21. Mai 2013 | 17:22 Uhr

Ich bin ja nun wirklich großer Metallica Fan. Vor einigen Tagen entstand eines meiner aktuellen Lieblingsfotos der Band (beziehungsweise 50% davon). Zwei alte Herren stehen da in Flip Flops mit ihren Verstärkern in der Ecke eines halb leeren Baseball-Stadions und … joah … mal gucken was passiert.

Tatsächlich mischte sich dann eine meiner offiziellen Vorlieben, mit einer geheimen. Ich kann nichts mit Patriotismus oder generell dem Prinzip von Ländern anfangen aaaaber es gibt da einen kleinen, schwachen Punkt: Die US-Nationalhymne vor großen Sportereignissen. Am besten noch mit Jets übers geöffnete Stadiondach. Und am allerbesten noch, wenn die Hälfte von metallica besagte Hymne auf der Gitarre spielt:

Und wo wir einmal bei der Verbindung von Metallica und übertrieben kitschigen Dingen sind: Ich bin seit Kurzem im Besitz der schlimmschönsten Schuhe der Welt:

(Gibt sogar noch mehr davon in der Vans x Metallica Kollektion)

14. Mai 2013 | 0:43 Uhr

Ach, wie soll ich das jetzt auch nur annähernd gut beschreiben alles. Andererseits ist es ja manchmal auch gut, wenn man nicht weiß, wie man mit Dingen umgehen soll, denn das ist ein Zeichen davon, dass sie glücklicherweise viel zu selten passieren und alles Andere als Normalität sind. Alles Andere. Manchmal passieren Dinge, die reißen richtige Krater in das eigene Umfeld und dann steht man da und hat die Hände in den Taschen, weil man nicht so weiß wo man sonst mit ihnen hin soll.

Vor zwei Wochen habe ich mich in einer äußerst absurden Situation wiedergefunden. Ich hatte an einem Samstag Geburtstag, in den Tagen danach gab es drei Todesfälle und am Freitag darauf saß ich in Köln bei einer Lesung für 1LIVE und sollte vor 70 Leuten vor Ort und Tausenden am Radio aus meinem ach so lustigem Buch unterhaltsame Sachen vorlesen und am besten noch ein paar Späße zwischendurch machen. Hm.

Nachdem sich die Begeisterung über den kleinen Goldfischteich im Eingangsbereich gelegt hatte, saß ich am Nachmittag vor der Lesung im Hotelzimmer und hab mir überlegt, was ich am Abend dann wohl alles erzählen werde. So schlimm und absurd, die ganze Situation rundherum war, wurde mir erstmal bewusst, wie froh ich über all das bin, was ich habe und vor allem mache. Das ich Geld damit verdiene, Leute zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Sei es nun mit meinem kleinen Buch aus dem ich dann las, mit dieser Fernsehsendung mit Circus im Namen am Montagabend oder was auch immer. Beziehungsweise eher der Punkt, dass ich das Leute (freiwillig, haha) anschauen und sich darüber freuen. Ich kann es immer noch nicht richtig in Worte fassen, bin aber für das alles sehr dankbar und dank genau dieser Situation ist mir das alles noch mal viel bewusster geworden.

Am 15. April wurde einer dieser eingangs beschriebenen Krater in mein Umfeld gerissen, als mein Kollege Wauz viel zu früh starb. Wauz war Sänger der Band Red Tape Parade und in der letzten Samstagnacht gab es das letzte Konzert der Band zu seinen Ehren mit wechselnder Besetzung am Mikrofon.

Zwischen all der Trauer und dem Mitgefühl für Leute um mich herum, die das alle sehr hart traf, kam in mir noch einmal der Gedanke an den Moment im Hotelzimmer hoch. Die Dankbarkeit darüber, was man hat und tut, wenn man auf schlimmste Art und Weise vor Augen geführt bekommt, wie schnell das alles vorbei sein kann. Was für eine paradoxe Mischung, wenn Trauer und Dankbarkeit zusammen daher kommen und ich weiß schon wieder nicht, wie ich das hier alles auch nur annähernd in Worte fassen soll. Vielleicht sollte man es eher als Bewusstsein beschreiben. Ich weiß ja noch nicht mal warum ich überhaupt darüber schreibe, für gewöhnlich ist mir dieses Thema viel zu persönlich und emotional um in diesem Internetirrenhaus hier etwas darüber abzutippen. Andererseits war das alles ein solcher Nackenschlag, dass ich ein “Hey, sei dir mal ein bisschen mehr bewusst über all das, was du hast!” jeder und jedem an den Kopf knallen möchte der/die mir näher als sagen wir 10 Meter kommt.

