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    Archiv für die Kategorie „Restiges“


    20. Juli 2010 | 1:42 Uhr

    Eines der schönsten Dinge am älter werden ist für mich ja, dass man sich diverse Kindheitsträume erfüllen kann. Mal einfach so, mal mit Anlauf und manchmal bleiben sie auch einfach Träume. Ich habe da ja auch so eine Art Selbstversuch mit mir und bin gespannt, wann sozusagen alle Kindheitsspielzeugwünsche versiegt sind. Also, ob es irgendwann einen Punkt gibt an dem ich mir sage: “So, jetzt haste alles gekauft wo der Papa immer nein gesagt hat.” Ein gewises Grundgefühl sagt mir aber, dass es diesen Punkt gar nicht erst geben wird.

    2010 ist gerade zur Hälfte rum, ich weiß aber jetzt schon, dass es das für mich bisher prägendste Jahr sein wird, was Kindheitsträume im großen Stil angeht. Ich hänge da ein wenig hinterher, werde die aber bei Gelegenheit alle mal hier nachtragen, einfach weil sie mich so erfreut haben. (Und weil man damit natürlich auch 1A angeben kann, ha!)

    Ich wollte mal Skateboard fahren können. Manchmal gab es bei Nickelodeon kleine Einspieler, in denen Skateboardfahrer in Pools und dergleichen rumgefahren sind. Das sah gar nicht mal so schwer aus und ich wollte das gefälligst auch können.

    Zum nächsten Geburtstag gab es dann tatsächlich auch ein Skateboard. Und mit dem ersten Dreck an den weißen Rollen, setzte sofort die Ernüchterung ein: 1. Doch nicht so einfach. 2. Supergefährlich nix für einen Schisser wie mich. Hinzu kam, dass ich bereits damals über keine sonderlich gute Körperkoordination verfügte. Die Jahre darauf fuhr ich dann fast immer im knien auf dem Ding rum. Klingt ziemlich blöd, ist es auch, aber wenn man eh das einzige Kind mit Skateboard im Dorf ist, sieht das gar nicht mal soo blöd aus.

    Später, als die ersten Hautunreinheiten einsetzen, gab es tatsächlich dann so richtig ambitionierte Skater in meiner Schule. Ich wollte das nach wie vor gern können, tat es aber aus den eingangs genannten Gründen nicht. Dafür habe ich dann einfach immer gesagt, dass ich das bereits alles mal gemacht hätte, so wie das zum Beispiel alternde Punk Bands auch immer sagen. “Ja ähh, wir haben ja früher auch mal geskated!” Gut, ich bin auf Knien auf der Straße zwischen Mutti und Oma hin und her gerollert, aber tut das wirklich was zur Sache?

    Fachgespräche führen oder zumindest simulieren konnte ich trotzdem. Einerseits weil ich mich nach wie vor dafür interessierte, andererseits, weil ich bis zum abwinken “Tony Hawk’s Pro Skater 2″ spielte. Ich weiß nicht wie viel Zeit ich damit verbracht habe, es dürfte aber genug für … hmmm … sagen wir mal, für einen mittleren Schulabschluss gewesen sein.

    Irgendwie war das für mich also sehr prägend. Diese kleinen Bruchteile die von dieser ganzen Szene in meinem kleinen Dorfkosmos ankamen. So richtig drin war ich da nirgends, wollte es aber irgendwie doch gerne sein, also habe ich das dann einfach so für mich zusammen gebastelt wie ich dachte, dass es wohl so sein wird. So wie der Tony Hawk das macht und wie der rumläuft und so, der macht das ja schließlich alles voll gut und ziemlich cool.

    Im Nachhinein ist es ja doch immer amüsant zu sehen, wie man gerade zu Zeiten des Teenagerdaseins seine eigene Persönlichkeit zusammen gepuzzled hat. Vieles daran war albern, aber innen drin etwas aus dem Kern ist letztlich geblieben und es war gut, das man es so gemacht hat.

    Und dann gibt es manchmal solche Momente, da fühlt es sich an, als sei eben diese Hülle rund um das kleine Persönlichkeitspuzzleteil wieder da. Als sei man wieder 14 würde weite Hosen tragen (die dafür eigentlich gar nicht gedacht sind) und billigen Eistee aus Dosen trinken.

