zu lassen. Obendrein ist es mir auch total unangenehm.
Ron Ulrich des 11Freunde Magazins findet sehr passende Worte für die anstehende Zeit:
Es ist wieder die Zeit angebrochen, in der nichts Nicht-Fußball bleiben darf. Jede Bäckerei schmeißt die WM-Laugenstangen in die Auslage, jedes Dreirad erhält eine schwarz-rot-goldene Fahne und jeder ist Experte. Eine Zeit, in der selbst der Zahnarzt den Bohrer mal kurz beiseite legt, um den verdutzten Patienten zu fragen: »Hätte er den Frings nicht doch mitnehmen sollen?«
Für eingefleischte Fußballfans, die sich auch an Cottbus gegen Frankfurt ergötzen können, ist das alles in etwa so, als würde man seinen ehemaligen Erdkundelehrer beim Konzert der eigenen Lieblingsband in der ersten Reihe abgehen sehen. »Ich hab einen Song von denen im Radio gehört und fand den super.« Weil es beim Fußball kein Hausrecht gibt und das Spiel nicht gerade komplex ist, gibt es keine Verteidigung gegen allgemeines Dummschwätzen.
Auch der Rest des Textes über den damit verbundenen aktuellen Werbewahnsinn ist äußerst lesenswert.
Für gewöhnlich rege ich mich nicht über Dinge auf, an denen ich nichts ändern kann. Zum Beispiel über die Mandel im Raffaelo oder das Wetter. Erst ist es immer zu kalt und wenn es nicht zu kalt ist, dann schwitzt man und bekommt Sonnenbrand. Mit wieviel Hingabe sich manche Menschen doch mit diesem Zyklus Jahr für Jahr beschäftigen.
Aber es gibt da eine Ausnahme: Die Zeitumstellung. Jedes Jahr aufs neue wirft sie mich aus der Bahn. Der Faktor Zeit und ich haben doch sowieso schon ein äusserst angespanntes Verhältnis. Wären wir ein Promipäärchen, würden jede Woche aufs neue Trennungsgerüchte und damit verbundene Sekulierungen aufflammen. Trennen sie sich jetzt engültig?
Sein ganzes Leben lang wird man erzogen, dass man mit Zeit bewusst umgehen soll. Und dann sowas, einfach eine Stunde wegnehmen. Tze. Klar, man bekommt sie irgendwann im herbst wieder, aber was soll man denn schon im Winter groß damit anstellen?
Es dauert immer eine Woche, bis ich mich langsam wieder mit dem neuen Zeitgefüge angefreundet habe. Bis dahin passieren komische Sachen und ich irre rum wie in diesem einen Video, wo die Spinnen verschiedene Drogen bekommen. Gestern Morgen bin ich in die falsche Bahn gestiegen, hab das viel zu spät gemerkt, heute Morgen bin ich falsch abgebogen, obwohl ich diesen Weg jeden Tag laufe. Lustigerweise habe ich aber erst nicht gedacht, dass ich falsch gelaufen sei, sondern das hier sicherlich gebaut wurde übers Wochenende. Und dann geht auch noch der Radiowecker einfach so nachts um 3 Uhr an und spielt Kid Rock. Wäre ich ein Killerwal, würde ich zur Sommerzeitumstellung immer eine krumme Flosse so wie Keiko bekommen. Jemand muss etwas dagegen tun können! Ich überlege schon seit Jahren was man da machen könnte. Ich glaube Marco Schreyl kann die Zeit anhalten, könnte man da nicht so ein CERN-mäßiges Experiment beim nächsten Mal machen?
Ich bin da guter Dinge. Und bezüglich des eingangs angesprochenen Erziehungsaspektes:

(foto via thewordsalloverme.tumblr.com)
Was für ein komischer Brauch. Einmal im Jahr und zwar ziemlich genau am Ende, drehen alle komplett ab. Der einzige Tag im Jahr, bei dem alle feiern und das nicht nur in kleiner Familienrunde. Gleichzeitig!
Mein erstes Silvester in der neuen Heimat Berlin. Um die einzige Party im Jahr, wo alle mitfeiern, in Berlin zu feiern, kamen extra 2 Milionen Menschen hier hin. 2 Millionen!
Eine Besonderheit an Silvester ist es ja, dass sich alle Menschen zu mögen scheinen. Auf den ersten Blick zumindest. Man läuft durch die Straßen und bekommt von wildfremden Menschen ein gesundes neues Jahr gewünscht. Manche tragen dabei sogar Waffen.
Das allgemeine soziale Gleichgewicht gerät dadurch aber vollkommen durcheinander. Für gewöhnlich reicht es bei vielen nicht mal für ein halbwegs okayes Lächeln im Alltag, da muss irgendwo anders dann schon mächtig was ausgeglichen werden, wenn man nun Menschen ein gesundes neues Jahr wünscht. Also ein ganzes Jahr! Sonst nicht mal einen guten Tag und in dieser einen Nacht einen ganzes Jahr. Woah!