Was für ein unglaublich emotionaler Konzertabend. Und zu eben diesem Bewusstsein kam noch viel mehr hinzu: Man ist viel zu selten bewusst dankbar dafür, dass es Musik gibt. Was für ein Wahnsinn das doch ist, dass eine Aneinanderreihung von Tönen, die oftmals durch die pure Verkettung von Zufällen entsteht derart emotional aufgeladen und wertvoll werden kann. Ich kann zu nahezu jedem wichtigen Ereignis in meinem Leben direkt ein Lied oder ein Album nennen, welches ich damit verbinde. Haha, ganze grundlegende Entscheidungen habe ich in die Hände wildfremde Menschen gelegt, nur weil sie mir in einem Lied aus der Seele sprechen und da für den Bruchteil einer Sekunde diese Magie entstand, wenn man genau in diesem einen Moment, diesen einen Song hörte.

Samstagnacht zog sich dieser magievolle Bruchteil einer Sekunde über mehrere Stunden und zeigte auf eindrucksvolle Art und Weise, warum Musik so wichtig, gut und immer und überall für alle da ist. Ein ganzer Club voller Menschen, die zum Abschied gekommen sind und durch die Musik zu einer großen Gemeinschaft wurden, die sich irgendwie gegenseitig hilft und versucht auf irgendeine Art und Weise mit dieser entsetzlichen Situation klar zu kommen. Sinnbildlich dafür sind die Situationen, bei denen ich jetzt noch Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke. Verschiedene Menschen stehen auf der Bühne, erzählen vor einem Song, wie sehr sie sich geehrt fühlen, an diesem Abend zu spielen oder erzählen eine Anekdote und brechen in Tränen aus. Und was ist die Konsequenz daraus? Die Konsequenz aus diesen Tränen? Der Song danach wird noch lauter, härter und leidenschaftlicher gespielt. Und warum? Weil sich das so gehört. Weil es den Song, den Moment, den Abend, einfach alles außergewöhnlich macht. Weil da diese Magie entstand, durch die man zwar auch nicht einordnen kann, was passiert ist, aber sie war da, diese Magie im Raum und jeder konnte sie anfassen.

So. Und jetzt macht eure Fenster auf und hört ganz laut dieses Lied.

Red Tape Parade was working on it’s third full length when their singer Wauz got diagnosed with cancer in December 2012. Wauz passed away on April 15th 2013. This is one of the few complete demo songs.

I know some magic works.

22. April 2013 | 10:34 Uhr


Hier kann man in voller länge meine Lesung und Witzeerzählung mit Interview bei 1LIVE Klubbing hören. Praktischerweise ist auch die (wie ich finde) nicht ganz so tolle Musik zwischendurch raus geschnitten. Danke für alle die da waren und/oder zugehört haben, es war mir eine wirklich große Freude!

19. April 2013 | 19:02 Uhr


Liebe Seher und Hörer, ich bin heute Abend zu Gast bei 1LIVE Klubbing. Die Sendung beginnt ab 20 Uhr und ab 23 Uhr lese ich aus meinem Buch “Aaarfz“, erzähle ein paar blöde Witze und beantworte fleißig Fragen. Es wäre mir eine Freude, wenn ihr zuhören würdet. Hier gibt es den Stream und bestimmt wird das auch irgendwo zum später Anhören aufgenommen.

11. März 2013 | 9:24 Uhr


Hach. Heute ist einer dieser Tage, wo ich mit einem großen Grinsen im Gesicht aufstehe. Warum? Nun ja, heute wird ein Lebenstraum von mir wahr, denn mit “Aaarfz” erscheint mein erstes Buch. Kann man zum Beispiel hier ganz einfach bestellen oder aber, noch besser, im netten Buchladen um die Ecke kaufen.

Inhaltlich geht es kurz gesagt um einen jungen Mann, dessen größter Traum es ist, einmal in den Weltraum zu fliegen. Das Ganze hat viel mit Sehnsucht und Träumereien zu tun und hat (hoffentlich) mehr als genug Stellen zum Lachen.