    Zum Beispiel, wenn eben dieser Tony Hawk mit ein paar Freunden in der Nachbarschaft vorbei schaut und ein wenig Spaß macht. Das Ganze sah in der Zusammenfassung dann in etwa so aus:

    Lustigerweise kam hinzu, dass die Emil Bulls noch als Vorband spielen. Sprich eine der beiden Bands die ich bis zum Umfallen eben während dieser Zeit des Beinhaare-kriegens hörte. Das Paket war also perfekt und ich wieder 14. Und dann kommt der Moment, wo dir innerlich dein 14-jähriges Dorfkind-Alterego ein ungläubiges High 5 gibt:


    mit dank an sue fürs knipsen!

    Hihi. Klar, im Prinzip ist da nichts Besonderes bei. Hallo, Witz, Foto, Ja gern, Blink. Fertig aus. Kein Gespräch großes Gespräch oder so. Worüber auch? Aber in eben diesem Moment, habe ich dem kleinen Dorf-Teenie in mir einen Traum erfüllt und genau das fühlt sich äusserst großartig an. Klar mag der albern sein, aber genau das gehört doch nun auch einmal zu einem selbst. Und wenn man auch seine albernen kleinen Spinnereien nicht vergisst, dann kommen die vielleicht irgendwann mal wieder und werden Realität. Um nicht zu sagen: zeitversetztes Träume erfüllen ist ganz wunderbar!

    Und wenn ich Morgen in die Schule gehe, mache ich das noch mal drum und gebe in der Raucherecke damit an:


    Wobei: Sommerferien. Verdammt! So hänge ich es mir eben an die Wand und ab und zu geht dann ein 14-Jähriger vorbei, der freudig schmunzelt.

    PS: Es hätte vielleicht doch noch etwas mit einer verspäteten Skater-Karriere werden können. Wenn auch eher in YouTube Form im Stile eines Star Wars Kid oder so. Ein der Freunde Tony Hawks (es war äusserst amüsant wie oft betont wurde, dass es seine Freunde seien), Jean Postec, hatte sich 2 Wochen zuvor den Arm gebrochen und trat deshalb leider Gottes mit Gips an. Ich fragte ihn zuvor aus Spaß, ob das von den Hunderten signierten Postern wäre. Er allerdings verstand das kurzzeitig falsch, bzw. bekam es in den falschen Hals und meinte wir könnten gerne eine Competition machen, er wäre auch mit Gipsarm besser. Daran hatte ich keinerlei Zweifel und sah mich vor meinem inneren Auge in die 7 Meter hohe Half Pipe stürzen. Vielleicht wäre ja einfach alles gut gegangen und ich so eine Art Wunderkind oder s… nein. Also versuchte ich ihm deutlich zu machen das es nur ein blöder Witz war und der ja gar nicht so gemeint war und ja. Ausserdem kann ich doch ohne Tasche keine Competition machen.

    7. Mai 2010 | 20:48 Uhr


    [via animal]

    6. Mai 2010 | 2:24 Uhr


    Nachdem ich in meinem Pumpübermut gleich beiden Reifen des neu zugelegten Fahrrads erfolgreich den Garaus machte, war die Zeit zum werkeln gekommen. Mann sein!

    Aber irgendwie war das ach so männliche Werkeln ein einziges Provisorium. So ein Rad muss ja auch erst mal abgeschraubt werden bevor man da was wechseln kann. Im Prinzip ja nicht so schwer, man braucht nur einen Schraubenschlüssel der Größe 15. Erfreulicherweise ist mein Werkzeugkasten in Besitz mehrerer solcher Schraubenschlüssel. In diesem Moment sollte ich erstmals feststellen, dass ich zwar über einige Schraubenschlüssel verfüge, 5 von 7 aber die komplett gleiche Größe haben. Die anderen beiden übrigens auch. Während erstere zu klein waren, waren letztere viel zu groß. Praktisch. Aber macht ja nichts, dafür gibt es dann ja Zangen und so was.

    Heute kaufte ich nun auch endlich Schlauch Nummer 2 um endlich wieder mit dem unbändigem Skywalker III auf die Straße zu können. Ich kaufte einen, der mir das Gefühl gab, unkaputtbar zu sein. Dessen Gummi sich wie leicht angetrocknete Haut von Godzilla anfühlte (und auch so roch). Dessen Herkunft sicherlich die Weltraumtechnik früherer Jahrzehnte ist. Einen aus Tschechien.
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    1. Mai 2010 | 17:56 Uhr

    In meinem Freundeskreis herrscht für gewöhnlich die 20:15-Uhr-Schweigeklausel was Bundesligaspiele am Samstag angeht, damit man sie noch ohne das Ergebnis zu wissen, in Ruhe in der Sportschau gucken kann. Ausser bei Mönchengladbachs quasi stellvertretenden Kapitän Ingmar Eigenlob. Der sitzt entweder im Stadion und guckt irgendwo anders. Manchmal sogar in China.