Irgendein findiger Sozialforscher muss letztlich also auf den Gedankenblitz der Ausgleichung gekommen sein: “Ha! Wir sprengen einfach alles in die Luft!” An diesen angeblichen Brauch mit den bösen Geistern und so glaube ich nicht. Die ganze Stadt wird einfach in Schutt und Asche gehüllt. Wobei der Schutt in Form von Schneematsch vermischt mit dunkelbraunen aufgequollenen Pappresten auftaucht.
Es ist ein bisschen so, als sei die ganze Stadt ein Campingplatz bei Rock am Ring und jeder darf sich auch noch diverse hochgefährliche Sprengmaterialien kaufen. Ein Familienvater der mit Schreckschusspistole hinter seiner Frau und Tochter herläuft, mein persönliches Bild des Abends.
Kann man da nicht eigentlich ordentliche Steuern draufknallen, auf die Knaller? Also Feuerwerk und so was das mag ich ja auch. Wenn bunte Sachen in den Himmel geschrieben werden, am liebsten mit Blick aus dem 9 Stock, so wie Gestern. Aber Böller?
Selbst um 5 Uhr Morgens laufen noch Dreiergrüppchen in gewohntem Lederjacken-die-Haare-an-der-Seite-etwas-kürzer-Look umher und versuchen einem die Böller möglichst unbemerkt vor die Nase zu werfen um dann möglichst gelassen im breitbeinigen Pumagang weiter zu gehen. Um 5 Uhr Morgens haben die immer noch diese Routine!
Vor ein paar Jahren fand ich das ja auch noch super, Sachen Sprengen und so was, yeah! Aber mittlerweile? Andauernd muss man aufpassen, dass einem selbst oder den Menschen denen man nahe steht nichts kaputt geschossen wird, es verursacht furchtbaren Dreck und ist laut. Okay, wegen letzterem kauft man’s ja auch. Die Hälfte der Käufer sind Nerds die dann mit Gangstern Krieg spielen und die Dinger die nicht hochgegangen sind, werden dann eben am nächsten Morgen von kleinen Kids die Blindgänger suchen in die Luft gejagt. Gerne auch mal mit Körperteilen. Dahingehend habe ich auch mal meine Erfahrungen gemacht. Glücklicherweise nichts schlimmes, aber irgendwie hat Silvester ja auch viel mit Darwin zu tun.
Ganz zu schweigen wie sehr der Tierwelt das wohl auf die Nerven gehen muss, dieses böse Geister austreiben. Läuft man jetzt mal durch die Stadt ist jeder Mülleimer gesprengt und nur ein bisschen Konfetti hier und da sieht noch etwas erheiternd aus. Können wir das nicht einfach lassen ab nächstem Jahr? Oder wenigstens so viele Steuern auf Silvesterböller wie auf Zigaretten legen, dann kaufen wir davon im Januar 2011 die Karibik oder so.
Oder noch besser, Silvester wird ganz abgeschafft. Dafür gibt es dann jeden Monat einen Tag wo alle frei haben und draußen feiern. Ein gesundes neues Jahr muss man sich dann auch nicht wünschen, lieber einen guten Tag, oder manchmal ein Lächeln mehr, hätte doch was. Hauptsache die jungen Pumas mit den Fakediamanten in den Ohren spielen nicht mehr Krieg und werfen keine Sachen mehr, die Hände verschwinden lassen. Nicht immer so viel kaputt und dreckig machen, dafür mehr Konfetti und Schokolade!

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(bild: édgar mt)
Es ist ja immer interessant inwiefern man eine Bindung zu einem Ort oder einer Gegend aufbaut in der man lebt oder lange Zeit lebte. Das Wort “Heimat” liegt in der deutschen Sprache manchmal immer noch in der Kiste der Wörter bei denen leicht gezuckt wird, wenn man sie sagt. Schade eigentlich, ist ja schließlich was schönes. Zumindest sollte das im besten Fall sein, immerhin ist die Heimat ja da wo das Herz ist. Sagt man so.
Mir wurde jedenfalls gerade ganz warm ums Herz, als ich zur allgemeinen Bettlektüre den Fernseher noch einmal einschaltete. Dort lief “Überflieger Nonstop”, quasi die bessere Version der Bahnstrecken, sprich ganze Landschaften von oben. Und siehe da der MDR Hubschrauber kreiste doch just in diesem Moment gerade über Tambach-Dietharz, meinem einstigen Heimatdorf mitten im Wald. Toll.
An dieser Stelle mal eine Google Maps Aufnahme, welche verdeutlichen soll, was ich eigentlich damit meine, wenn ich sage, dass ich ursprünglich aus einem Dorf mitten im Wald komme:

Mit Bielefeld hatte Gestern auch einen dieser kurzen ehemals-heimatlichen Kicks im Bauch. Die Herren Katz & Goldt veröffentlichten Vorgestern nämlich einen Bielefeld Comic aus alten Tagen, hier zu sehen. Und dieses “… ein Begriff” fand ich jedes Mal im Vorbeilaufen (zumeist auf Nahrungssuche) aufs Neue auf seine absurde Art sehr lustig.
