Da ich vollends der Rückblickstimmung verfallen bin, wird diese Woche jetzt einfach mal die Rückblickwoche. Angefangen wird dabei natürlich ganz standardmäßig mit dem traditionellen alljährlichen Basisfragebogen:

Zugenommen oder abgenommen?
Man stelle sich an dieser Stelle eine Sinuskurve vor, gebouncet hab ich. Oh du hast abgenommen, oh Schokolade.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich war schonwieder nicht beim Optiker, besser geworden ist da also nichts und ich hab zunehmend Probleme manchmal Gesichter aus der Ferne zu erkennen, was wiederrum einige Probleme mit sich bringt. Zum Beispiel Leute die eingeschnappt sind weil man sie nicht erkannt hat, oder aber eklatante Fehleinschätzungen in punkto Alter von Frauen.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr, sehr viel mehr.

Stadt des Jahres?
London mit all seiner Besonderheit und Burger essen inmitten wunderschöner Street Art vor Rough Trade Records.

Berlin konnte ich bis vor ein paar Jahren nicht sonderlich leiden wegen all der nervigen Hippness. Mittlerweile ist mir die Stadt aus diversen Gründen aber richtig ans Herz gewachsen und ich hab mich in diesem Jahr erstmals dort heimisch gefühlt. Es war in dem Moment als ich gerade vom Kuchen Essen mit einem alten Bekannten mit der Straßenbahn zurück zum Hostel gefahren bin. Dort saß ich neben einer Mutter mit 2 ganz tollen Kindern. Als ich ausgestiegen bin hab ich ihr gesagt, dass sie 2 ganz wunderbare Kinder hat. Da hat sie zuerst verwirrt geguckt, dann gelächelt und sich bedankt. Wir sehen uns in Kürze liebe Hauptstadt, dann auch länger, ziemlich lange sogar.

Bielefeld. Ach du kleine verregnete Herberge des schlecht-gelauntesten Menschenschlages Deutschlands, auch wenn du dich stets nur im 16-Farben Modus gibst, bist du mir ja doch irgendwie ans Herz gewachsen.

Mehr bewegt oder weniger?
Mich oder die Anderen? Ich glaube beides mehr, ja.

Der hirnrissigste Plan?
Zum Beispiel nach Berlin fahren, sich im Redaktionshauptgebäude einschließen und überzuckert/müdet 24 Stunden lang Fernsehen gucken und dabei darüber schreiben. Aber eigentlich war das auch nur einer von vielen hirnrissigen Plänen. Sie entstehen meist spontan und kurzfristig und sind eigentlich immer die besten. Vielleicht auch weil sie gar keine Pläne sind.

Haare blau färben war auch so ne Sache. Dafür bin ich jetzt direkt einer der Top Suchtreffer wenn man bei der Google-Bildersuche „Blaue Haare“ eingibt. Aber so richtig runter bin ich davon noch nicht und will das nochmal machen, was vielleicht aber auch nur daran liegt das ich zu viel bei Perez Hilton lese. Hm.

Nicht zu vergessen natürlich auch die Tatsache eine Woche lang barfuß in einem Brautkleid durch Bielefeld zu rennen um dann in den verkeimtesten Teich der Stadt zu springen. Anfang Januar wohl gemerkt. Das fieseste allerdings waren nicht die Temperaturen, sondern die Glasscherben, ich glaub da stecken jetzt noch welche im Fuß drin. Ein großer Spaß war es dennoch allemal und ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass mir das noch so lange anhängen würde. Du bist doch der mit dem Brautkleid? Ehm ja. Ostwestfalens begehrtester Kurzfilmpreis, bämm! Haha

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich hatte dieses Jahr mehrmals den Gedanken Woah dabei hättest du gerade draufgehen können aber von der wirklich gefährlichsten Unternehmung habe ich nur wenig mitbekommen, ich hab nämlich einfach geschlafen. Glücklicherweise habe ich ja die Gabe immer und überall schlafen zu können. Im Nachhinein war ich über besagte Gabe gerade auf den Straßen Belgiens nochmal umso froher. Dort fuhr nämlich Schlüpferjulian mit der Kühnheit eines Monstertruckfahrers und riskierte mehrmals mehr als nur den Seitenspiegel. Zumindest sagte man mir das und es machte sich auch dadurch bemerkbar, dass ich mehrmals durch ein „JULIAN!!!“ geweckt wurde und daraufhin sah wie sich alle anderen InsassInnen an diversen Gegenständen im Auto fest hielten. Aber es gab dieses Jahr erstaunlich wenig kritische Interaktion mit elektrischen Gerätschaften, Glück gehabt.