    Und weil das so ist, kann es schonmal vorkommen, dass ich ihm während der Spielzeit taktische Finessen zuschicke. Heute zum Beispiel stand es bereits nach wenigen Minuten 2:0 gegen Mönchengladbach. Also schrieb ich ihm, er solle sich doch gefälligst selbst einwechseln.

    Unüblicherweise war Herr Eigenlob Heute aber selbst gar nicht live dabei, wollte deshalb die Sportschau abwarten und schrieb sehr viel später zurück:

    Es scheint schlecht für meine Borussia zu laufen :( … aber es ist noch eine Viertelstunde zu spielen also geht noch einiges (es sei denn es steht 5:0).

    Pikanter Fakt an dieser Stelle: Zu dieser Zeit des Spiels stand es bereits 6:1 gegen seine Borussia.

    26. April 2010 | 0:49 Uhr


    Einer meiner Masterpläne für die nicht allzu ferne Zukunft ist ja, gemeinsam mit meinem Halbbruder Juselinho ein kongeniales Trainerduo zu bilden mit dem wir eine Jugendmannschaft auf Meisterkurs bringen.
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    21. April 2010 | 13:26 Uhr

    Die Zeit über das Dilemma der Berliner S-Bahn:

    Am 25. April 1945 war die Rote Armee im Begriff, Berlin zu erobern. Die Stadt war eingekesselt, sie wurde von großkalibrigen Geschützen beschossen. In den fünf Jahren zuvor war sie mehr als 300-mal aus der Luft bombardiert worden, manchmal waren bis zu 1200 Flugzeuge gleichzeitig am Himmel. An jenem 25. April waren dennoch von 1118 sogenannten S-Bahn-Viertelzügen – das sind zwei aneinandergekoppelte Wagen – 267 einsatzfähig. Also etwa ein Viertel. Dass der Verkehr trotzdem am selben Tag eingestellt werden musste, lag nicht an den Kriegszerstörungen, sondern am Kohlemangel, es gab keinen Strom mehr.

    Im September 2009 fuhren von 630 Viertelzügen noch 163 – 25,87 Prozent. Ohne Beschuss und Rote Armee.

    1. April 2010 | 14:04 Uhr

    Ich mache mir jetzt auch ein wenig Sorgen um meine eigene Gesundheit:

    Kapitän Cesc Fabregas vom FC Arsenal hat sich möglicherweise beim Elfmeter zum 2:2-Ausgleich gegen den FC Barcelona einen Beinbruch zugezogen. “Ich habe den Strafstoß sehr scharf geschossen.”

    (11 Freunde Newsticker)

    2. März 2010 | 22:26 Uhr


    Manche Gewerbezweige sind für mich ja ein kleines Rätsel. Als würde sich hinter den Türen der Zugang zu einer geheimen Parallelwelt mit eigenen Gepflogenheiten und Gesetzen befinden, von denen in den seltensten Fällen mal etwas an die Außenwelt dringt.

    Ein Beispiel: Das Matratzengewerbe.

    Gibt es ein Matratzengeschäft in dem nicht laut Schaufenster alles auf einen winzigen Bruchteil des Preises reduziert ist? Und viel wichtiger - Warum liegen derartige Geschäfte immer an Ecken?

    Weil ich für meine neue Bliebe eine Schlafunterlage brauche, habe ich mich mal in eines dieser Geschäfte getraut. Man kann ja auch nie von aussen reingucken. Überall sind Plakate die darauf hinweisen, dass gerade eine Jahreszeit vorbei ist und deshalb die Matratzen weg müssen oder eben massive Mauern aus Matratzen die nichts von Innen nach draußen dringen lassen. Ein Helms Klamm mit Federkern.

    Direkt am Eingang wurde ich von der Verkäuferin begrüßt. Sie sei Heute behindert sagt sie, deshalb müsste ihre Kollegin alles für sie tragen. Seit Wochen habe sie schon Rückenprobleme und kann nichts machen, furchtbar sei das.

    Moment. Die Verkäuferin des Matratzenladens klagt über Rückenprobleme? Ist das bereits der Moment, wo man misstrauisch werden sollte?

    Jede meiner Fragen schienen bei ihr, deutete man ihre Reaktionen, wie eine Beleidigung anzukommen. Federkern, Kaltschaum, tralala - wie konnte ich nur! Vielleicht war sie auch einfach nur gestresst, da sie den ganzen Vormittag lang immer den Haushalt von Charlie Sheen und seinem Bruder mit dem dicken Jungen schmeißen muss. Mir egal, ich wollte ja nur eine Matratze.