Reicht aber auch, wenn ihr nur eins meiner beiden Bücher kauft:

Neben mir steht ein Karton mit Büchern drin und ich kann das eigentlich noch nicht so richtig fassen. Ich bin es gewohnt, diverse Texte überall zu schreiben aber so ein Buch … Ein ewig langer Text auf über 200 Seiten gebunden und mit hübschen Cover. Fertig gedruckt und ohne “Bearbeiten” Knopf. Schön. Die Frage, die ich mir davor diesbezüglich am meisten gestellt habe ist: “Wie ist das eigentlich, so ein Buch zu schreiben?”

Hmmm. Komisch irgendwie. Ich fühle mich in dieser Buchwelt nach wie vor ein bisschen wie Wyle E. Coyote, nur ohne Roadrunner. Keine Ahnung von irgendwas, aber erstmal machen. Am Anfang habe ich mich sehr schwer getan, meine ganzen Gedanken geordnet auf so eine Länge zu bringen. Ich hab einfach immer weiter ausgedacht, aber nicht in Textform aufgeschrieben. Für so etwas brauche ich viel zu knappe Deadlines und unangenehmen Druck dieser. Letztendlich hatte ich nur noch einen Monat Zeit und gerade mal ein Viertel fertig. Und den Monat auch nur so halb, schließlich hab ich die ganze Buchschreiberei ja neben Job und tausend anderen Sachen gemacht. Zeit für einen kleinen Panikanfall. Ein paar Wochen zuvor feierte “Turn On The Bright Lights” von Interpol 10jähriges Jubiläum und irgendwo habe ich gelesen, dass sie das Album damals einfach innerhalb eines Monats eingespielt haben und die ganze Zeit dabei das Gefühl hatten, dass es gut wird. Keine Ahnung, wo ich das aufgeschnappt habe und ob es überhaupt stimmt. Mir half es jedenfalls hervorragend gegen meine mittelgroße Panikattacke und ich habe dann einen Monat lang jeden Tag fünf Seiten für “Aaarfz” geschrieben, auf das ich nun sehr stolz bin.

Wenn das nun genügend Menschen kaufen und gut finden, wäre das super, denn ich habe bereits jetzt Zettelsammlungen für ungefähr 10 weitere Bücher. Aber mal ganz ehrlich, ich finde den Gedanken so toll, dass da jetzt Leute in den Buchladen gehen, Geld dafür bezahlen und dann liegt das im Buchregal rum und ach. Oder überhaupt die Vorstellung, dass ab heute mehrere hundert Menschen abends vorm Schlafengehen Sachen lesen, die ich geschrieben habe. Toll. Wahrscheinlich werde ich die nächsten Wochen damit verbringen, in diverse Buchläden zu gehen und immer wie ein glücklicher Wile E. Coyote zu schauen, wenn ich mein Buch irgendwo rumliegen sehe.

Also: Viel Spaß damit, es ist mir eine wirklich große Freude und Ehre zugleich, wenn das irgendwer da draußen liest. Man kann mir hier gern Fragen dazu stellen, Lob los werden, mich sinnlos beschimpfen (na gut, das nicht so) und irgendwie was organisieren, wenn ich vorn was rein malen soll. Ansonsten gibt es, wenn ich mal Zeit dazu finde, auch bald ein paar Lesungen hier und da. Wuhuuuu!

Ach ja und zu guter letzt noch ein kleines Promovideo. Beim Verlag sagte mir, dass wäre schön, wenn ich da was machen würde. Also hab ich mir da mal was überlegt. Bittesehr:

PS: Ganz wichtig – das Buch ist komplett frei erfunden. Dafür hat es mehrere hundert versteckte Querverweise. Für Verschwörungsfreunde: Am Jubiläumstag der Mondlandung hab ich das Exposé an den Verlag geschickt, am Tag als “Curiosity” auf dem Mars landete, hab ich’s zum ersten Mal jemand anderes lesen lassen und heute, am Erscheinungstag, ist Geburtstag von Douglas Adams, Autor von “Per Anhalter durch die Galaxis”.

PPS: Ich wollte schon lange ein Buch schreiben, bevor ich auch nur ein Wort ins Internet rein geschrieben habe. Schon in der ganzen Vorbereitung war es mir wichtig nicht “ein Blogheini, der jetzt ein Buch geschrieben hat” zu sein. Aber dagegen werde ich mich wohl nicht wehren können, ich wollte es nur erwähnt haben.