Der beste Sex?
Ach stimmt da war ja mal was. Ich war dieses Jahr häufiger in einem Fußballstadion zu Gast als das ich Sex hatte, ich weiß noch nicht wie ich das so recht einzuordnen habe.

Die teuerste Anschaffung?
Ein weißes Buch aus Plastik mit ein bisschen Computer drin und einem Apfel drauf, teilfinanziert vom Weihnachstmann.

Das leckerste Essen?
2008 war Falafel Jahr! Auf Platz 1 eine Falafelstube irgendwo im Hamburger Schanzenviertel, dicht gefolgt von einem libanesischen Imbiss in Mönchengladbach. Desweiteren profitiere ich nach wie vor von den enorm guten Kochkünsten meiner Mitmenschen, ganz vorn dabei natürlich Juselinho – Master of the Vegan Kitchen!

Der beste Nachbar?
Hat eben schon als hervorragender Koch Erwähnung gefunden: JuuUuUuuuuUu o/

Das beeindruckendste Buch?
Keins so wirklich, was aber auch daran liegen mag das ich ein weiteres Mal erschreckend wenig in Buchform gelesen habe.

Der berührendste Film?
Into The Wild. Seit „E.T.“ in meinen jungen Jahren hat mich kein Film mehr derart emotional bewegt. Danach bin ich im Regen schluchzend nach Hause gelaufen und habe den Soundtrack gehört. Hach.

Das beste Lied?
Ohh da möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen, dazu kommen wir später nochmal.

Das schönste Konzert?
Das waren mehrere, dazu kommen wir auch später nochmal genauer. Im Gegensatz zum Vorjahr waren dieses Mal jedenfalls wieder sehr viel mehr Gänsehautmomente dabei.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Duisburg, Mönchenladbach und Bochum in Menschengestalt, haha.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Einem Zebra, einem Fohlen, dem Zerzauser, Kniestrümpfen, einem Baumstumpf um 3 Uhr Nachts, schwedischen Sängerinnen, dem runden (Kunst)Leder, Internet und dessen Rundherum, Süßigkeiten, lauten Gitarren, Cola und ganz vielen tollen Menschen – ihr wisst doch wen ich meine.

Vorherrschendes Gefühl 2008?
Zufriedenheit, tiefste innere Zufriedenheit, hin und wieder angeschlagen von … hmmm wahrscheinlich sollte das ausgleichende Gerechtigkeit sein.

2008 zum ersten Mal getan?
Geflogen bin ich zum ersten Mal. Ich glaube ich habe auch zum ersten Mal einen Kinderwagen in der Öffentlichkeit geschoben, wollte mir aber keiner so recht abnehmen.

2008 nach langer Zeit wieder getan?
Lange lange für ein Konzert angestanden. Gut es war nicht wirklich ein Konzert, es war das Fabrics in London und Simian Mobile Disco haben dort unter Anderem aufgelegt. Wir haben für einen der berühmtesten Clubs der Welt also ca. 3 Stunden lang einmal um den Block rum angestanden, was sich allerdings auch sehr lohnte da ich unter Anderem meinen Top-Selbstvertrauensmoment des Jahres dort hatte. Also: Wenn man erstmal ein paar Tage lang in Londons Szenevierteln rumgehangen hat, dann fühlt man sich in etwa so, als würde man aussehen wie Fozzybär in einem Regencape. Aber dann, nach all dem Anstehen wurde ich von der liebreizenden Gästelistenfrau angeflirtet hui! Reboot! Hmmm irgendwie läuft hier alles nur auf London und Frauen raus, oder? Die hübscheste Frau der Welt arbeitet übrigens in einem unscheinbaren Londoner Schuhgeschäft.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Chinese Democracy
Ganz ehrlich, mir fehlen beinahe täglich die Witze über die bis 2008 fragwürdige Existenz dieses Albums.
Herzaua mit „Du bist ja total toll aber …“
Es ist komisch wenn man an etwas scheitert obwohl doch eigentlich alles richtig war. Also eigentlich. Das Unangenehme daran ist, dass eben etwas fehlt, wodurch es sich sehr viel schwerer verarbeiten lässt.
Diese eingepackten fertigen Crepes
Ich dachte ja erst sie wären die große Neuerung seit Raumdufterfrischern, aber bereits nach der 3. Packung stellte sich herbe Ernüchterung ein.

Bonus: TSG Hoffenheim

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Von mir?

2008 war mit einem Wort…?
Das Beste Jahr meines bisherigen Lebens, das ist jetzt zwar kein Wort, aber angebracht.

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