    Die Plakate außen scheinen übrigens wirklich nur zur Jahreszeitenorientierung zu dienen, innen sind die Preise dann gefühlt verfünffacht. Letztlich bekam ich dann doch eine Matratze. Weil ich geflirtet habe, sogar mit 40 Euro Preisnachlass. Das hat mich ein bisschen erschrocken, denn geflirtet habe ich nun weiß Gott nicht und hätte ich es, dann würde ich mir ernsthaft Sorgen um mich machen. Hatte ich etwa unbewusst mit dem Zwerg aus der He-Man Verfilmung geflirtet? Uah! Aber vielleicht wertete sie es einfach als Flirtversuch, dass ich länger als 2 Minuten im Geschäft war und ihr trotz an Beleidigung grenzender Aussagen in die “Kaltschaumecke” folgte.

    “Legen se sich mal hin und testen.”
    “Nein.”
    “Aber sonst wissense doch nicht wie …”
    “Ich sehe das.”
    “Okeh.”

    Aber egal, letztlich hatte ich ja meine Matratze. (In der Gegend um braunschweig sagt man übrigens “Medratze”, das klingt viel mehr nach einschlafen. “Matratze” klingt so nach Drahtgestell) Was mich aber noch viel länger beschäftigte, war eine andere Aussage von Frau Nieselprim am Medratzenschalter. Sie schätzte mein Körpergewicht um ganze 20 Kilo weniger. Zwanzig Kilo!

    Ich wusste einen Tag lang nicht damit umzugehen. Wie sollte man soetwas werten? Mit meinem Körpergefühl war ich aber erstmal wieder im reinen, als ich am Morgen eine unförmige Joggerin in einem hautengen, mintgrünen Anzug sah. Leider sollte das nicht von langer Dauer sein.

    Am Samstag war ich dann in einem hamburger Hipster Laden und weil da alles so sehr reduziert war, dachte ich, könnte ich mir doch auch mal eine dieser Cheap Monday Hosen zulegen. Aber dann. Hosenweite 26. SECHSUNDZWANZIG! Und viel mehr nach oben war da nicht. Ein Bein hätte ich damit vielleicht einkleiden können. SECHSUNDZWANZIG! Ist das nicht eine Kindergröße?

    Werdet ihr schon sehen, wie ihr mit euren Skinny Jeans wieder aus dem Graben kommt, wenn ich euch und eure hippen Rennräder mit meinem Mountainbike in den Graben drängle. Ha! Ich werde mir bis dahin noch bei Frau Federkern eine Kindermatratze holen, die ich mir im Sommer auf den Rücken binde. Stelle ich mir recht praktisch vor, quasi der Schildkröte nachempfunden. Und immer etwas schlauer.

    18. Februar 2010 | 19:13 Uhr

    Am Mittwochabend ist es manchmal ein bisschen komisch in punkto Fußball. Dann stehen so viele Menschen dem FCB aus M. sehr nahe. So viel Zuspruch ist man für gewöhnlich als Fan dieser Mannschaft nicht gewohnt und meist reicht die Zeit dieser Utopie gar nicht aus, um in irgendeiner Form darauf einzugehen. Ehe man sich versieht, sind die 90 Minuten der Verschwommenheit vorbei und es herrschen wieder klare Verhältnisse. So wie früher zum Beispiel:

    Hihi, ein großartiges Foto aus dem Hause 11Freunde.

    Manche Menschen sind übrigens am Morgen nach solchen Münchner Mittwochabenden ein wenig verwirrt und schreiben zum Beispiel ganz abgeklärte und distanzierte Mails mit Inhalten wie: “Van Bommel = Assi und dann ein glückliches siegtor. der eine holländer war immerhin ganz gut, wie heißt der nochmal? “

    15. Februar 2010 | 23:45 Uhr

    Alle sind bei Twitter und schreiben über so Sachen. Sogar die NASA hat einen eigenen Account wo manchmal aus der Erdumlaufbahn berichtet wird. So zum Beispiel auch Heute, als es hieß:

    The on orbit crew awoke at 4:15pET to the song “Parabola” by Tool, played for astronaut Bob Behnken.

    Unglaublich. Die fliegen durch den Weltraum und hören zum Aufwachen Tool. Wer sind schon die Teenage Mutant Hero Turtles - ich will Astronaut werden!