25. Februar 2013 | 18:41 Uhr

Ich werde mittlerweile relativ häufig auf offener Straße angesprochen, warum ich so lange nichts mehr geschrieben habe und werde anschließend in Mülltonnen geschubst. Ja, wirklich. Deshalb eine kurze Erklärung mit einem damit verbundenen Hinweis. Einer der Gründe, meiner Online-Schreibfaulheit erscheint am 11. März und heißt “Aaarfz”. Wobei, von Faulheit kann hier nicht die Rede sein, ich hatte schließlich sehr viel zu tun und mir fehlte die Zeit für alles weitere.

Der zweite Grund war, dass ich im Circus zu tun hatte, beziehungsweise habe. Für mich als ewiges Fernsehkind ist es eine persönliche Erfüllung, an einer Sendung mitzuarbeiten, die mir (und hoffentlich auch den Zuschauern) außerordentlich viel Spaß bereitet. Ganz im Ernst, ich habe selten derart hinter etwas gestanden, an dem ich mitgewirkt habe. Also schaltet bitte am heutigen Montag (und in den nächsten Wochen doch bitte auch) Pro7 um 22:15 Uhr ein und schaut Circus HalliGalli. Woop Woop!

19. Februar 2013 | 15:48 Uhr

Herrje, ich habe so viel um die Ohren, ich komme gar nicht mehr dazu hier halbwegs vernünftig etwas abzutippen. Doch dazu später mehr. Umso schöner, wenn jemand genau das auf den Punkt bringt, was ich auch gern sagen möchte, aber keine Zeit dafür finde, es zu sagen/schreiben.

Es geht um den wilden Fleischskandal der seit Tagen und Wochen seine Kreise zieht. Lasagne hier, Pferdefleisch da. Und wo es nicht überall her kommt. Ich habe eigentlich gar nicht genug Ahnung, um mich tiefgründig dazu zu äußern. Allerdings nicht etwa, weil mich das ganze nicht interessiert, ganz im Gegenteil, sondern weil ich den ganzen Trara und den scheinbaren Schockzustand mit dem verbundenen Aufruhr nicht verstehen kann. Natürlich verstehe ich, wenn Leute sich darüber beschweren, dass da etwas drin ist, was nicht drauf steht. Das gibt es schließlich eh viel zu oft. Nur verstehe ich die Ansatzpunkte der meisten Diskussionen nicht. “Hey wir wollen nicht mehr als ein paar Cent für eine Hand voll Fleisch von einem Tier was irgendwo großgezogen, dann durch halb Europa gekarrt und verarbeitet wird, bezahlen. Warum ist das so schlecht? Scheiß Konzerne!” Aber was Rede ich da, das Schlimmste an alledem ist ja die scheinbar absolut nicht abebben wollende Flut an schlechten Pferdefleisch-Witzen.

Aber bevor ich weiter darüber nachdenke hier das, worauf ich die ganze Zeit schon hinaus wollte. Silke Burmester hat in ihrer aktuellen Kolumne genau das auf den Punkt gebracht, was ich auch denke. Ich zitiere:

‎”Aber muss man so ein Gewese machen? Muss man so einen Aufschrei konstruieren? Menschen, die Rinder und Schweine essen, Hühner, Ziegen, Fische und Schafe? Rehe, Hirsche, Puten und Hasen, Gänse, Enten, Krebse und Muscheln? Leute, die sich freuen, wenn sie eine echte Salami aufs Brot legen können, also aus Esel, kreischen rum, weil sie Pferd gegessen haben?

[...]

Und das schätze ich an Ihnen, verehrte Ruhigbleibende, Sie verzichten auf diese Aufregungsfolklore. Ihnen ist völlig klar, solange ein Essen ohne Fleisch kein Essen ist, solange auf jedem Frühstücksbrötchen Wurst drauf sein muss, jedes Croissant nach Schinken schmecken, überall Speck drin sein soll und Fleisch nichts kosten darf, so lange es uns nichts ausmacht, Tiere zu essen, die unter quälerischsten Bedingungen gehalten werden, damit auch noch ins Brötchen Speck eingebacken werden kann. Solange wir es hinnehmen, dass die Konzerne Nahrungsmittel Tausende von Kilometern durch Europa karren, damit sie am billigsten Standort zusammengeschraubt werden können, so lange wird auch immer etwas passieren, das sich als Skandal bezeichnen lässt.”

Den kompletten Artikel gibt es hier.

PS: Ich empfehle es sehr, sich einmal die Dokumentation “We Feed The World” anzuschauen.