PS: Dieser Ausblick ist quasi eine halbe Stunde Fußweg von meinem Elternhaus entfernt und dürfte wohl meinen Hang zu Flanellhemden zumindest ein Stück weit erklären.
Von Will:
“without Les Paul there are no multi-track effects on musical recording
without multi-track there is no ability to layer guitar effects
without layering guitar effects the Beatles don’t cross the pond
without the Beatles crossing the pond, the South doesn’t get rock fever
without Southern Rock, there is no Allman Brothers
without the Allman Brothers, there’s no Allman Joys performing in Tampa
without those shows, my Mom doesn’t visit and end up going to USF
without my Mom going to USF my parents don’t meet
without my parents meeting there is no me …
so without Les Paul - there is no me
The impact artists can have is usually deeper than anyone can imagine.”
Und jetzt denkt mal drüber nach.
Man mag an diesem Thema bereits etwa 17-fach vollkommen übersättigt sein, aber ein paar Worte muss ich dazu doch noch verlieren: Michael Jackson.
Vor einigen Stunden fand in Los Angeles die Trauerfeier statt. Kann man das überhaupt so sagen? Eine äußerst absurde Veranstaltung. Letztlich konnte man dem „King Of Pop“ auch zu seiner Trauerfeier wohl nur mit einer großen Plastikshow wirklich gerecht werden können. Aber das wurde sie nicht. Bei weitem nicht. Es war eine schnell zusammen geschusterte Veranstaltung, die wie eine überstürzte Probe wirkte, was sie letztlich ja auch irgendwie war.
Ich habe übrigens die Übertragung des ZDF gesehen, was der eigentlichen Absurdität dieses Events an sich noch eine weitere Portion Pietätlosigkeit gab. In Momenten wo man Ruhe ruhig einfach mal hätte Ruhe sein lassen könne, wurden irgendwelche halbgaren Musikexperten eingeblendet die zum Beispiel vom Niedergang der Musikindustrie berichteten.
Aber darauf wollte ich eigentlich gar nicht eingehen, viel mehr auf den Fakt, wie bemerkenswert es doch ist was von diesem einen Menschen allein ausgegangen ist beziehungsweise ausgeht. Eine Kindheit hatte er nicht wirklich, war in jungen Jahren (mindestens) seelischen Vergewaltigungen ausgesetzt und entwickelte sich parallel zu seinem überdimensionalen Erfolg immer mehr zu einem Wesen. Eine Ausgeburt oder besser noch eine Essenz jeglicher Seiten der modernen Popkultur. Ein Leben abseits der Öffentlichkeit war unmöglich und das immer. Diese langsam voran schreitende Transformation fand vor den Augen aller statt, begleitet mit wirren Geschichten, Skandalen und nicht zu vergessen – seiner Musik.
In den letzten Tagen wird einem auf bombastische Art und Weise vor Augen gehalten, zu was Musik mit all ihren Begleiterscheinungen fähig sein kann. Da war ein Mann allein mit einem weltweiten Bekanntheitsgrad von rund 98%. Womöglich hat nicht nur so ziemlich jeder Mensch den man kennt in irgendeiner Form Musik von Michael Jackson, sondern auch noch irgendeine kleine persönliche Geschichte dazu.
Wenn man derzeit nachts um 4 Uhr noch einmal wach wird und ein Auto mit lauter Musik auf der Straße vor dem Haus vorbeifährt, dann wird man Michael Jackson hören. Die Nachricht von seinem Tod legte diverse Internetdienste lahm und die heutige gewöhnungsbedürftige Trauerfeier dürfte eine der, wenn nicht sogar die meist gesehene Liveübertragung überhaupt gewesen sein. Und das alles ausgehend von einem einzigen Menschen. Ein komischer Gedanke.
Ebenso komisch waren für mich im Übrigen die Fernsehbilder einer bestimmten Dokumentation über Michael Jackson. So paradox das klingen mag, aber das Komische daran ist, dass man darin einen (wirren) Menschen hinter der bildhaften Hülle dieses Wesens erkennen kann. Allein der Anfang schon, für mich war das vollkommen merkwürdig, man sieht Michael Jackson befreit lachen und Witze über den Dialekt des Interviewers machen. Später klettert er auf Bäume, fährt Autoscooter oder erzählt wie ihn sein Vater gegen die Wand schleuderte, wenn ihm als Kind die Choreografie nicht gelingen wollte. So richtig in Worte fassen kann ich es nicht, seht es euch einfach selbst an, vielleicht lässt es sich dann genauer nachvollziehen was ich meine:





